Schnelle enterische Verabreichung und Freisetzung von Enzympräparaten für den Bürstensaum
Die Bürstensaumzelle säumt den Dünndarm und beherbergt Verdauungsenzyme, die benötigt werden, um Nahrung in Nährstoffe aufzuspalten. Bei Zöliakie oder anderen Verdauungsstörungen kann die Bürstensaumzelle keine Enzyme mehr normal produzieren. Orale Enzympräparate können helfen, müssen aber sicher und schnell den Dünndarm erreichen.
Gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen AMYRA arbeiten Expert*innen der Hochschule für Life Sciences FHNW an einer speziellen Formulierung für die Enzymergänzung über den Bürstensaum. Das Verabreichungssystem bietet Magenschutz und setzt Enzyme sofort frei, sobald sie den oberen Dünndarm erreichen.
Zur Bewertung ihrer Formulierungen nutzt das Team dynamische gastrointestinale Transfermodelle mit biorelevanten Medien, einschliesslich Standard-Mahlzeit-Szenarien. Dabei untersuchen sie die Enzymaktivität und die Leistung der formulierten Enzympräparate bei der Verdauung von Proteinen wie Gluten. Mithilfe von HPLC-MS/MS-Messungen optimieren sie das Verabreichungssystem, um sicherzustellen, dass die Proteine ausreichend verdaut werden und Restkonzentrationen erreicht werden, die bei Zöliakie als sicher gelten.
Die im Rahmen des Projekts entwickelte Formulierung wird AMYRA dabei unterstützen, sein führendes Verbraucher-Gesundheitsprodukt AMYNOPEP01 auf den Markt zu bringen. Zudem könnte sie auch auf andere Produkte im Portfolio des Unternehmens angewendet werden, die Verdauungsstörungen behandeln.
Erfahrungsbericht
«Die gezielte Abgabe von (bio)therapeutischen Wirkstoffen an den Ort ihrer Wirkung verbessert die Effizienz, indem eine Verschwendung von Wirkstoff vermieden wird, der sein beabsichtigtes Ziel nicht erreicht.»
-Prof. Dr. Georgios Imanidis, Professor und Gruppenleiter, Institut für Pharmatechnologie und Biotechnologie, Hoschschule für Life Sciences FHNW
«Die gezielte Abgabe von Enzymen in den oberen Dünndarm dürfte sich insbesondere bei verschiedenen Enteropathien, bei denen die Verdauung beeinträchtigt ist, als vorteilhaft erweisen.»
-Dr. Werner Tschollar, CEO, AMYRA
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Gastrointestinale und (trans)-dermale Formulierung und Verabreichung
- Themen
- Biologie und Chemie, Gesundheit und Medizin, Naturwissenschaften, Pharma-, Medizin- und Biotechnologie
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Life Sciences FHNW / Institut für Pharmatechnologie und Biotechnologie
- Partner
- AMYRA Biotech
- Förderung
- Innosuisse
- Laufzeit
- 2025-2027
Kontakt

Prof. Dr. Georgios Imanidis
- Telefon
- +41 61 228 56 36
Weitere Projekte
3D-Druck von Kinderarzneimitteln
- Institut
- Institut für Pharmatechnologie und Biotechnologie
- Forschungsfeld
- Gastrointestinale und (trans)-dermale Formulierung und Verabreichung