MasterForum Winter 2026
Das Master-Forum des Herbstsemesters 25/26 fand am 13. Januar statt. In sechs spannenden Präsentationen stellten Absolventinnen und Absolventen ihre Masterarbeiten vor, die ein breites Spektrum aktueller nationaler und internationaler Herausforderungen abdeckten, von künstlicher Intelligenz für Geodaten, über digitale Zwillinge, bis hin zur barrierefreien Navigation an Bahnhöfen.
Gleich zwei Arbeiten widmeten sich den geomatikbezogenen Herausforderungen in Peru.
Gian Donatsch entwickelte einen KI-basierten Workflow zur automatisierten Erkennung von baulichen Veränderungen in urbanen Räumen Perus. Unter Verwendung von Daten des Satelliten PeruSat-1 und einer Siamese-U-Net-Architektur konnte er zeigen, dass ein halbautomatisierter Prozess zur Detektion von Neubauten erfolgreich umsetzbar ist. Der Workflow bietet eine praxistaugliche Grundlage für das planerische Monitoring.

Sara Siegenthaler befasste sich mit der komplexen Thematik der Koordinatentransformation in Peru. Sie entwickelte einen Workflow zur Transformation peruanischer Geodaten vom Altsystem PSAD56 in das moderne WGS84. Sie analysierte die Genauigkeit verschiedener GIS-Tools und schlug eine einheitliche Landeskartenprojektion vor. Dies ermöglicht eine konsistente Datenbasis für die Katasterverwaltung.

Eine weitere Arbeit widmete sich der Analyse von internationalen Daten aus der französischen Bahninfrastruktur.
Stefan Pretali untersuchte im Rahmen eines Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit der französischen Bahngesellschaft SNCF Wildtierkollisionen im Schienennetz. Dabei analysierte er interpretierbare Eingangsdaten mithilfe eines multitemporalen Ansatzes und integrierte zusätzliche Datenquellen durch gezieltes Feature Engineering. Abschliessend optimierte er das Modell zur Risikovorhersage, um Unfälle mit Wildschweinen zuverlässiger prognostizieren zu können.

Die weiteren drei Arbeiten befassten sich mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten in der Schweiz.
Adrian Furrer demonstrierte einen Geobasiszwilling für das Polyfeld Muttenz mittels Open-Source-Software. Das Ziel war eine offene und skalierbare Architektur, die heterogene Geodaten wie Gelände und Gebäude in einer 3D-Webumgebung vereint. Durch den Einsatz von 3D-Tiles und einer modularen Struktur schuf er eine reproduzierbare Blaupause für zukünftige digitale Zwillinge.

Silvan Vollenweider untersuchte die automatische Veränderungsdetektion im Strassenraum mittels LiDAR-Daten. Durch die Kombination von Grob- und Feinregistrierung konnte er zwei Punktwolken-Epochen präzise aufeinander ausrichten. Zusätzlich vergliech er distanzbasierte und voxelbasierte Ansätze für die Veränderungsanalyse, wobei sich letztere als besonders effektiv erwiesen. Durch die Segmentierung beweglicher Objekte wie Autos konnte er bauliche Änderungen präzise isolieren. Die Segmentierung erwies sich dabei als essenziell für die Identifizierung baulicher Änderungen.

Dario Jaeggi widmete sich der barrierefreien Navigation an Bahnhöfen. Er entwickelte einen Prozess zur automatisierten Extraktion navigierbarer Netzwerke aus Laser-Punktwolken über mehrere Ebenen. Diese Daten bilden die Basis für eine personalisierte Routenplanung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Sein Prototyp zeigt, wie digitale Inklusion durch präzise 3D-Accessibility-Analysen in urbanen Verkehrsknotenpunkten praktisch umgesetzt und die Reiseplanung erleichtert werden kann.

Im Anschluss an die Präsentationen boten die Posterwände den idealen Rahmen, um die Diskussionen mit den Absolventen in persönlicher Atmosphäre zu vertiefen. Bei einem gemütlichen Apéro konnten sich die Teilnehmenden über die vielfältigen Themen austauschen und den fachlichen Dialog fortsetzen.









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