Das Projekt untersucht, wie robotische Assistenzsysteme sinnvoll in Pflegeheime integriert werden können. Gemeinsam mit Pflegefachpersonen entstehen sichere und praxistaugliche Lösungen, die das Personal entlasten und die Pflegequalität unterstützen.
Erfahrungsbericht
Pflegeeinrichtungen in der gesamten Schweiz stehen unter zunehmendem Druck: wachsender Mangel an qualifiziertem Personal bei wachsendem Pflegebedarf sowie einem physisch und emotional anspruchsvollen Arbeitsumfeld. Während die Robotik oft als die Lösung hierfür präsentiert wird, umfasst tatsächliche Unterstützung in der Pflege weitaus mehr, als der einfache Einsatz eines Roboters am Arbeitsplatz.
Das Pflegepersonal führt täglich ein breites Spektrum an Aufgaben aus. Sei dies das Heben und Transportieren von Patienten um deren Mobilität zu verbessern, oder die Dokumentationen während der Pflege. Weil die Bevölkerung der Schweiz zunehmend altert, reichen schrittweise Optimierungen nicht mehr aus. Nachhaltige Verbesserungen erfordern sorgfältig gestaltete Assistenzlösungen, die sich tatsächlich in den Pflegealltag einfügen.
Obwohl bereits Robotersysteme existieren, die in komplexen Umgebungen eingesetzt werden können, stellen Pflegeheime besondere Anforderungen. Die körperlichen und kognitiven Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner unterscheiden sich stark, etwa aufgrund von Demenz oder motorischen Einschränkungen. Allgemeingültige Lösungen sind daher ungeeignet. Pflegearbeit verbindet geregelte Abläufe mit stark situationsabhängigen und sensiblen Interaktionen. Robotische Assistenzsysteme müssen deshalb in reale Pflegeprozesse integriert werden und das Personal unterstützen, ohne Routinen, Vertrauen oder zwischenmenschliche Beziehungen zu beeinträchtigen.

Das Projekt verfolgt einen bedarfsorientierten und menschenzentrierten Ansatz. In enger Zusammenarbeit mit der Spitex Unicare AG, die schweizweit elf Pflegestandorte betreibt, führt das Institut für Interaktive Technologien der FHNW Interviews, Begleitungen im Arbeitsalltag und Beobachtungsstudien mit Pflegefachpersonen durch. Ziel ist es, konkrete Situationen zu identifizieren, in denen robotische Assistenz einen echten Mehrwert schaffen kann und ebenso jene, in denen sie nicht eingesetzt werden sollte.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse untersucht das Projekt geeignete Roboterfunktionen, Interaktionskonzepte und physische Gestaltungsformen und entwickelt erste Prototypen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Akzeptanz, Sicherheit und einer schrittweisen Integration. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Pflegefachpersonen den vorgeschlagenen Lösungen vertrauen und sie nachvollziehen können.
Als Ergebnisse entstehen ein evidenzbasiertes Konzept für ein robotisches Assistenzsystem in Pflegeheimen, eine Evaluation bestehender, marktverfügbarer Robotikplattformen sowie ein Fahrplan für die Einführung. Gemeinsam bilden diese Ergebnisse die Grundlage für eine anschliessende Entwicklungsphase, in der ein funktionsfähiger Prototyp gebaut und in realen Pflegeumgebungen evaluiert werden kann.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Spatial Computing und 3D-Technologies
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Informatik FHNW / Institut für Interaktive Technologien
- Partner
- Spitex Unicare AG
- Förderung
- Hightech Zentrum Aargau
- Laufzeit
- 01.01.2026 - 30.06.2026
- Leitung
- Kevin Kim
Tritt mit uns in Kontakt

Prof. Dr. Kevin Gonyop Kim
- Telefon
- +41 56 202 82 38 (Direkt)
- kevin.kim@fhnw.ch
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