Erfahren Sie die wichtigsten Fakten über PFAS und aktuelle Technologien zu deren Bewältigung
Was sind PFAS?
PFAS steht für Per- und Polyfluoralkylsubstanzen. Sie zeichnen sich durch starke Bindungen zwischen Kohlenstoff- und Fluoratomen aus, die kaum abbaubar sind. Deshalb werden sie auch als «Forever Chemicals» bezeichnet.
PFAS sind hitze-, wasser-, öl- und chemikalienbeständig. Diese Eigenschaften machten sie zunächst für militärische Zwecke beliebt, später folgten industrielle und konsumentenbezogene Anwendungen.
Die erste PFAS-Verbindung wurde 1937 synthetisiert, lange bevor ihre schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit bekannt waren. Heute weiss man, dass diese Chemikalien Krebs, Immun- und Stoffwechselerkrankungen, Organschäden sowie Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen verursachen können.
Welche Produkte enthalten PFAS?
PFAS werden seit den 1940er Jahren in einer Vielzahl von Industrie- und Konsumgütern verwendet, darunter:
- Antihaft-Kochgeschirr
- Wasser- und schmutzabweisende Textilien
- Fettabweisende Lebensmittelverpackungen
- Körperpflegeprodukte und Kosmetika, die auf Beständigkeit ausgelegt sind (wasserfest, langanhaltend)
- Reinigungs- und Haushaltsprodukte
- Beschichtete medizinische Implantate
- Skifett
- Dichtungsmittel
- Feuerlöschschäume
Viele Unternehmen verzichten zunehmend auf den Einsatz von PFAS in ihren Produkten. Sie entwickeln alternative Material n und Substanzen, die ähnliche Vorteile bieten, ohne die damit verbundenen Risiken.
Wo kommen PFAS vor?
PFAS kommen in den meisten Umgebungen und Organismen auf der Erde vor, darunter:
- Wasser
- Boden
- Luft
- Pflanzen
- Nahrungsmittel
- Tiere
- Menschen
Was sind die Herausforderungen bei der Entfernung von PFAS?
Starke Bindungen zwischen Kohlenstoff- und Fluoratomen verhindern deren Abbau und führen im Laufe der Zeit zu einer Anreicherung. Es gibt über 50'000 Verbindungen, die Kohlenstoff-Fluor-Bindungen aufweisen. Das bedeutet, dass es keine einheitliche Methode gibt, um sie einzufangen und zu entfernen.
PFAS mit langen chemischen Ketten sind am giftigsten und reichern sich am stärksten an. Sie lassen sich relativ einfach mit Kohlenstoffabsorptionsverfahren auffangen. Kurzkettige PFAS sind zwar weniger giftig, aber hartnäckiger; sie können jedoch mit Ionenaustauscherharzen aufgefangen werden. Oft ist es vorteilhaft, eine Kombination verschiedener Techniken einzusetzen, um PFAS unterschiedlicher Kettenlänge aufzufangen.
Derzeit ist es möglich, PFAS aus Wasser und aus dem Boden zu entfernen. Experimentelle Methoden zur Entfernung von PFAS aus der Luft, aus Pflanzen, Lebensmitteln, Tieren und Menschen sind noch nicht validiert, befinden sich jedoch in der Entwicklung.
Was unternehmen die Behörden gegen PFAS?
Seit Beginn der 2000er Jahre haben europäische Regierungen eine Reihe von Gesetzen und Richtlinien eingeführt. Dazu gehören die Reduktion oder der Verzicht auf die Verwendung von PFAS in Produkten sowie die Festlegung gesetzlicher Grenzwerte für die PFAS-Konzentration im Trinkwasser.
Diese Vorschriften bedeuten, dass Unternehmen alternative Materialien und Stoffe für die von ihnen hergestellten Produkte finden müssen. Auch Wasser- und Bodenbewirtschaftungsbehörden sowie Unternehmen benötigen neue Lösungen zur Messung, Entfernung und Bewirtschaftung von PFAS.
Was unternimmt die FHNW in Bezug auf PFAS?
Das PFAS-Kompetenzzentrum an der Hochschule für Life Sciences FHNW kann Unternehmen und Behörden dabei unterstützen, PFAS besser zu verstehen, zu messen und zu handhaben.
Ausserdem bieten wir Bachelor-, Master- und Weiterbildungsprogramme sowie Kurse im Bereich der PFAS-Analyse und -Sanierung an.