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Fachstelle Philosophieren mit Kindern

Sieht jeder dasselbe Blau, das ich sehe? Versteht mich meine Katze? Wer bin und woher komme ich? Kinder interessieren sich bereits früh für grundlegende Fragen des Menschen. Philosophieren mit Kindern ist eine Unterrichtsform, welche dieses Interesse aufnimmt und Schülerinnen und Schüler ab dem Kindergarten darin fördert, im gemeinsamen Gespräch über grundlegende Fragen nachzudenken.

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Für den Lehrplan 21 der Deutschschweizer Volksschulen ist die Idee der Bildung leitend. Dieses übergeordnete Ziel von Unterricht beinhaltet, dass Kinder und Jugendliche in der Schule Wissen und Kompetenzen erwerben, die ihnen erlauben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten sowie das gesellschaftliche Leben verantwortungsvoll mitzugestalten. In diesem Bildungsprozess treffen Schülerinnen und Schüler auch auf allgemeine und grundlegende Sinn- und Reflexionsfragen wie zum Beispiel: 

  • Ist jeder seines Glückes Schmied? Was ist ein gutes Leben? Was bedeutet Glück oder der Sinn des Lebens? Was ist wünschenswert und wertvoll?
  • Welche Rechte hat ein Mensch/Kind? Was ist gerechtes Handeln und eine gerechte Gesellschaft? Wie sollen wir handeln?
  • Was heisst es, etwas zu wissen und zu erkennen? Ist die Welt noch da, wenn ich schlafe? Welches sind die Grenzen unserer Erkenntnis?
  • Wer war ich? Wer bin ich? Wer will ich sein? Was ist unter persönlicher Identität zu verstehen?

Tatsächlich interessieren sich Kinder als Weltneulinge bereits früh für philosophische Fragen. Doch das Interesse und Gespür für solche Fragen bedeuten nicht, dass Kinder ohne Weiteres in der Lage sind, diese selbständig und ergiebig zu bearbeiten. Dazu ist ein Know-how im Sinne von speziellen Denk- und Reflexionshandlungen nötig, welche die Kinder erlernen und einüben müssen. Diesen Überlegungen trägt der neue Lehrplan 21 Rechnung, indem er Lehrpersonen den Auftrag gibt, bereits Kinder ab dem Kindergartenalter beim Aufbau von philosophischer Reflexionskompetenz zu fördern und zu unterstützen. Sie sollen gemäss diesem Auftrag regelmässig Gelegenheit erhalten und lernen, Grunderfahrungen, Werte und Normen zu erkunden. 

Erprobte didaktische Konzepte für ein sogenanntes „Philosophieren mit Kindern“ eignen sich ausgezeichnet dafür, um diesen Auftrag umzusetzen. Es handelt sich dabei um einen Unterricht, in dem Kinder – oft ausgehend von einer kurzen Geschichte – im Gespräch lernen, philosophische Fragen zu stellen und diese gemeinsam zu klären. Die Lehrperson hält sich dabei zurück und lenkt nicht auf bestimmte inhaltliche Erkenntnisziele hin. Philosophische Gespräche sind geprägt durch inhaltliche Offenheit, Initiative der SchülerInnen, Kontroversität und Vieldeutigkeit. Die Lehrperson unterstützt die Kinder bei der Ausbildung und Einübung von folgenden Kompetenzen, die im Zentrum des gemeinsamen Nachdenken-Könnens stehen:

  • Kommunikativ-kooperative Kompetenz: Durch das dialogische Setting lernen die Kinder einerseits, ihre Meinungen und Argumente möglichst klar auszudrücken, so dass die anderen sie verstehen können. Andererseits lernen die Kinder, den anderen zuzuhören und auf deren Beiträge einzugehen, denn die Antworten auf die Ausgangsfrage sollen in einem kooperativen Miteinander durch Rede und Gegenrede entwickelt und differenziert werden. Dabei lernen die Kinder drittens, die Redefreiheit zu achten und mit Beiträgen anderer respektvoll umzugehen.
  • Kritisch-reflexive Kompetenz: Um grundlegende Fragen mit Gewinn erhellen zu können, genügt ein reiner Meinungsaustausch nicht. Beim Philosophieren lernen die Kinder, sich nicht ohne Weiteres mit bestimmten vorgebrachten Meinungen und Argumenten zufrieden zu geben, sondern diese zu hinterfragen, durch Gegenbeispiele herauszufordern und konstruktiv weiterzuentwickeln.
  • Kreative Kompetenz: Damit das Gespräch anregend und fruchtbar wird und bleibt, ist es auf Einfälle und neue Ideen der SchülerInnen angewiesen. Gefragt sind gedanklich-sprachliche Kreativität, z.B. ein gewagtes Gedankenexperiment oder eine innovative Metapher.

Die Fachstelle Philosophieren mit Kindern ermöglicht Lehrpersonen in der Aus- und Weiterbildung Zugänge zum Philosophieren mit Kindern, wobei der Praxisbezug im Fokus steht. Des weiteren führt die Fachstelle Projeke zur Erforschung und (Weiter-) Entwicklung des Philosophierens mit Kindern durch.

Angebote auf der Webseite

Neben Informationen zur Medienstelle und zu aktuellen Weiterbildungsangeboten finden Sie im Untermenu "Ideenkiste – Materialien" eine Sammlung von konkreten Unterrichtsbeispielen sowie ausgewählte publizierte Fachartikel zum Philosophieren mit Kindern.

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Christoph Buchs
Christoph Buchs Leiter Fachstelle Philosophieren mit Kindern
Telefon : +41 32 628 67 67 (Direkt)

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