LC-MS/MS-Profilierung der Flavonoidzusammensetzung und Bewertung der antioxidativen Kapazität von 24 verschiedenen Bambusarten
Bambus ist eine reichhaltige Quelle für Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben viele positive physiologische Wirkungen, darunter entzündungshemmende, antioxidative, antivirale und Anti-Aging-Eigenschaften sowie die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden sie bereits seit Langem genutzt [1]. Heute wird Bambus häufig in Kosmetika sowie in der Textil- und Lebensmittelindustrie verwendet.
Wir untersuchten 24 in der Schweiz angebaute und geerntete Bambusarten der Gattungen Phyllostachys, Fargesia murielae und SasaDie getrockneten Blätter wurden gemahlen und mittels beschleunigter Lösungsmittelextraktion (ASE) extrahiert. Die Reinigung der Proben vor der LC-MS/MS-Analyse erfolgte durch Festphasenextraktion (SPE).
Ergebnisse
Die LC-MS/MS-Methode zur Quantifizierung der wichtigsten Bambusflavonoide hat sich als robust und valide erwiesen.

Verschiedene Bambusarten lassen sich anhand ihres jeweiligen Flavonoidprofils klar unterscheiden. Darüber hinaus weisen verschiedene Bambusgattungen charakteristische Muster einzelner Flavonoide auf.


Im Vergleich zu Fargesia murielae und Sasa weist Phyllostachys-Bambus im Allgemeinen sowohl einen höheren Gesamtgehalt als auch einen höheren Gehalt an einzelnen Flavonoiden auf. Tricin kommt dagegen am häufigsten in Sasa-Bambus vor. Die antioxidative Kapazität war bei allen Bambusgattungen ähnlich. Die Hauptkomponentenanalyse, die auf den Flavonoidgehalten der 24 verschiedenen Bambusarten basiert, zeigt deutliche Ähnlichkeiten innerhalb einer Gattung und Unterschiede zwischen den Gattungen.
Schlussfolgerung
Es wurde eine robuste LC-MS/MS-Methode zur Quantifizierung von Flavonoiden in Bambusblattextrakten entwickelt. Alle Bambusgattungen weisen hohe Radikalfänger-Eigenschaften auf. Mithilfe der DHauptkomponentenanalyse ist eine einfache Unterscheidung zwischen den Bambusarten möglich. Weitere Studien zu anderen positiven physiologischen Wirkungen von Bambus werden derzeit in unseren Labors durchgeführt.
[1] Lu B., Wu, X., Tie X., Zhang Y. Toxicology and safety of anti-oxidant of bamboo leaves. Food and Chemical Toxicology, 43 (2005), 783-792.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Instrumentelle Analytik
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Life Sciences FHNW / Institut für Chemie und Bioanalytik
- Partner
- Organic Bamboo Industries AG
- Mitarbeit
- Timm Hettich, Jenny Dold, Christian Gerig, Götz Schlotterbeck
Kontakt

Prof. Dr. Stefan Gaugler
- Telefon
- +41 61 228 50 98
- stefan.gaugler@fhnw.ch
