Untersuchung von Wirkstoff-Träger-Kombinationen und -Mengen zur Bestimmung ihres Einflusses auf die Auflösung
Manche Arzneimittel lösen sich im Körper nicht gut auf, was bedeutet, dass sie nicht richtig resorbiert werden können und nicht die gewünschte therapeutische Wirkung entfalten. Um dieses Problem zu lösen, können diese Arzneimittel als amorphe feste Dispersionen (ASD) formuliert werden. Bei ASDs wird die kristalline Molekülstruktur eines Wirkstoffs chemisch in eine amorphe Struktur umgewandelt und mithilfe eines festen Polymerträgers dispergiert.
Diese Formulierungsstrategie funktioniert bis zu einem bestimmten Punkt gut. Werden grössere Mengen eines Wirkstoffs in die Formulierung eingebracht, löst er sich möglicherweise nicht zusammen mit dem Polymer auf, sondern rekristallisiert und führt zu einer unregelmässigen Freisetzung. Dieser Punkt wird als Kongruenzgrenze (LoC) bezeichnet und muss insbesondere bei Formulierungen, bei denen eine grössere Wirkstoffmenge benötigt wird, unbedingt ermittelt werden.
In Zusammenarbeit mit Nisso Chemical Europe hat unser Team einen neuen Test entwickelt, der die intrinsische Auflösung von Arzneimitteln misst, die als amorphe feste Dispersionen formuliert sind und bei denen Hydroxypropylcellulose (HPC) von Nisso als Träger verwendet wird.
Bei höheren Wirkstoffkonzentrationen (30 % oder mehr) ist es wünschenswert, HPC zusammen mit anderen Additiven in der Formulierung zu verwenden, um die Stabilität und Freisetzung des Wirkstoffs zu verbessern. Wir haben Berechnungswerkzeuge entwickelt, um ideale Verhältnisse von verschiedenen Wirkstoffen, Trägern und Additiven vorherzusagen.
Schliesslich arbeiten wir derzeit gemeinsam mit Nisso an der Möglichkeit, eine neue Klasse von Molekülen, sogenannte Proteolyse-zielende Chimären (PORTACs), unter Verwendung von HPC zu formulieren. PORTACs vereinen einige Eigenschaften von kleinen Molekülen und Biologika und sind, ähnlich wie Biologika, für die orale Verabreichung schwierig oder unmöglich. Aufbauend auf der Arbeit, die wir im Rahmen des „Horizon Europe“-Projekts FASS geleistet haben, ist es unser Ziel, diese neuen Medikamente oral einnehmbar und vom Körper resorbierbar zu machen.
Ziele und Resultate
Messung der intrinsischen Auflösung von Extrudaten
Vorhersage des idealen Verhältnisses von Wirkstoff, HPC und Additiven
Einsatz von HPC und anderen Additiven zur Formulierung von Proteolyse-zielenden Chimären (PORTACs)
Bildergalerie



Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Orale Formulierungen für chemische Wirkstoffe
- Themen
- Artificial Intelligence und Machine Learning, Biologie und Chemie, Data Science und Engineering, Gesundheit und Medizin, Pharma-, Medizin- und Biotechnologie
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Life Sciences FHNW / Institut für Pharmatechnologie und Biotechnologie
- Partner
- Nisso Chemical Europe
- Volumen
- Erste Phase: 2025-2026
Zweite Phase: 2026-2027 - Team
- Martin Kuentz
Andreas Niederquell
Noemi Gattiger
Edmont Stoyanov
Kontakt
Prof. Dr. Martin Kuentz
- Telefon
- +41 61 228 56 42
- martin.kuentz@fhnw.ch
