Martin Wöllenstein, Absolvent des Master-Studiengangs Transversal Design an der HGK Basel, erhält für seine Masterarbeit zum Müllkolonialismus zwischen Europa und Westafrika einen Sonderpreis für Kunst und Ethik der Katholischen Kirche Zürich.
Martin Wöllenstein, Absolvent des Master-Studiengangs Transversal Design am Institute Experimental Design and Media Cultures (IXDM) der HGK Basel, erhält für seine Master-Thesis mit dem Titel «Flowing Upstream – Designs in the Wasteoscene» zum Müllkolonialismus zwischen Europa und Westafrika einen Sonderpreis für Kunst und Ethik der Katholischen Kirche in Zürich zugesprochen.
In seiner praxisorientierten Abschlussarbeit im Master-Studiengang Transversal Design an der HGK Basel beschäftigte sich Martin Wöllenstein mit angewandter Ethik in der globalen Süd-Nord-Kooperation am Fallbeispiel von Müllkolonialismus zwischen Europa und Westafrika.
Die Thesis basiert auf einer zweijährigen Zusammenarbeit mit Nnoboa Space – einem Kollektiv aus Ghana, das Künstler:innen, Designer:innen, Unternehmer:innen und Aktivisten:innen aus Ghana, Deutschland und der Schweiz zusammenbringt und zu dessen Gründungsmitgliedern Martin Wöllenstein gehört. Gemeinsam arbeitet das Kollekiv an Projekten für soziale und ökologische Transformation im Bildungs- und Designbereich zwischen Ghana und Europa.
Der theoretische Teil der Arbeit orientiert sich an der Frage: «Wie kann internationale Süd-Nord-Zusammenarbeit im Kontext von Müllkolonialismus zwischen Europa und Westafrika zu einem systemischen Wandel beitragen?» Martin Wöllenstein bezieht seine Forschung dabei auf das Fast-Fashion-System und Textilabfallexporte aus Europa nach Ghana. Er untersucht globale Infrastrukturen, Geschichten und Politik, um herauszufinden, wie materielle und symbolische Gewalt strukturell in Systeme eingebettet ist und wie diesen Strukturen entgegengewirkt werden kann.
Für den praktischen Teil konzipierte Martin Wöllenstein eine grosse Upcycling-Textilinstallation in Zusammenarbeit mit Schneidern des Karnevalsvereins Supreme Masqueraders Society in Sekondi-Takoradi, Ghana. Die immersive Installation besteht aus grossen Patchworks, die aus 400 ausrangierten Karnevalskostümen der Ankos Masquerade, dem grössten Karneval Westafrikas, hergestellt wurden. Für dieses Fest werden jedes Jahr über 10'000 Kostüme von Hand genäht. Danach werden diese Kostüme meist weggeworfen oder verschenkt. In den vergangenen zwei Jahren hat das Kollektiv Nnoboa Space solche Kostüme zu Modekollektionen und Kunstwerken upgecycelt.
Die Preisverleihung zu den Ethikpreisen und den Sonderpreisen für Kunst und Ethik der Katholischen Kirche in Zürich findet im Rahmen einer Sitzung des Kirchenparlaments (Synode) am Donnerstag, 18. Juni 2026, von 11 bis 12 Uhr im Rathaus Hard in der Bullingerkirche in Zürich statt.
Die Katholische Kirche im Kanton Zürich verleiht neben Ethikpreisen für Abschlussarbeiten von Studierenden an Fachhochschulen in Bachelor-, Master- oder Master-of-Advanced-Studies-Studiengängen auch Sonderpreise für «Kunst und Ethik» für Abschlussarbeiten von Studierenden von Kunst- und Fachhochschulen in Bachelor- und Master-Studiengängen. Es können Arbeiten aus Literatur, Musik, Film, bildende und darstellende Kunst sowie Design eingereicht werden. Die Preisgelder liegen zwischen CHF 1000 und 5000.
Vorausgesetzt wird der Bezug der Arbeit zu ethischen Fragen unabhängig des Faches und zu einem kirchlichen Berufs- oder Themenfeld; thematische Originalität; ausdrücklich ethische Argumentation sowie Wissenschaftlichkeit in Methodik und Stil; eine Bewertung der Arbeit mit Note «Gut» oder «Sehr gut»; zudem ist ein regionaler Bezug zum Kanton Zürich oder der Schweiz erwünscht.
Wir gratulieren Martin Wöllenstein zu dieser bedeutenden Auszeichnung und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!

