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22.09.2022 | Hochschule für Soziale Arbeit

Präsentation Studierendenprojekte

Während ihrer praxisorientierten Ausbildung können Bachelor-Studierende konkrete Projekte im Auftrag von Organisationen im Sozial‐, Gesundheits‐ und Bildungswesen bearbeiten. Am 21. September 2022 fand die öffentliche Präsentation der aktuellen Bachelor-Studierendenprojekte in Muttenz statt.

Die Studierenden haben im Rahmen ihres Bachelor-Studiums sechs Projekte durchgeführt:

Analyse sozialer Dienstleistungen in der Nordwestschweiz
In der Nordwestschweiz verlaufen die Kantonsgrenzen quer zu den tatsächlichen Lebensräumen der Menschen: Basel-Stadt, Basel-Land sowie Teile der Kantone Aargau und Solothurn bilden einen durchgehenden funktionalen Raum. Bereits heute bieten in diesem Raum einige Organisationen der persönlichen Sozialhilfe ihre Dienstleistungen kantonsübergreifend an. Vor diesem Hintergrund hat die Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz vier Studierende der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW beauftragt, eine Analyse sozialer Dienstleistungen in der Nordwestschweiz vorzunehmen. Das Projektteam ist der Frage nachgegangen, inwiefern Organisationen in der Nordwestschweiz ihre sozialen Dienstleistungen über ihren Standortkanton hinaus anbieten und inwiefern aus Sicht der Organisationen Bedarf besteht, die kantonsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken. Dazu wurden Interviews mit der Geschäftsleitung von vier Organisationen durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse: 43 Organisationen nahmen an der Befragung teil. Eine Mehrheit von ihnen gibt an, für Klientinnen und Klienten mehrerer Kantone offen zu sein, oft jedoch «nur» für die beiden Basler Halbkantone. Als Hinderungsgründe für eine weitere Öffnung wurden z.B. rechtliche Gründe (Leistungsvereinbarungen) oder fehlende Bekanntheit angegeben. Hauptergebnis der vier Interviews war eine mangelnde Kooperation unter Organisationen desselben Themenbereichs über die Kantonsgrenzen hinaus. Das Projektteam schlägt daher vor, dass die Organisationen desselben Bereichs (z.B. Migration, Armut, Selbsthilfe oder Sucht) eine Bereichsvertretung wählen und gemeinsam finanzieren. Sie soll zum einen die Zusammenarbeit der Organisationen koordinieren (horizontale Funktion), zum anderen die Interessen der Organisationen politisch auf Kantonsebene vertreten (vertikale Funktion), um die Stellen unabhängig der Kantonsgrenzen besser positionieren zu können.

Caritas Aargau und Solothurn
In diesem Projekt wird das Projekt «Co-Pilot» der Caritas Aargau und Solothurn evaluiert. Es wurden zwei Erhebungsverfahren durchgeführt: Eine quantitative Datenerhebung mittels Fragebogen bei den Freiwilligen, wie auch eine qualitative Datenerhebung anhand von sieben qualitativen Interviews mit den Pilot*innen und Co-Pilot*innen. Dabei kam heraus, dass 95% der Befragten bis heute noch in Kontakt stehen und vielen der Pilot*innen durch die Teilnahme am Projekt eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht wurde. Bei vielen Tandems sind mittlerweile Freundschaften entstanden, welche von beiden Seiten gleichermassen geschätzt und gepflegt werden.

Durch Fotos erzählen
Die Stiftung Töpferhaus Aarau bietet Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung eine Unterstützung in ihrer Lebensgestaltung. Das Studierendenprojekt wurde von der dazugehörigen Tagesstätte in Aarau lanciert, welche Menschen zwischen 18 und 65 Jahren einen vielfältigen Ort mit Werk-und Kreativateliers gewährt. Anhand der Methode Photovoice aus der partizipativen Sozialforschung untersuchte die Projektgruppe die Lebenswelt der Teilnehmenden des Kreativ Ateliers. Photovoice folgt einem fotojournalistischen Ansatz, da die sogenannten Co-Forschenden anhand von selbst aufgenommenen Fotos ihre Wahrnehmungen dokumentieren und gemeinsam in Gruppendiskussionen schildern und analysieren. Mit dem sozialpädagogischen Empowerment im Fokus wurden sie ab der partizipativ erarbeiteten Forschungsfrage bis hin zur Auswertung während den Workshops laufend miteinbezogen. Bei der Sichtbarmachung ihrer Ansichten und Anliegen zeigten die Ergebnisse, dass ihnen das Kreativatelier u.a. Sicherheit und Halt vermitteln.

