Austausch und Traditionen: Zusammenhalt im MSc FHNW VDC
Im Master VDC an der FHNW zeigt sich ein bewährtes Muster: Die erfahreneren Studierenden geben ihr Wissen an die Neuen weiter. Ein Jahr nach unserem letzten Bericht verkörpert Markus Lindegger nun genau diese Rolle. Zusammen mit Liane Keller, die gerade startet, teilt er, wie wichtig dieser Austausch für das Studium ist und warum es oft die informellen Momente sind, die wirklich zählen.
Liane: Mein Start war sehr gut und ich habe mich direkt willkommen gefühlt. Das Spiel ganz am Anfang war sehr cool, so konnte man schon mal erste Eindrücke von den Personen hier bekommen.
Markus: Mein Start ist ja schon ein Jahr her, aber wir haben damals mit einer Intensivwoche angefangen und diese hatte es wirklich in sich. Man hat die Leute schnell kennengelernt und bereits in der ersten Woche viel Input mitbekommen.
Liane: So wirklich angekommen habe ich mich gefühlt, als wir den ersten Tag im IP1 verbracht haben. Weil wir da das Thema zum ersten Mal von verschiedenen Seiten betrachtet haben.
Markus: Ich glaube, einer der ersten Momente war, als das Gruppengefüge und die Gruppenarbeiten ins Rollen gekommen sind. Aber auch, als wir das erste Mal ausserhalb der Schulzeiten etwas gemacht haben, wie etwa ein gemeinsames Abendessen. Das haben wir vor einem Jahr dann auch immer getan.
Liane: Ich finde den Austausch sehr wichtig und auch richtig, denn man kann sehr viel lernen, auch von den Personen in verschiedenen Branchen.
Markus: Für uns ist es auch immer schön, wenn wieder neue Leute auftauchen, neuen Input und neue Ideen bringen und einfach das bestehende Gefüge ein bisschen aufwirbeln.
Liane: Ja, gerade beim Start des Studiums kann es sehr helfen, weil die, die schon etwas Erfahrung haben, uns sagen können, welche Module wir priorisieren sollen.
Markus: Wirkliches Verbesserungspotenzial finde ich schwierig zu benennen. Ich glaube, man muss es niemandem auferlegen, sich mit den anderen Jahrgängen austauschen zu müssen. Man hat per se einen Vorteil, je mehr man sich auf andere einlässt. Da muss organisatorisch nichts geändert werden. Es liegt in der Verantwortung von jedem selbst, da den Benefit zu sehen.
Markus: Dass die Kommunikation mit unterschiedlichen Fachgewerken schwierig sein kann, war mir klar. Was immer für Überraschungen sorgt sind interdisziplinäre Diskussionen über alltägliche Bauprozesse. Ich dachte oft, es sei ja klar, wie die Dinge funktionieren. Bis jemand mit einem anderen Hintergrund sagte, dass aus seiner Sicht noch ganz andere Aspekte wichtig sind. Zuvor dachte ich, das sei zumindest für mich irrelevant. Das sind die Momente, die einem die Augen öffnen.
Liane: Ich spiele in meiner Freizeit sehr gerne Volleyball. Als ich das Turnier sah, habe ich mich mit meinen Mitstudierenden ausgetauscht und sie waren begeistert von der Idee. Wir haben dann einfach noch mehr Leute gesucht und uns angemeldet.
Markus: Es ist schön, mal in einem anderen Kontext mit den Kommiliton*innen etwas zu unternehmen und nicht nur zu «denken», sondern physisch etwas zu machen.
Markus: Der Sport zeigt auch andere Facetten eines Menschen, die man vielleicht im Vorhinein noch nicht so gekannt hat. Gewisse Leute werden extrem ehrgeizig, wollen gewinnen und sich beweisen. Das kommt im Sport viel schneller hervor als bei der Kopfarbeit.
Markus: Es besteht keine Pflicht, dass es weitergetragen wird. Ich hoffe einfach, dass der neue Jahrgang es miterlebt und im besten Fall jemand sagt, dass das eine coole Sache war und sie es wieder machen wollen. Auch wenn der ursprüngliche Organisator nicht mehr dabei ist. Ob es dann Volleyball oder Bowling ist, ist egal. Solange der Sinn des Anlasses verstanden wird, wird es bestehen bleiben.
Liane: Ich finde es vor allem spannend, dass viele verschiedene Unterrichtsformen angewendet werden. Wir haben fast in jedem Modul andere Formen, wie wir Gruppenarbeiten bewältigen. Das finde ich sehr gut, weil man das auch in die Praxis mitnehmen kann, um dort vielleicht mal eine andere Methode auszuprobieren.
Markus: Was das Studium für mich ausmacht, sind die Austausche während der Pausen, beim Mittagessen oder nach den Vorlesungen. Im organisierten Raum der Module ist oft ein Rahmen da. Aber zwischen den Veranstaltungen öffnen sich diese Grenzen und es entstehen spannende Diskussionen. Diese sind zwar vom Unterricht geprägt, aber nicht durch die Rahmenbedingungen geleitet.
Markus: Man merkt ja dann, was einem gut tut und was einen weiterbringt. Vor allem sind es die Traditionen ausserhalb des Unterrichts, wo man Personen und andere Sichtweisen kennenlernt. Die Theorie im Unterricht ist mega wichtig, aber diese dann in der Diskussion mit Mitstudierenden zu prüfen und zu fragen, wie sie das im Berufsalltag sehen, das sind die Gewohnheiten, mit denen man den meisten Nutzen aus dem Studium zieht.
Liane: Konkret finde ich es sehr schön, dass wir jeweils gemeinsam Mittagessen gehen. Man fragt einfach in die Runde, wer mitkommt, und dann gehen wir zusammen. Das finde ich eine schöne Gewohnheit, die man weitertragen sollte.
Am Ende wird deutlich: Ein Studiengang definiert sich nicht nur über Lehrpläne und Module, sondern auch über die Menschen, die ihn mit Leben füllen. Die entspannte Selbstverständlichkeit, mit der Liane und Markus ihre Erfahrungen teilen, steht stellvertretend für die Kultur im MSc FHNW VDC. Es sind die kleinen, oft ungeplanten Momente wie gemeinsamer Sport oder spontaner Lunch, die das Fundament für ein starkes Netzwerk bilden. So entsteht ein dynamisches Umfeld, in dem jeder vom anderen lernt und das Studium gemeinsam zu etwas Besonderem macht.



