Gewinnung und Verwertung von Proteinen und bioaktiven Molekülen aus Hülsenfrüchten, Pilzen sowie agroindustriellen Nebenprodukten aus der Kaffeeverarbeitung
Agroindustrielle Restbiomasse sowie Nebenprodukte und Nebenprodukte der Lebensmittelproduktion, beispielsweise Hülsenfrüchte, Pilze und Kaffee sind potenzielle Quellen für wertvolle Inhaltsstoffe. Die Wege zu ihrer Verwertung stecken jedoch noch in den Anfängen. Das von der EU finanziertes Projekt Prolific zielt aufdie Entwicklung integrierter Prozesskaskaden für die Extraktion und Verwertung von Proteinen und bioaktiven Molekülen aus agroindustriellen Nebenprodukten von Hülsenfrüchten, Pilzen und Kaffee ab.
Um eine produktive Verwertung ungenutzter Biomassestrom zu erreichen, konzentrieren sich die Aktivitäten und Partner des Projekts auf einen zentralen Innovationszyklus. Diesen treiben industrielle Endnutzer voran, die die Bedürfnisse ihrer Kunden sowie die technischen Einschränkungen und das industrielle Umfeld in ihrem jeweiligen Sektor genau kennen.
Im Rahmen des Prolific-Projekts setzt das Konsortium eine Reihe von Verarbeitungstechnologien ein, um aus industriellen Verarbeitungsrückständen von Hülsenfrüchten (Erbsen-, Bohnen- und Kichererbsensamen), Pilzen (Schnittgut und Myzel verschiedener Arten) sowie Kaffee (Silberhautrückstände und nicht konform geröstete Samen) erhebliche Mengen an Proteinen/Peptiden und anderen wertvollen Verbindungen wie Carotinoiden, Phenolen, Koffein und Ballaststoffen zurückzugewinnen.
Die Projektpartner skalieren die wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Extraktions-, enzymatischen Modifikations- und Konditionierungstechniken in einem für die Industrie relevanten Umfeld hoch. Dadurch ist die Produktion der für die Herstellung von 16 Produktprototypen für die Lebensmittel-, Futtermittel-, Verpackungs- und Kosmetikbranche erforderlichen Mengen an Verbindungen und Fraktionen möglich.
Im Rahmen des Prolific-Projekts werden die ökologischen, gesellschaftlichen, ethischen, sicherheitsrelevanten und regulatorischen Aspekte in jeder Phase der angestrebten Wertschöpfungsketten bewertet. KMU und grosse Unternehmen werden eine wettbewerbsfähige Nutzung von Biomasse erreichen und zusätzliche Investoren anziehen. Die Geschäftsstrategien der Industriepartner für die zukünftige Marktdurchdringung umfassen die klare Identifizierung der Kundenbedürfnisse sowie die Vorbereitung von Werbegeschenken in Form von Lebensmittel- und Kosmetikprototypen, die als Belohnung für das Ausfüllen von Fragebögen zu den Prolific-Produkten vergeben werden. Dies wird mit intensiver Verbreitung und Kommunikation verbunden.
Die Hochschule für Life Sciences FHNW wird immobilisierte bzw. geschützte Proteasen zur Herstellung bioaktiver Peptide entwickeln. Zudem werden wir den Gehalt an Schwermetallen in den Proteinfraktionen bewerten sowie die Ökoeffizienz der entwickelten Technologien anhand einer Lebenszyklusanalyse und unter Berücksichtigung des EU-Kreislaufwirtschaftsgesetzes beurteilen.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Umweltbiotechnologie
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Life Sciences FHNW / Institut für Chemie und Bioanalytik
- Förderung
- EU Horizon 2020 GA no. 790157
- Laufzeit
- 2018 – 2022
Kontakt

Prof. Dr. Philippe Corvini
- Telefon
- +41 61 228 54 85
- philippe.corvini@fhnw.ch

Dr. Markus Lenz
- Telefon
- +41 61 228 56 86
- markus.lenz@fhnw.ch