Professionelle Kommunikation als Schlüsselfaktor im Länzerthus - Ein neues Kommunikationskonzept
Das Projekt beschäftigte sich mit der internen Kommunikation im Alters-und Pflegeheim Länzerthus AG. Die Kommunikation spielt in menschlichen Interaktionen eine besondere Rolle. Insbesondere in Institutionen bei denen unterschiedliche Anspruchsgruppen erreicht werden müssen. Mit einem Kommunikationskonzept kann die Verständigung und der Informationsfluss zwischen den Anspruchsgruppen strukturiert und definiert werden. Für die Erarbeitung des Kommunikationskonzeptes für und mit dem Länzerthus dienten diverse Analysen. Die Umfeldanalyse beschreibt unterschiedliche Faktoren und deren Einflüsse auf die Kommunikation im Länzerthus. Für das Endprodukt sind einerseits die Anspruchsgruppen vor Ort und schriftlich befragt und andererseits unterschiedliche Kommunikationsmittel anhand deren Nützlichkeit analysiert worden. Die Ergebnisse aus den Analysen zeigen, zusammengefasst im Kommunikationskonzept, die Wichtigkeit von gemeinsam gelebten Werten in der Kommunikation, die Kommunikationsziele, -botschaften, -mittel und Handlungsvorschläge, um Kommunikation bewusst und steuerbar einzusetzen.

Weiterentwicklung des karitativen Angebotes des Katholischen Fürsorgevereins Baselland - Bedarfsanalyse für mögliche Angebotsentwicklungen zur Unterstützung der Zielgruppen Pflegeeltern sowie von jungen Eltern
Für den katholischen Fürsorgeverein Baselland (KFV-BL) befassten sich die Studierenden mit Unterstützungsangeboten in Bereich Pflegeelternwesen und frühe Elternschaft im Raum Nordwestschweiz. Bei der Bearbeitung wurde die Frage nach einer möglichen Angebotsentwicklung untersucht und darauf aufbauend fachlich begründete Empfehlungen an den KFV-BL formuliert. Hierfür wurden Experteninterviews aufbauend auf einer Bestandsanalyse durchgeführt, sodass je Angebot Kernaussagen herausgearbeitet werden konnten. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass bestehende Angebote aus Sicht der Expertinnen und Experten zweckmässig und weitestgehend ausreichend umgesetzt werden. Punktuelle Versorgungslücken konnten herausgearbeitet und dargestellt werden.

«Zäme» - Inklusion in der Roche AG am Standort Kaiseraugst Handlungsempfehlung bezüglich der Sensibilisierung von Mitarbeitenden in Zusammenarbeit mit Menschen mit einer Beeinträchtigung
Das Projekt „Konkrete Massnahmen damit Menschen mit Beeinträchtigungen, besonderen Fähigkeiten und Bedürfnissen im Pharma Produktionsumfeld arbeiten können“ wurde von der F. Hoffmann-La Roche AG am Standort Kaiseraugst in Auftrag gegeben. Menschen mit Beeinträchtigungen sind oftmals Diskriminierungen und zahlreichen Barrieren ausgesetzt, um auf dem primären Arbeitsmarkt tätig zu werden. Diese Benachteiligung im Lebensbereich der Arbeit und das Fehlen einer sinnstiftenden Arbeit, verhindert eine zufriedenstellende Teilhabe betroffener Personen und hemmt deren Selbstwertgefühl. Ziel des Projektes war es dabei aufzuzeigen, wie nicht-beeinträchtigte Personen auf die Zusammenarbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung vorbereitet werden können. Zentrale Erkenntnisse sind, dass möglichst früh die Mitarbeitenden ohne Beeinträchtigung in den Inklusionsprozess einbezogen werden. Informationsveranstaltungen und Begegnungsmomente fördern dabei die soziale Affinität der Belegschaft.

Projektwerkstatt und Studierendenprojekte

Studierende erhalten während ihres Bachelor-Studiums mit der Projektwerkstatt die Chance, im Rahmen ihrer Praxisausbildung eine konkrete Problemstellung aus der Praxis – in Teamarbeit und von Dozierenden begleitet – zu bearbeiten. Für Organisationen im Sozial‐, Gesundheits‐ und Bildungswesen bieten diese Bachelor-Studierendenprojekte eine Möglichkeit, komplexe Aufgabenstellungen ohne grossen finanziellen Aufwand wissenschaftlich und fundiert von Studierenden bearbeiten zu lassen.

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