Ein am Institute Art Gender Nature (IAGN) angesiedeltes Forschungsprojekt entwickelt künstlerische Strategien für neue Klimaerzählungen. Im Fokus stehen Resilienz, Anpassung und Fürsorge – jenseits von technologischem Optimismus und Apokalypse.
Die Klimakrise ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Sie ist von zutiefst translokaler Natur: Die Emissionen des Globalen Nordens treffen jene im Globalen Süden, die am wenigsten zu ihr beitragen oft noch stärker. Öffentlicher Diskurs und Medien pendeln bei der Kommunikation der Klimakrise oft zwischen technologischem Optimismus und lähmender Apokalypseerzählung.
Das am Institute Art Gender Nature (IAGN) der HGK Basel angesiedelte und vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanzierte Forschungsprojekt Translocal Climate Narratives: Aesthetic Strategies Beyond Solutions and Despair (2026 bis 2030) von Uriel Orlow, Denise Bertschi, Francesca Brusa, Maëlle Cornut und Laurence Favre entwickelt künstlerische Strategien, die einen dritten Weg aufzeigen – jenseits von Lösung und Verzweiflung.
Das Hauptziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung neuer translokaler Klimaerzählungen, die Resilienz, Anpassung und Fürsorge ins Zentrum stellen. Ausgehend von der Schweiz verbindet das Projekt vier künstlerische Feldstudien mit dem Himalaya, Peru, Mosambik und Südeuropa/Nordafrika.
In Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften und interdisziplinären Fachleuten entstehen ästhetische Strategien zur Darstellung des Klimawandels in seiner menschlichen und über Menschen hinausgehende Dimension. Eine transversale kunsttheoretische Studie begleitet und kontextualisiert den gesamten Forschungsprozess.
Klimakommunikation scheitert häufig an der Komplexität des Themas und landet in optimistischen oder pessimistischen Extremen. Künstlerische Forschung kann diese Lücke schliessen, indem sie Klimakompetenz (climate literacy) auf visuelle und narrative Weise fördert.
Das Projekt Translocal Climate Narratives leistet einen transdisziplinären Beitrag zu Kunstwissenschaft, Klimaforschung und Gesellschaft und schafft neue Imaginationen für den Umgang mit der Klimakrise – nicht als Lösung, sondern durch Beispiele lokal gelebter Praxis der Resilienz und Transformation.

Uriel Orlow, Forest Futurism, MCBA Lausanne, 2024, Foto: Etienne Malapert 
Uriel Orlow, Forest Futurism, 2024
