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Studienreise Oslo - Learnings from Norway

Skandinavische Länder gelten als Vorreiter der digitalen Transformation im Bauwesen. Dort wird schon umgesetzt, was hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt. Das in diesen Ländern vorhandene Wissen ist damit ungemein wertvoll für die zukünftige Entwicklung der Schweizer Bauwirtschaft. Lucien Zenners fasst zusammen, gibt Einblick und erzählt von seinen Highlights der Studienreise.

«Eine internationale Studienreise gehört als fester Bestandteil zum Curriculum des MSc FHNW VDC. Um vom in Skandinavien vorhandenen Wissen und den Erfahrungen zu lernen, führte diese erste Studienreise nach Oslo, Norwegen. Eine Woche lang durften wir uns intensiv mit verschiedenen Fachexpert*innen unterschiedlicher Disziplinen austauschen.

Im Architekturbüro Snøhetta bekamen wir Einblick in Design, Arbeitsphilosophie sowie den Einsatz parametrischer Werkzeuge im Entwurfs- und Planungsprozess. Beeindrucken fand ich, wie für jeden Arbeitsschritt die richtigen Werkzeuge genutzt werden. Analoges und digitales Arbeiten ergänzen und gleichen sich aus. Vielleicht lässt sich damit auch ihr eindrückliche Projektportfolio erklären.

Vertreter von Statsbygg, der norwegischen öffentlichen Verwaltungsbehörde, die sich mit dem öffentlichen Erbe befasst, zeigten einige der grössten und komplexesten Hochbauprojekt, die in Norwegen gerade laufen. Speziell hervorgehoben wurde dabei das Konzept der «Systematic Completion», dass entscheidend zum Erfolg dieser Projekte beiträgt.

Die Firma Lean Communication zusammen mit der Bauunternehmung Hent brachte uns die Prinzipien von Lean Construction und der TAKT-Planung näher. Das erlangte Wissen wurde daraufhin mit einem ausgeklügelten TAKT-Game auf die Probe gestellt und gefestigt. Ich durfte die Rolle des Bauherrn übernehmen in welcher mir nochmals bewusst wurde, wie schwierig es für alle Projektbeteiligten ist, ihren Job zu machen, wenn Entscheide verspätet getroffen oder späte Änderungen gewünscht werden. Die erlernten Prinzipien und die TAKT-Planung bieten, unter anderem dafür, dringend benötigte Lösungen.

Bei Trimble Solution konnten wir uns einen Vormittag lang mit den Praxispartnern des aktuellen Integrationsprojektes austauschen. Es war eindrücklich zu sehen, wie dort schon Dinge umgesetzt werden, die hierzulande noch in den Kinderschuhen stecken.

Die Planer Amberg Norge zeigten einige der eindrücklichsten Infrastrukturprojekte, die in den kommenden Jahren in Norwegen anlaufen. Zudem gewährten sie Einblick in ihre digitalen Prozesse und Methoden. Auch als Nicht-Bauingenieur konnte ich mich nicht an den modellbasierten Schalungs- und Armierungsplänen oder der Bestandesaufnahme mittels Photogrammetrie satt sehen.

Neben der intensiven Wissensaneignung standen selbstverständlich auch lockere Aktivitäten auf dem Programm. So gab es zum Beispiel eine Führung durch das berühmte Opernhaus von Oslo oder ein Essen im Restaurant Holmenkollen in der Nähe der Skisprungschanze. Auch für einen spontan von uns Studierenden organisierten Besuch einer Sauna mit Blick auf den Fjord war Zeit.

Bei all diesen Einblicken, die wir erhalten haben, war für mich am eindrücklichsten, wie viel Vertrauen die Projekt- und Vertragspartner sich in Norwegen entgegenbringen. Es zeigt einfach, dass nicht alles über die neusten digitalen Tools gelöst werden kann. Vielmehr braucht es einen Kulturwandel, bei dem gemeinsam, führ- statt gegeneinander Bauprojekte realisiert werden.» Lucien Zenners, Architekt BA FHNW, 2. Semester MSc FHNW VDC Vollzeit

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