Herstellung funktioneller innovativer Inhaltsstoffe aus Nebenprodukten der Papier-, Agrar- und Lebensmittelindustrie
Nebenprodukte aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie sowie aus Papierfabriken sind eine Quelle für bislang ungenutzte organische Fraktionen. Diese lassen sich zu sicheren mikrobiellen Biomassen, funktionellen Inhaltsstoffen und Zwischenprodukten verarbeiten, darunter Präbiotika, vorfermentierte Inhaltsstoffe, Biokunststoffe und Chemikalien.
Im Rahmen des INGREEN-Projekts verwenden wir biobasierte Inhaltsstoffe und Materialien, um innovative funktionelle Produkte für die Bereiche Lebensmittel, Futtermittel, Verpackung, Pharmazeutika, Nutrazeutika und Kosmetika herzustellen. Wir werden validierte, massgeschneiderte Biotechnologien auf der Grundlage sicherer Mikroorganismen oder umweltfreundlicher Ansätze entwickeln. Zudem optimieren wir die Logistik- und Lagerbedingungen, um den Fluss von Rohstoff zu den Herstellern biobasierter Prototypen zu begünstigen.
INGREEN möchte in industriellen Umgebungen die Effizienz und Nachhaltigkeit der Zielbiotechnologien zur Herstellung folgender Produkte demonstrieren:
- Lactobionsäure (LBA), Galactooligosaccharide (GOS), mikrobiell unbedenkliche Biomasse aus Molke,
- Polyhydroxyalkanoate (PHA) angereicherte Biomasse als Präbiotika aus Abwässern von Papierfabriken,
- gereinigtes PHA als Biokunststoff aus Papierfabrikabwässern,
- funktionelle vorfermentierte Inhaltsstoffe aus Roggen- und Weizenmahlfraktionen.
Für innovative funktionelle Käseprodukte, Backwaren und nahrhafte Futtermittel werden sichere und charakterisierte INGREEN-Zutaten verwendet. Zur Herstellung von präbiotischen, immunstimulierenden Gelen, nutrazeutischen Nahrungsergänzungsmitteln und Reinigungsmitteln für die menschliche Gesundheit werden funktionelle GOS, LBA und vorfermentierte Kleie verwendet.
Um die Nachhaltigkeit des Prototyps zu verbessern, wird das biologisch abbaubare Material von INGREEN zu Bag-in-Box-Verpackungen verarbeitet. Die Sicherheit, Haltbarkeit, Qualität und Funktionsleistung des Prototyps werden mit Benchmarks verglichen. Während des gesamten Projekts wenden wir Lebenszyklusanalysen (LCA), Lebenszykluskostenberechnungen (LCC), fundierte Business Cases und Pläne sowie die Einhaltung der REACH-Verordnung und der einschlägigen EU-Sicherheitsvorschriften an, um die Vorteile des Prototyps im Vergleich zu Benchmarks zu bewerten. Die Produktspezifikationen von INGREEN dienen der Definition und Standardisierung der regulatorischen Anforderungen für Ergebnisinnovationsvereinbarungen, Marktakzeptanz und gesellschaftliche Akzeptanz.
Die Hochschule für Life Sceinces FHNW wird einen Produktprozess für GOS unter Verwendung von immobilisierter und geschützter Laktase in Membranbioreaktorsystemen entwickeln. Zudem werden wir die Ökoeffizienz der entwickelten Technologien mithilfe von LCA und dem Kreislaufwirtschaftsgesetz der EU bewerten sowie die Toxizität der Endprodukte untersuchen.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Umweltbiotechnologie, Molekulare Nanotechnologie, Nachhaltiges Ressourcenmanagement und Zellbiologie und in vitro Toxikologie
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Life Sciences FHNW / Institut für Chemie und Bioanalytik
- Förderung
- EU Horizon 2020 GA No 838120
- Laufzeit
- 2019 – 2023
- Mitarbeit
- Enzymatischer Prozess in MBR – Philippe Corvini, immobilisierte/geschützte Laktase – Patrick Shahgaldian, Lebenszyklusanalyse – Christoph Hugi, Toxizität – Laura Suter-Dick.
Contact

Prof. Dr. Philippe Corvini
- Telefon
- +41 61 228 54 85
- philippe.corvini@fhnw.ch