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A. Trockenwetterabfluss, Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW

Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik


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Teaser_Trockenwetter.png

A. Trockenwetterabfluss

Zielsetzung:

Abschätzung der Komponenten des Trockenwetterabflusses QT = QS + QFW (Schmutz- & Fremdwasser) durch Abtrennung des regenwasserbezogenen Abflusses.

1. Methode: "Status quo"

Inputdaten: GEP-Modell, Bauzonenordnung, historische Wasserverbrauchsdaten (Statistik)

  • Bild01.jpg
    Einwohnerstatistik, Wasserverbauchszahlen
  • Bild02.jpg
    Räumliche Verteilung Trockenwetter

--> Schmutzwasseranfall pro Bauzone [l/s·ha] aus GEP-Datenbank
--> pauschaler Fremdwasseranfall mit gleichmässiger Verteilung über ganzes EZG
--> Annahme: Spitzenzuschlag = 1.85; Reduktionsfaktor für Nachtminimum = 0.28.

Ergebnis: QT = 0.47 m³/s = konstant über Zeit

Vorteil: räumliche Verteilung des Schmutzwasseranfalls kann erstellt werden, einfache Handhabung

Nachteil: veraltete Datengrundlage, keine zeitliche Differenzierung (zwischen Tag & Nacht, Sommer und Winter, etc.), Fremdwasseranteil ist pauschal

2. Methode: "Innovation"

Inputdaten: gemessene Abflussganglinien, Niederschlagsmessungen, Kanalnetz, Grundwasserkarte, Wasserverbrauchsdaten pro Liegenschaft

  • Bild04.jpg
    Position der Abflussmessstellen (und ggf. Zulauf)
  • Bild03.jpg
    Zeitlicher Abstand zur Abtrennung Trockenwetterabfluss
  • Bild05.jpg
    Postition Haltungen unter höchsten GW-stand

--> Trockenwetterperioden (≥ 3 Tage ohne Niederschlag im EZG) .. aus 10 Jahren Messdaten
--> wöchentliche TW-Ganglinien pro Jahr (Median + Streuband)
--> saisonale Differenzierung (d.h. Frühjahr, Sommer, Herbst, Winter)
--> Fremdwasseranteil QFW(t) = QT, gem (t) − QS (t), mit QS aus WV-Daten
--> Kanal-Kategorisierung nach Grundwasserspiegel (ja/nein unter GW-spiegel)

Aus den Abflussmessungen am Zulauf der ARA Glatt wurden wöchentliche Trockenwetterganglinien berechnet. Dazu wurden aus den Zeitreihen Trockenwetterzeitschritte (min. 3 aufeinanderfolgende Tage ohne Niederschlag im gesamten EZG) identifiziert und zeitlich gruppiert. Der wöchentliche Verlauf zeigt ein klares Tagesmuster mit Spitzen am Morgen und Abend und einem Nachtminimum.

Ergebnis: QT = 0.61 m³/s (als Bsp. für Tagesmittel 2024), nicht konstant über Zeit

Die Trockenwetter Tagesganglinien werden auch saisonal differenziert (Frühjahr (03-05), Sommer (06-08), Herbst (09-11) und Winter (12-02), abgeleitet. Saisonal liegt dabei der Trockenwetterabfluss im Winter und Herbst höher als im Sommer. Dies kann auf höhere GW-stände im Winter teilweise zurückgeführt werden.

Vorteil: System ist in Raum & Zeit geanuer beschrieben, d.h. es kann zwischen Wochnetage, Jahreszeiten oder auch Ferien-Schulzeiten unterschieden werden. Die raum-zeitliche Verteilung des Fremdwasseranteil erscheint detaillierter.

Nachteil: Abflussmessungen in hoher zeitlicher Auflösung (< 10 min.) über mehere Jahre nötig (+ Niederschlagsdaten), Vor-Ort-Kontrollen der Abflussmessungen, Anwendung von Outlier-Filtern, statistische Tests

Fazit: Der Trockenwetterabfluss variiert stark über die Zeit (Tag/Nacht, Winter/Sommer, etc.). Die Einbindung von zusätzlichen Daten ermöglicht eine verbesserte Beschreibung.

Zurück / weiter zu:

  • A. Trockenwetterabfluss
  • B. Bestimmung Regenereignisse
  • C. Befestigungsgrad
  • D. Haltungsflächen
  • E. Niederschlag
  • F. Modellierung Verluste
  • G. Modellierung des Kanalnetzes
  • H. Analyse, Fehler & Vergleich
  • I. Schmutzfrachtberechnung

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