Wie werden Vorstellungen von Politik und Gemeinschaft durch digitale Infrastruktur geprägt?
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel / Institut Experimentelles Design und Medienkulturen
Neue Technologien, insbesondere das Internet, werden seit langem mit der Erweiterung individueller Freiheiten, dem Abbau von Grenzen und der Schaffung der Voraussetzungen für ein „globales Dorf“ in Verbindung gebracht. Diese Euphorie für digitale Medien scheint längst vorbei zu sein. Angesichts globaler Krisen und geopolitischer Konflikte haben digitale Technologien neue Bedeutungen und neue Vorstellungswelten angenommen. Staaten, internationale Institutionen und multinationale Konzerne betrachten digitale Kommunikationsinfrastrukturen als Instrumente für Resilienz, Sicherheit und vor allem Souveränität.
Nationale Regierungen investieren massiv in digitale Infrastrukturen, um, nach eigenen Angaben, zu „Wissenschafts- und Technologiesupermächten“ zu werden. Auf europäischer Ebene plant die EU-Kommission die Schaffung eines „digitaleren und resilienteren Europas“, dessen Investitionen in digitale Technologien „der digitalen Souveränität Europas im kleinen wie im großen Massstab“ dienen sollen. Digitale Infrastrukturen – von Kabeln und Antennen bis hin zu technischen Standards und materiellen Komponenten – gelten heute als entscheidend für den wirtschaftlichen Wohlstand, die politische Souveränität und den sozialen Zusammenhalt von Staaten.
Das Projekt „The Social Life of XG“ (SoLiXG) bringt Forscher:innen aus den Bereichen Anthropologie, Politikwissenschaft, Queerer Technowissenschaft, Soziologie und Kulturwissenschaften aus vier Ländern zusammen, um die Vorstellungswelten zu untersuchen, die die Entwicklung, Produktion und Aufrechterhaltung digitaler Infrastrukturen leiten, und um zu ergründen, wie diese die vorherrschenden Vorstellungen von Politik und Gemeinschaft prägen und neu gestalten.
