Auf drei Stockwerken im PTC bietet die Chemie-Pilotanlage lokalen Unternehmen ein Testfeld von der Dosierung bis zu Trennverfahren auf dem neuesten Stand der Technik.
Je nach Fragestellung stehen in der Chemie-Pilotanlage eigene Reaktoren zur Verfügung: Ein Scale-down Reaktor dient der präzisen Reaktionsmodellierung im Rührkessel oder als Filterreaktor für Festphasenreaktionen; im Explosionsreaktor lässt sich die thermische Prozesssicherheit von explosiven Reaktionen testen; und wir arbeiten auch mit 3D gedruckten kontinuierlichen Reaktoren.
Es ist möglich, die industriell gängigen Filtrations-, Trocknungs- und Destillationsverfahren in die Pilotierung zu integrieren. Diese Trennverfahren können kontinuierlich betrieben werden und sind mit eigener Lösemittelregeneration und Abwasserneutralisation ausgestattet. Die wichtigsten modernen Simulationstechniken für die thermischen Trennoperationen stehen zur Verfügung.
In jedem Bereich überwacht ein Inline-Analytiksystem Prozessparameter und liefert die Grundlage für Energiebilanzierungen, Umweltverträglichkeitsstudien und Simulationen für weitere Optimierungen.
FHNW-Studierende werden hier mit neuesten Verfahrenstechnologien fit gemacht für die Industrie 4.0. Ihnen werden unter anderem die wichtigsten Elemente der Prozesssicherheit im Rahmen der Verfahrensentwicklung gezeigt: Reaktionskalorimetrie, thermische Zersetzung, Explosionsdruckmessung, Druckentlastung und die dazugehörige Prozessmodellierung.
Im Verein Miniplant 4.0 werden die an der HLS entwickelten neuartigen Reaktoren oder Prozesse in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen in die Praxis überführt und stärken damit die Rolle der FHNW im Bereich der Translationalen Forschung.
Ein Blick in die Anlage



Die Masterstudenten This Zahnd und Benedikt Brönnimann sammeln direkte Erfahrungen in der Modellierung und im Management gefährlicher Prozesse in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. 
This Zahnd führt die Fliessreaktion in einer Sicherheitshandschuhbox durch. 
Infrastruktur
- Neo Process Control System (PCS) zur Einbindung und Testung von Teilanlagen mittels Module Type Package (MTP).
- Scale-Down Reaktor 1-5 L, -1 bis 10 bar, 0 -150 °C (Glas /Hastelloy C22). Kann als Reaktionskalorimeter genutzt werden, für das Testen von Sicherheitsmassnahmen wie Notkühlungen oder auch für Festphasen-Synthesen (Peptide, Oligonukleotide).
- Explosionsreaktor 10-150 mL, -1 bis 300 bar, 20-200 °C (Hastelloy C22). Kann auch als High-Phi-Factor Kalorimeter für die Untersuchung von Zersetzungen genutzt werden (gerührte Messungen mit Druckmessung).
- Hydrierautoklav 2 L, -1 bis 40 bar, -20 bis 200 °C (Hastelloy C22).
- Sicherheits Glove Box für sicherheitstechnisch anspruchsvolle Versuche. Optional mit Stickstoff inertisierbar. Sicherheitswäscher, Sauerstoff und UEG Messung sind ebenfalls integriert.
- Reaktionskalorimeter 250 ml, 20-150°C (Heat-Flow Prinzip, Glas).
- Differential scanning calorimeter (DSC) -80 bis 600 °C.
- Thermogravimetrische Analyse (TGA).
Kontakt

Prof. Dr. Andreas Zogg
- Telefon
- +41 61 228 58 25
- andreas.zogg@fhnw.ch
Hochschule für Life Sciences FHNW
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Hochschule für Life Sciences
Hofackerstrasse 30
4132 Muttenz