Vom Didaktikum Aarau bis zum Campus Brugg‑Windisch
Seit den Anfängen dabei: Markus Schibli baut Brücken zwischen Forschung und Schule – als Evaluationsfachmann, der auf ehrliche Rückmeldungen und gute Moderation setzt.
Markus Schibli ist ein Urgestein. Er war schon dabei, als es die PH FHNW in der heutigen Form gar noch nicht gab. «Meine Kontakte zur PH FHNW reichen weiter zurück als ihr offizielles Gründungsdatum. Bereits am ‘Didaktikum’ in Aarau durfte ich erste prägende Erfahrungen in der Ausbildung zum Sekundarlehrer sammeln», sagt er. Als dann die PH Aargau gegründet wurde, wurde er erst Praxislehrer und dann Praxisleiter und war in der Berufseinführung tätig. «Der Perspektivenwechsel vom Lernenden zum Mitgestaltenden war für mich besonders lehrreich», erinnert er sich. «Als die Pädagogische Hochschule Teil der neu gegründeten Fachhochschule Nordwestschweiz wurde, führte mich mein Weg im Januar 2009 ins Institut Forschung und Entwicklung. Was zunächst lose begann, wurde dadurch zu meinem zentralen Arbeitsfeld.»
2013 zog das Institut als eines der ersten in den neuen Campus in Brugg-Windisch – und Schibli konnte so hautnah miterleben, wie sich die neuen Gebäude mit Leben füllten. Obwohl die grosszügigen Räume «einen Qualitätssprung» darstellten, sagt Markus Schibli auch: «Was sich bei mir allerdings nie ganz einstellte, war das Gefühl eines lebendigen Campus als Lern- und Lebensraum, in dem Austausch und fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit selbstverständlich sind.» Umso mehr schätze er dafür aber die «hervorragende Infrastruktur, beispielsweise in den Bereichen IT und Bibliothek».
«Gerade in […] Gesprächen [mit Schulen] erlebe ich immer wieder, wie herausfordernd, aber auch wie lernwirksam ehrliche Rückmeldungen sein können und welche wertvollen Entwicklungsimpulse daraus entstehen können.»
Und wie erlebt Markus Schibli Praxisbedeutsamkeit in seiner aktuellen Tätigkeit? «Als Fachperson für Schulevaluation arbeite ich im Rahmen externer Evaluationen eng mit Schulen zusammen, teilweise auch beratend», sagt er. «Gerade in diesen Gesprächen erlebe ich immer wieder, wie herausfordernd, aber auch wie lernwirksam ehrliche Rückmeldungen sein können und welche wertvollen Entwicklungsimpulse daraus entstehen können.» Er betont, dass er vielen Schulen als gut funktionierende Organisationen begegnet, die unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen viel leisten. «Gleichzeitig zeigt sich, dass der Schritt hin zu einer lernenden Organisation im Sinne von Peter M. Senge nicht einfach ist. Der Vergleich mit anderen Schulen und der Umgang mit kritischen Rückmeldungen benötigt Zeit, Vertrauen und geeignete Strukturen.»
Wer schon so lange an Bord ist, wie Markus Schibli, hat auch einen klaren Blick für die nächsten 20 Jahre. «Ich traue der PH FHNW zu, die Praxisverschränkung weiter zu stärken und spürbar Wirkung zu entfalten. Zentrale Themen wie datengestützte Schulentwicklung, aber auch alltägliche Fragen wie die Zusammenarbeit mit Eltern gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung», sagt er. Dazu gehöre aus seiner Sicht zudem auch die kompetente Moderation von Prozessen, vielleicht sogar als Schlüsselkompetenz. Denn «Sie ermöglicht Beteiligung, Verständigung und tragfähige Ergebnisse. Damit wird sie zu einem zentralen Instrument, um Komplexität zu bewältigen und Konflikte konstruktiv zu nutzen – auf Ebene der Schule für Schulleitungen ebenso wie im Unterricht für Lehrpersonen.»


