Die neue Online-Sammlung «Netzkulturen / Basel Net Cultures» auf der Website der Mediathek der HGK Basel beleuchtet die Basler Netzkunst- und Aktivismus-Szene der 1990er-Jahre um THEswissTHING mit Videointerviews, Transkripten und Archivmaterial.
In den 1990er-Jahren haben sich verschiedene in Basel ansässige Aktivitäten um «THEswissTHING» gruppiert – darunter ein lokaler Knotenpunkt des «THE THING Bulletin Board Systems» (BBS), eine Website sowie der «L@den», ein Medienlabor für Künstler:innen und Kulturproduzent:innen, in dem Vorträge und Workshops stattfanden.
THEswissTHING und benachbarte Initiativen waren massgeblich daran beteiligt, die lokale Netzkunst- und Aktivismus-Szene ins Leben zu rufen. Sie wurden von einer Kultur des Teilens getragen, strebten danach, künstlerische Praxis ausserhalb der institutionellen Kunstwelt neu zu definieren, und betrachteten diese Praxis als infrastrukturelle Arbeit.
Eine neue Online-Sammlung präsentiert unter dem Titel «Netzkulturen / Basel Net Cultures» eine Reihe von Videointerviews und Interviewtranskripten rund um diese Netzinitiativen, die in Basel entstanden sind. Die Gespräche fanden im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten und am Critical Media Lab der HGK Basel angesiedelten Forschungsprojekts «Sharing Knowledge in the Arts» statt, das der Frage nachgeht, was aus der Netzkunst- und Aktivismus-Szene der 1990er-Jahre rund um THEswissTHING gelernt werden kann, um heute neuartige Forschungsinfrastrukturen in und für die Künste zu gestalten.
Das Projekt verfolgt zwei Ziele: a) die Analyse von THEswissTHING als Bottom-up-Initiative zum Wissensaustausch, um zu verstehen, wie ethische Fragen des Teilens in diesem Kontext ausgehandelt wurden, und b) das Lernen aus diesen Erkenntnissen für aktuelle Veröffentlichungspraktiken im Bereich von Open Research Data (ORD).
Die Interviews ergänzten die Archivforschung, die sich auf das persönliche Archiv von Barbara Strebel – die unter anderem den Basler Knotenpunkt von THE THING initiierte – sowie auf Dokumente anderer Personen zu benachbarten Initiativen konzentrierte.
Eine erste Reihe von Interviews ist nun online auf der Seite der Mediathek der HGK Basel verfügbar. Darunter sind Gespräche mit Barbara Strebel, Annette Schindler, Felix Stalder, Catherine Walthard und Reinhard Storz. Weitere Interviews werden in Kürze zugänglich gemacht.

