Dieser AI-Assistent unterstützt ältere Menschen vor und nach Operationen, um kognitive Beeinträchtigungen früh zu erkennen, zu verhindern und zu behandeln.
Erfahrungsbericht
Kognitive Beeinträchtigungen nach einer Operation sind bei älteren Menschen eine häufige und ernsthafte Komplikation. Besonders nach Herzoperationen können Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen und weitere Einschränkungen auftreten. Diese Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität und können das Risiko für einen langfristigen kognitiven Abbau erhöhen. Oft werden sie jedoch erst spät erkannt.
Das POCD-Projekt entwickelt deshalb einen digitalen Assistenten, der Patientinnen und Patienten vor und nach einer Operation begleitet. Das System kombiniert künstliche Intelligenz, Augmented und Mixed Reality sowie spielerische Trainingsmethoden. Es läuft auf Smartphones und Tablets und soll helfen, persönliche Risiken frühzeitig einzuschätzen, Betroffene gezielt vorzubereiten und die Rehabilitation zu unterstützen.
Für die Risikoeinschätzung nutzt das Projekt eine Technologie von Altoida AG, die frühe kognitive Auffälligkeiten erkennen kann. Diese zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für postoperative kognitive Beeinträchtigungen. Durch eine Untersuchung vor dem Eingriff lässt sich ein persönliches Risikoprofil erstellen. So können präventive Massnahmen frühzeitig eingeleitet werden.

Vor der Operation unterstützt ein speziell entwickelter Chatbot die Patientinnen und Patienten mit verständlichen Informationen und gezielter Vorbereitung. Dadurch sollen Unsicherheiten und Stress reduziert werden. Nach dem Eingriff kommen personalisierte, spielerische Trainings in Mixed Reality zum Einsatz. Sie fördern kognitive Fähigkeiten und sollen die Motivation erhöhen, empfohlene Übungen regelmässig durchzuführen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der einfachen Bedienung für ältere Menschen. Viele bestehende Trainingslösungen werden langfristig nur wenig genutzt, weil sie zu kompliziert oder wenig motivierend sind. Das Projekt setzt deshalb auf nutzendenzentriertes Design, adaptive Interaktionen und leicht zugängliche Spielmechaniken.
Das POCD-Projekt wird gemeinsam mit Altoida AG, der Klinik Hirslanden AG und dem brasilianischen National Institute of Cardiology durchgeführt. Es baut auf dem früheren SNF-Projekt VISDOM auf und bildet zugleich die Grundlage für weitere internationale Forschungskooperationen.
Die entwickelte Lösung hat das Potenzial, postoperative Komplikationen früher zu erkennen, die Genesung zu verbessern und langfristige Gesundheitskosten zu senken. Angesichts einer weltweit alternden Bevölkerung leistet das Projekt damit einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsorientierten und digital unterstützten Gesundheitsversorgung.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Extended Reality (XR)
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Informatik FHNW / Institut für Interaktive Technologien
- Partner
- Altoida AG
Klinik Hirslanden
Instituto Nacional de Cardiologia (INC), Rio de Janeiro - Förderung
- Innosuisse
- Laufzeit
- 15.01.2020 - 15.01.2024
- Leitung
- Arzu Cöltekin,
- Mitarbeit
- Kathrin Koebel,
Mikaela Buzdin,
Rahel Ganarin,
Joelle Keller,
Martin Lacay
Tritt mit uns in Kontakt

Prof. Dr. Arzu Çöltekin
- Telefon
- +41 56 202 84 73 (Direkt)
- arzu.coltekin@fhnw.ch
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