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Schweden: Linköping I

Nicola Bischofberger plante ein Jahr in Schweden und bliebt gleich ein zweites. Der Hauptgrund seines Aufenthalts, er spielt neben dem Studium als Halbprofi Unihockey und seine sportliche Karriere konnte er an einem ortsansässigen Unihockeyverein fortführen.

Name: Nicola Bischofberger
Studium: Primarstufe 1-6, PH FHNW
Auslandssemester: Linköping Universität, Schweden, Linköping (2020–2022)

Vorbereitung

Meine Ausgangslage ist wahrscheinlich nicht dieselbe, wie sie bei anderen Studierenden gegeben ist. Ich spiele als Halbprofi Unihockey und mache das Studium nebenbei. Mir war es stets wichtig, in meiner beruflichen wie auch sportlichen Karriere Fuss zu fassen. Darum habe ich mich den auch für ein Auslandsjahr in Linköping entschieden, da ich schon seit mehreren Jahren ein Angebot vom ortsansässigen Unihockeyverein erhalten hatte. Der ausschlaggebende Punkt, warum ich mich für das Auslandsjahr entschieden habe, war, dass ich mit diesem Schritt gleichzeitig auf meine sportliche wie auch berufliche Karriere setzen konnte. Die Universität in Linköping ist riesig und es liess sich super mit meinem Studium zur Primarlehrperson vereinbaren, da sehr viele Kurse für den Lehrerberuf angeboten werden. Die Universität in Linköping hatte vor mir noch keine Vereinbarung mit der FHNW. Doch dank unserem Sportchef, welcher bei der Universität Druck gemacht hat und dem unermüdlichen Einsatz von Frau Ronsdorf, habe ich die Möglichkeit für ein Erasmusstudium an der Uni Linköping erhalten.

Für den Aufenthalt habe ich ein Visum beantragt. Für ein Land der EFTA ist dieses notwendig. Es war jedoch nicht schwierig, ein Visum für Schweden zu bekommen.

Geplant habe ich meinen Aufenthalt schon länger. Da ich jedoch schon sehr lange mit Linköping geliebäugelt habe, und die Uni wie gesagt noch keine Vereinbarung mit der FHNW hatte, war dies auch nötig. Ich habe schon etwa 6 Monate vor dem Austauschjahr mit den Planungen begonnen.

Für den Aufenthalt habe ich speziell viele Kleider und gute Ausrüstung für in der Natur mitgenommen. Im Studentenleben an der Uni, sowie in der Freizeit mit den Kollegen, war ich sehr viel draussen unterwegs.

Anreise/ Ankommen

Die Anreise war bei mir ebenfalls speziell, da ich schon von Anfang an wusste, dass ich ein ganzes Jahr bleiben werde. Daher habe ich mich dazu entschieden, mit dem Auto nach Schweden zu reisen, um vor flexibler zu sein. Vor Ort habe ich das Auto jedoch nur selten benutzt, für spezielle Ausflüge war es jedoch schon sehr hilfreich.

Die ersten Tage waren sehr speziell. In einem anderen Land zu wohnen und auf sich allein gestellt zu sein, fordert einem sehr heraus und ich konnte aus dieser Situation unendlich viele Sachen lernen. Die Ansprechperson vor Ort war für mich die Studienkoordinatorin, welche ich jederzeit per E-Mail angeschrieben habe.

Direkt bei der Ankunft an der Uni wurden trotz Corona diverse Aktivitäten angeboten, um sich mit anderen ausländischen Studenten anfreunden und den Ort besser kennenlernen zu können.

Unterkunft und Verpflegung

Die Unterkunft wurde mir durch meinen Unihockeyverein organisiert. Ich hatte eine eigen kleine 1.5 Zimmer Wohnung direkt in der Stadt. Da man in Linköping sehr oft mit dem Velo unterwegs ist (auch im Winter, weil die Velowege beheizt werden) war auch die Uni sehr gut erreichbar.

Das Essen in Schweden hat seine Eigenheiten, an die man sich gewöhnen muss, was aber für jedes fremde Land gilt. Es gibt sehr oft Kartoffeln als Beilage, habe ich gemerkt. Jedoch gibt es keine grundlegenden Unterschiede zur Schweiz finde ich.

