Ein neues Forschungsprojekt am Institute Experimental Design and Media Cultures (IXDM) der HGK Basel untersucht wie kreative Praktiker:innen und Graswurzelbewegungen in Gemeinschaftsküchen in Lima und Basel kollektive Infrastrukturen gestalten.
Von städtischen Netzwerken kollektiver Fürsorge bis hin zu selbstorganisierten gemeinschaftlichen Essensräumen sind Gemeinschaftsküchen wichtige Orte, an denen Menschen zusammenkommen, um politische und pädagogische Programme sowie Formen der Organisation zu entwickeln, die darauf abzielen, Lebensmittelwege zu transformieren.
Das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Forschungsprojekt «Nurturing Food Inter-structures» am Institute Experimental Design and Media Cultures (IXDM) der HGK Basel untersucht, dokumentiert und vergleicht, wie kreative Praktiker:innen und Grasswurzelbewegungen in Gemeinschaftsküchen zweier Städte – Lima in Peru und Basel in der Schweiz – Lebensmittelwege sowohl gestalten als auch von diesen geprägt werden.
Eine zentrale Fragestellung des Forschungsprojekts besteht darin, ob wir uns Gemeinschaftsküchen als interdependente Infrastrukturen vorstellen können, um gerechtere Lebensmittelwege zu gestalten und alternative und transnationale agroökologische Stadtstrukturen aufzubauen.
Dieses Forschungsprojekt wird gemeinsam vom Institute Experimental Design and Media Cultures (IXDM) der HGK Basel, dem Zentrum für Architektur- und Stadtforschung (CIAC) der Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) in Lima und dem Lehrstuhl für Architektur und Care an der ETH Zürich entwickelt.
Aufbauend auf dem Konzept des agroökologischen Urbanismus (Tornaghi/Dehaene) dokumentiert das Projekt, wie Grasswurzelbewegungen sozio-materielle Vorstellungswelten, kollektive Kochpraktiken sowie architektonische und städtische Technologien die Lebensmittelpolitik in Lima und Basel prägen. Das Projekt folgt intersektionalen, queeren und feministischen Ansätzen, die in den Praktiken der Projektparter:innen gelebt werden – der von Frauen geführten Comedores-Populares-Bewegung CONAMOVIDI (Lima), dem Queer-BIPOC Landwirtschaftskollektiv FUBU (Basel), und der von idigenen Personen geführten Institution CHIRAPAQ (Lima-Ayacucho).
Gemeinsam entwickeln sie einen partizipativen Prozess zur Typologisierung und Kartierung von Gemeinschaftsküchen, um zu dokumentieren, wie diese als Infrastrukturen des Widerstands und kollektiver Fürsorge fungieren und alternative Vorstellungen und Praktiken von Lebensmittelwegen und Nachhaltigkeit gestalten.

