Das «postbinarytypelab» von Andrea Dreier, das als Master-Arbeit am Institute Digital Communication Environment (IDCE) der HGK Basel entstanden ist, ist zu einem interdisziplinären Gestaltungslabor für inklusive Typografie weiterentwickelt worden.
Das Thesis-Projekt «Beyond Asteriks and Underlines» von Andrea Dreier, das im Rahmen ihres Studiums im Master-Studiengang Digital Communication Environments am Institute Digital Communication Environment (IDCE) der HGK Basel entstanden ist, konnte dank einer Förderung durch die Berner Design Stiftung zum interdisziplinären Recherche- und Gestaltungslabor «postbinarytypelab» für inklusive Typografie weiterentwickelt werden.
Als eines von neun aktuell von der Berner Design Stiftung geförderten Designprojekten wird «postbinarytypelab» in der Ausstellung «Bestform 2026» präsentiert, die bis am 5. Mai 2026 im Kornhausforum in Bern zu sehen ist.
«postbinarytypelab» versteht Schrift als Werkzeug für Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und Vielfalt. Sprache ist niemals neutral. Sie spiegelt Machtstrukturen, formt Wahrnehmung und entscheidet mit, wer sichtbar ist. Typografische Konventionen, historisch verankerte Normen und digitale Systeme bestimmen mit, was in einer Sprache als lesbar, korrekt oder möglich gilt.
Die Plattform bringt Design, feministische Linguistik und gesellschaftliche Perspektiven in einen offenen Kontext. Sie macht bestehende Arbeiten zugänglich und lädt zur kollektiven Weiterentwicklung ein. «postbinarytypelab» versteht sich dabei als Teil einer Bewegung, die inklusive Schrift im Austausch und im gemeinsamen Gestalten sichtbar macht.
Im Fokus steht die Schnittstelle von Sprache und Schrift. Sprache wird hier nicht nur als Bedeutungssystem verstanden, sondern auch als gestaltbare Oberfläche. Ziel ist keine fixe Lösung, sondern ein offenes Verständnis dafür, wie Sichtbarkeit, Lesbarkeit und Repräsentation entworfen werden können. Sichtbarkeit und Lesbarkeit entstehen im Zusammenspiel von Sprache und Gestaltung. Dieses Zusammenspiel ist formbar.
In der Ausstellung «Bestform 2026» im Kornhausforum in Bern werden neun jüngst geförderte Designprojekte aus dem Kanton Bern präsentiert, die exemplarisch für die Vielfalt und Qualität zeitgenössischen Designs stehen. In einem szenischen Dialog mit ausgewählten Werken aus der über 150-jährigen «Sammlung angewandte Kunst Kanton Bern» eröffnen sich neue Perspektiven auf aktuelles Design im Kontext historischer Gestaltung. Die Bestform bietet damit sowohl einen Einblick in das kantonale Designschaffen, als auch in die Tätigkeit der Stiftung als Förder-, Vermittlungs- und Sammlungsinstitution.
Wir gratulieren Andrea Dreier zu dieser bedeutenden Auszeichnung und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg!