Die Hochschule

Der Unterricht war vor allem am Anfang sehr herausfordernd für mich, aufgrund der englischen Sprache. Ich gewöhnte mich jedoch sehr schnell daran und so konnte ich auch grosse sprachliche Fortschritte in Bezug auf mein Englisch erzielen. Die Unterrichtseinheiten waren immer sehr unterhaltsam vorbereitet. Die Module waren sehr unterschiedlich und abwechslungsreich gestaltet. Von Vorlesungen über Theater spielen bis zu aktiven Einheiten in der Natur wurde alles geboten. Das Hochschulleben war aufgrund von Corona schon sehr stark eingeschränkt. Ich bin dadurch immer ein bisschen mit der gleichen Gruppe unterwegs gewesen und habe mit ihnen auch neben dem Unterricht ausserschulische Sachen unternommen. Wie gesagt, waren die Aktivitäten, welche sonst von der Uni angeboten werden, wie ich gehört habe, sehr eingeschränkt.

Kontakt zu finden war für mich aber trotzdem sehr einfach. Das wichtigste ist, dass man von Anfang an offen auf die fremden Studenten zugeht, um direkt Anschluss in einer Gruppe zu finden.

Die Module sind aus meiner Sicht viel motivierender gestaltet wie an der FHNW. Die Dozenten haben immer wieder versucht, vielseitigen Unterricht zu gestalten, wodurch grosse Motivation geweckt worden ist. Eintönige Vorlesungen gab es nur wenige. Die Lehrgänge waren immer nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut: wir Studenten mussten uns durch Lektüre zu Hause für den Unterricht vorbereiten, um dann im Unterricht durch aktive Mitarbeit das Wissen zu vertiefen und anzuwenden.

Da ich, wie bereits erwähnt, auch in der Schweiz nicht immer Vollzeit studiert habe, habe ich dies in Schweden auch nicht gemacht. Ich habe in den beiden Semestern je 15 ETCS Punkte gemacht. Dies waren 3 grosse Module. Das erste Modul war «International Drama Communication». Dort konnte ich meine Skills in der Kommunikation und in Bezug auf meine Auftrittskompetenz verbessern. Das zweite Modul war «Outdoor Education». In diesem Modul ging es darum, wie man Unterricht in der Natur gestalten kann. Dies war auch das Modul, wo wir am meisten Aktivitäten in der Natur selber durchgeführt haben. Das dritte Modul und auch mein Lieblingsmodul war das «teaching practice» Modul. In diesem Modul konnten wir Online an einer Indischen Schule eine ganze Klasse unterrichten. Das war ein sehr spannendes Erlebnis und auch sehr hilfreich für mein zukünftiges Leben als Lehrperson.

Land und Leute

Die Menschen sind sehr zuvorkommend und freundlich in Schweden. Egal wo, sei es an der Kasse im Supermarkt oder in der Stadt, sind die Menschen sehr offen und freundlich, wenn man jemanden um Hilfe bittet.

Ich finde die kulturellen Unterschiede zur Schweiz sind nicht sehr gross, im Vergleich zu anderen Ländern. Die Verhaltensweisen der Menschen in Schweden sind sehr gut mit denjenigen der Schweiz zu vergleichen, finde ich.

Freizeit

In meiner Freizeit war ich sehr oft in der Natur. Ich war begeistert von der unberührten Natur mit den vielen Seen, welche man in Schweden vorfindet. Sehr oft habe ich auch Golf gespielt, was von vielen Schweden sehr oft ausgeübt wird.

Persönliches Fazit

Für mich war es sehr schwierig passende Module an der Universität in Linköping zu finden, mit denen ich auch einen gewissen Bezug zu einem Modul in der Schweiz herstellen konnte. Da das System mit den Modulen in Schweden anders aufgebaut ist (es gab kein Modul unter 7.5 ETCS Punkten), war es für mich sehr schwierig, mir fehlende Module auf diese in Schweden aufzuteilen. Die Schwierigkeit lag darin, dass ich mich mit meiner Studienkoordinatorin zusammen auf Studieninhalte einigen musste, welche in einem Modul in Linköping angeboten wurden. Da man jedoch keine Module verschiedener Modulgruppen mischen durfte, stellte sich das Erstellen des Learning Agreements als sehr schwierig heraus. Konkret heisst dies, dass ich dadurch viele Credits leider nicht angerechnet bekommen habe. Das spielt mir jedoch nicht so eine grosse Rolle, da ich so viel andere positive Erfahrungen aus dem Auslandaufenthalt mitnehmen werde.

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