Studierende des Bachelor-Studiengangs Mode-Design der HGK Basel haben die Kostüme für die Produktion der Barockoper «La Critica» entworfen, die am Festival «Erasmus klingt!» 2026 in Basel und an den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2027 zu sehen ist.
Im Rahmen eines Studio-Lab-Moduls und in Kooperation mit der Schola Cantorum Basiliensis der Hochschule für Musik Basel FHNW sind die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Mode-Design am Institute Contemporary Design Practices (ICDP) der HGK Basel im Frühlingssemester 2026 mit dem Gastdozenten Prof. Gwen van den Eijnde in den Kosmos der Barockzeit eingetaucht, um für eine professionelle Opern-Produktion die Kostüme, Schuhe und Accessoires zu entwickeln.
Die Mode-Design-Studierenden gestalten die Kostüme für die Inszenierung der Barockoper «La Critica» von Niccolò Jommelli im Rahmen des Festivals «Erasmus klingt!» am 13. September 2026 im Musik- und Kulturzentrum Don Bosco Basel sowie an den Ludwigsburger Schlossfestspielen im Sommer 2027.
Für die Studierenden ist das eine einmalige Chance, in den Kosmos des Barock einzutauchen und als Teil einer professionellen Opern-Produktion die Kostüme zu designen. Die Studierenden haben Kostüme, Schuhe und Accessoires entworfen, zu Schnitt, Volumen und Farben der Mode im Barock recherchiert und an und mit Bewegungstechniken barocker Zeichengestaltung gearbeitet – und das gemeinsam mit den Studierenden der Schola Cantorum Basiliensis der Hochschule für Musik Basel FHNW.
Mit seinen umfassenden Kenntnissen der Modegeschichte und -theorie hat Prof. Gwen van den Eijnde den Studierenden in einem zweiwöchigen Workshop Einblicke in seine Methoden der Transformation von Ideen in Kostüme vermittelt.
Die zwischen Spätbarock und Aufklärung komponierte und 1766 uraufgeführte Oper «La Critica» von Niccolò Jommelli ist mehr als eine charmante Satire auf den Opernbetrieb – sie ist ein klingendes Zeugnis des europäischen Kulturaustauschs im 18. Jahrhundert. Jommelli selbst wirkte nicht nur in Italien, sondern auch an deutschen Höfen wie Ludwigsburg und brachte italienische Operntradition mit französischem Geschmack und deutscher Orchesterkultur in Dialog. Seine Musik steht exemplarisch für eine Zeit, in der Komponisten, Sänger:innen und Impresarios selbstverständlich zwischen Ländern und Stilen pendelten.
Auch die Figuren der Oper spiegeln diese Mobilität: Eine Seconda Donna, die sich als Französin ausgibt, ehrgeizige Virtuosen, reisende Dichter und Impresarios – sie alle bewegen sich in einem internationalen Theaterkosmos, in dem Identitäten fliessend und Karrieren grenzüberschreitend sind. Oper war damals ein gesamteuropäisches Netzwerk, gespeist aus Rivalität, Bewunderung und Inspiration.
So wird La Critica zur humorvollen, aber treffenden Reflexion über eine Kunstform, die seit jeher vom Austausch zwischen Ländern und Kulturen lebt – und gerade darin ihre unerschöpfliche Vitalität findet.
Das Bühnenbild zu dieser Inszenierung der Oper «La Critica» wird übrigens gestaltet von Marianna Helen Meyer, Dozentin am Institute Digital Communication Environments (IDCE) der HGK Basel, und Prof. Andreas Wenger, Leiter des Bachelor-Studiengangs Innenarchitektur und Szenografie sowie des Masterstudio Scenography der HGK Basel.





