Im Rahmen von Art@Dreispitz lud Rondi Park im CIVIC der HGK Basel zur Performance «Geup-Sik» ein: Gemeinsam wurde das koreanische Gericht Choongmoo Kimbap gekocht und mit dem Publikum geteilt – ein Moment kulinarischer und sozialer Verbundenheit.
Begleitend zur Art Basel fand am 17. Juni 2026 rund um den Freilager-Platz in Münchenstein/Basel mit «Art@Dreispitz» ein gemeinsames Schwerpunktprogramm des Atelier Mondial, des HEK (Haus der Elektronische Künste), des Kunsthaus Baselland und der HGK Basel.
Im Rahmen von «Art@Dreispitz» lud Rondi Park, Absolventin des Master-Studiengangs Fine Arts am Institute Art Gender Nature (IAGN) der HGK Basel, im Bildungs- und Experimentierort CIVIC der HGK Basel zur kollektiven Performance «Geup-Sik» (Given to eat) ein – einer öffentlichen Kochrunde, bei der das koreanische Fischer:innen-Gericht Choongmoo Kimbap zubereitet und gemeinsam mit dem Publikum geteilt wurde. Unterstützt wurde sie dabei von Tina Janiashvili, Emma Bonven, Marcia Tello, Silfrún Una Guðlaugsdóttir, María Sabato, Miriam Borella, Ligia Tarcea und Matylda Krzykowski.
Rondi Park blickt im folgenden Text auf ihre Performance im CIVIC der HGK Basel zurück.
«Als ich einige Tage nach dem Geup-sik zurückblickte, dachte ich an das Choongmoo Kimbap zurück. Das Schwarz des Seetangs (Kim), das Weiss des Reises (Bap) und das Rot des Tintenfischs und der roten Zutaten (Moochim).
Da kamen mir ganz natürlich die Hände in den Sinn, die das Essen vermischten, falteten, rollten und verteilten: Silfrun und Emmas Hände, die den Reis perfekt rollten, Ligia (die Maschine), die immer mehr Reis zur Zubereitung herbeischaffte, Maria und Marcia, die von Tisch zu Tisch huschten, um das Essen zu servieren, Miri mit ihren langen Fingernägeln, die ihr gerade erworbenes Wissen weitergab, Matylda, die in cremefarbenen Handschuhen den Tintenfisch und den Rettich in die höllisch rote Sosse warf, und Tina, die die Stahlschalen mit Moochim auffüllte.
Da fiel es mir ganz natürlich ein, an die Reaktionen der Menschen zu denken, die zum Essen und Zuschauen gekommen waren: wie sie alle gleichermassen mit einem Hauch von Scham sagten: ‹Ich habe wahrscheinlich die Hälfte des Essens gegessen›, gefolgt von Komplimenten, Gelächter und Gesprächen, die noch eine ganze Weile im Raum nachhallten.
Zu essen und sich so zu entspannen, dass man vergass, ob man gerade auftrat oder nicht, und ganz in diese halb als Abendessen, halb als Meet-and-Greet-Party gedachte Veranstaltung einzutauchen, war etwas ganz Besonderes. Denn es brachte uns alle zusammen – es spielte keine Rolle, wer kochte oder servierte – es geschah gleichzeitig.
Ich hoffe, einige haben die kleine Anmerkung aus dem Musikmix mitbekommen: ‹Wenn euch das Essen nicht schmeckt, vergiftet euch die Hexe für 30 Minuten›. Ich hoffe, niemand hat eine vorübergehende Lebensmittelvergiftung erlitten.»
Das Programm von «Art@Dreispitz» umfasste Ausstellungen, Performances, Musik, Installationen sowie Open Studios und bot den Besucher:innen eine einzigartige Gelegenheit, die lebendige Vielfalt der künstlerischen Praktiken rund um den Freilager-Platz auf dem Dreispitz-Areal zu erleben.




Fotos: Jana Jenarin Beyerlein
