Tina Janiashvili und Lale Keyhani, Alumnae des Institute Art Gender Nature (IAGN) der HGK Basel, sowie Milla Mercedes, Studierende im Bachelor-Studiengang Bildende Kunst am IAGN, sind mit Kiefer-Hablitzel-Göhner-Kunstpreisen ausgezeichnet worden.
Tina Janiashvili, Absolventin des Master-Studiengangs Fine Arts am Institute Art Gender Nature (IAGN) der HGK Basel, Lale Keyhani, Absolventin des Bachelor-Studiengangs Bildende Kunst am IAGN der HGK Basel, sowie Milla Mercedes, Studierende im Bachelor-Studiengang Bildende Kunst am IAGN der HGK Basel, sind mit je einem Kiefer-Hablitzel-Göhner-Kunstpreis 2026 ausgezeichnet worden.
Zu Tina Janiashvili wird im Jurybericht festgestellt: «In den Bildern und Zeichnungen von Tina Janiashvili finden verschiedene Zeiten zueinander. Aktuelle Themen verknüpft sie mit Motiven aus Mythen, religiösen Kontexten und Erzählungen, die gemeinsam einen Resonanzraum bilden, in dem Themen eher angedeutet als ausformuliert werden. Dieser Flüchtigkeit entspricht die Pudrigkeit des Malmaterials, das Janiashvili in Form von Kohle und Pastell auf die Keramiken legt. Im Dazwischen von Malerei, Zeichnung und Bildhauerei und reduziert auf Schwarz-Weiss sowie zartes Rosa sind es innere Bilder, die von ambivalenten Beziehungen zwischen Menschen und Tieren, von Körpern und ihren nährenden Eigenschaften sowie vom Verstummen und Verletzen handeln. Die Wahl der Bildträger sowie die technische Umsetzung ist eigenständig und schöpft aus Bildtraditionen, die dem Bild magische Funktionen zusprechen. So zeugen die Fussabdrücke nicht nur von der Anwesenheit der Künstlerin (wie sie das auch bei prähistorischer Wandmalerei tun), sondern ebenso von einem Bildverständnis, das dem Objekt eine eigene Wirkmacht zutraut.»
Zu Lale Keyhani hält der Jurybericht fest: «Lale Keyhanis Film beginnt mit Fragen der Wiedergutmachung, des kulturellen Erbes und des kollektiven Gedächtnisses. Im Mittelpunkt steht Anahit, eine der bedeutendsten Figuren der armenischen Kulturgeschichte, die heute vor allem durch die erhaltenen Fragmente einer zerstückelten Skulptur bekannt ist. Das Werk hinterfragt die Rolle kultureller Objekte: Schaffen sie Gemeinschaft, bewahren sie Erinnerung oder werden sie zu Instrumenten nationaler Narrative? Doch die Skulptur selbst taucht nie auf. Stattdessen folgt die Kamera Bewohner*innen, die in der Nähe der Grenze der drei Länder leben. Auf eine kurze Fahrt durch die umliegende Landschaft folgt eine häusliche Szene am Küchentisch, wo Frauen einen Text über Anahit lesen und diskutieren. Dann, eher beiläufig, entfaltet sich Geschichte im Gespräch.»
Zu Milla Mercedes heisst es im Jurybericht: «Milla Mercedes untersucht ausgehend von eigenen Erfahrungen vor Ort die Spannungen zwischen landschaftlicher Schönheit, Gemeinschaftserfahrungen und den Folgen von Kolonialismus und Kapitalismus. Werke wie Chicago Sunset, Never Again, Stolen Land oder Precious Lifes erzeugen zusammen mit dem roten PVC auf dem Boden ein starkes Statement zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Durch wiederkehrende Motive wie die Eisenbahn und die roten Elemente, mal als Fluss, mal als Strasse, entsteht ein Bedeutungsraum, der historische Bezüge ermöglicht, ohne sie zur Nacherzählung zu reduzieren. Ästhetische Eigenständigkeit und politische Aufmerksamkeit machen diese Arbeit zwischen erzählerischer Verdichtung, symbolischer Landschaft und sozialem Kommentar zu einem wertvollen künstlerischen Beitrag zur Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit aktuellen Wirklichkeiten.»
Ebenfalls für einen Kiefer-Hablitzel-Göhner-Kunstpreis nominiert waren Lisa Mazenauer und Yann Slattery, Absolvent:innen des Master-Studiengangs Fine Arts am IAGN der HGK Basel, sowie Vital Z’Brun, Absolvent des Bachelor-Studiengangs Bildende Kunst und des Master-Studiengangs Fine Arts am IAGN der HGK Basel.
Der Kiefer-Hablitzel-Göhner-Kunstpreis richtet sich an in der Schweiz lebende oder an einer Schweizer Hochschule eingeschriebene Kunstschaffende unter 30 Jahren und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kultur und der Ernst-Göhner-Stiftung durchgeführt. Zusätzlich zu den maximal sieben Preisen à CHF 15'000 wird ein Sonderpreis verliehen, der eine Einzelausstellung mit Publikation in einer Schweizer Institution beinhaltet.
Wir gratulieren Tina Janiashvili, Lale Keyhani und Milla Mercedes herzlich zu ihrer bedeutenden Auszeichnung und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg!



