Herstellung von häufig verwendeten Arzneimitteln in individuellen Dosierungen in Krankenhausapotheken und Offizinapotheken
In Kinderkrankenhäusern besteht eine hohe Nachfrage nach personalisierte Dosierungen von folgenden Medikamenten: Diuretika, Glukokortikoide, Antiepileptika, Immunsuppressiva, Analgetika, Sedativa, Antihypertensiva sowie Medikamente zur Behandlung von ADHS. Die korrekte Dosierung dieser Medikamente erfordert eine Anpassung der Erwachsenenformulierungen an das Alter, die Pathophysiologie und das Gewicht der Patient*innen. Diese Anpassung wird grösstenteils manuell von Krankenhausapotheker vorgenommen.
Um Krankenhäusern dabei zu helfen, personalisierte Medizin direkt am Behandlungsort bereitzustellen, arbeiten Experten der Hochschule für Life Sciences FHNW im Rahmen eines Innosuisse-Projekts daran, gängige Kinderarzneimittel mithilfe des 3D-Drucks in massgeschneiderten Dosierungen herzustellen. Konkret setzen sie auf additive Fertigung, um 3 bis 5 mm grosse Tabletten mit winzige Hohlräume und Kanäle zu drucken, die für eine schnellere und leichtere Auflösung ausgelegt sind. Die Forschenden stellen die Tabletten aus einer halbfesten Formulierung her, die sich für den 3D-Druck eignet. Mit jeder gedruckten Schicht erhöhen sie die Dosierung der Tablette.
Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, die Formulierungen, den Druckprozess und die Parameter zu validieren, um sicherzustellen, dass sie den regulatorischen Anforderungen der Europäischen Pharmakopöe entsprechen. Die Produktionsprozesse werden an die Umsetzungspartner Universitäts-Kinderspital beider Basel und die Lehenmatt Apotheke in Basel übertragen. Das Team nutzt das M3DIMAKER-Gerät und gibt dem Hersteller Feedback zu Erfolgen sowie zu aufgetretenen Herausforderungen.
In Zukunft könnte der 3D-Druck von Medikamenten dazu beitragen, Engpässe auf dem Markt im Krankenhausbereich zu lindern, präzisere Möglichkeiten zur Herstellung massgeschneiderter Dosierungen zu bieten und einen Paradigmenwechsel hin zu einer kleineren, dezentralen Produktion von Medikamenten um den Gesundheitsbedürfnissen der Gesellschaft zu erfüllen.

3D-gedruckte Tabletten verfügen über Hohlräume und Kanäle, die für eine schnellere und leichtere Auflösung sorgen. 
Mit jeder Drucklage kann die Dosierung der Tablette erhöht werden.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Gastrointestinale und (trans)-dermale Formulierung und Verabreichung
- Themen
- Biologie und Chemie, Digital Industry and Technologies, Digitalisierung und digitale Transformation, Gesundheit und Medizin, Maschinentechnik und Robotik, Naturwissenschaften, Pharma-, Medizin- und Biotechnologie, Produkt- und Prozessdesign
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Life Sciences FHNW / Institut für Pharmatechnologie und Biotechnologie
- Partner
Universitäts-Kinderspital beider Basel
Lehenmatt Apotheke
M3DIMAKER- Förderung
- Innosuisse
- Laufzeit
- 2025-2027
Kontakt

Prof. Dr. Georgios Imanidis
- Telefon
- +41 61 228 56 36
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Gezielte Verabreichung von Enzympräparaten
- Institut
- Institut für Pharmatechnologie und Biotechnologie
- Forschungsfeld
- Gastrointestinale und (trans)-dermale Formulierung und Verabreichung