Dieser Kurs richtet sich an Fachleute aus den Bereichen Vermittlung, Kunst und Kultur, die ihre Redaktionsprozesse diskriminierungskritisch gestalten und soziale Gerechtigkeit fördern wollen. Er bietet praxisorientierte Werkzeuge zur inklusiveren Gestaltung von Kommunikations- und Publikationsprozessen.
Steckbrief
- Lernsetting
- Präsenz
- ECTS-Punkte
- 2
- Dauer
- 1 Woche
- Durchführungssprache
- Deutsch
- Durchführungsort
- Basel, Campus Dreispitz
- Preis
- CHF 600
Auf einen Blick
- Diskriminierungskritische Praxis entwickeln: Grundlagen für reflektierte Vermittlungs-, Redaktions- und Veröffentlichungsprozesse.
- Eigene Positionen und Machtverhältnisse erkennen: Reflexion sozialer Positionierungen zur Analyse struktureller Diskriminierung.
- Sensibler Umgang mit Sprache und Differenz: Einführung in Differenzkategorien, Intersektionalität und konstruktive Feedbackkulturen.
Ziele und Nutzen
Im Kurs erlangen die Teilnehmenden methodisches Wissen zu diskriminierungskritischen Vermittlungs-, Redaktions- und Veröffentlichungsprozessen sowie Grundlagen zu Kulturen des Feedbacks entlang der Selbstverortung. Sie lernen, Positionen im sozialen Raum zu reflektieren, um strukturelle Diskriminierungen und Machtverhältnisse zu erkennen. Sie erwerben Grundlagen zum diskriminierungskritischen Umgang mit Sprache und zur Bedeutung von Differenzkategorien wie Geschlecht, Klasse, Behinderung und Rassismus sowie von Intersektionalität.
Zielpublikum
Dieser Kurs richtet sich an Menschen, die im Feld der Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und der Kunst- und Kulturvermittlung arbeiten oder daran interessiert sind, diskriminierungskritische Perspektiven und redaktionelle Praktiken zu entwickeln. Er richtet sich an Personen, die ihre eigene Haltung und Praxis im Hinblick auf Diskriminierung reflektieren und anpassen wollen, um strukturelle Barrieren abzubauen und gerechtere Kommunikationsräume zu schaffen.
Aufbau und Inhalte
Im Kurs erarbeiten wir Grundlagen für diskriminierungskritische Vermittlungs-, Kommunikations- und Publikationsprozesse. Anknüpfend an die «Critical Diversity Literacy» (Lesefähigkeit) des Teams um die südafrikanische Kommunikationswissenschaftlerin Melissa Steyn untersuchen wir Abläufe der Redaktionsarbeit anhand von Indikatoren und lernen, diskriminierende Strukturen und Praktiken zu erkennen und zu hinterfragen.Anhand von Praxisbeispielen, unter anderen derOpen-Source-Plattform kritilab, entwickeln die Teilnehmenden praxisorientierte Ansätze, um bestehende Kommunikations- und Vermittlungsprozesse inklusiver und diskriminierungssensibler zu gestalten. In praktischen Übungen werden Annahmen und Vorurteile bewusst gemacht, um Ausgrenzungen zu erkennen und zu vermeiden. Durch den Austausch und die Arbeit in einem wachsenden Netzwerk diskriminierungskritischer Vermittlungsarbeit lernen die Teilnehmenden, ihre eigenen Arbeitsstrukturen, Sprache und Selbstverortung kritisch zu reflektieren und anzupassen. Ziel ist es, gemeinsam ein Set an Praktiken zu entwickeln, die die Vermittlungsarbeit in Kunst und Kultur aufmerksam auf Machtverhältnisse ausrichten und soziale Gerechtigkeit fördern.
Programm
Weiterbildungsoptionen
Allgemeine Informationen Workshop Institut Experimentelles Design und Medienkulturen (IXDM)
Dozierende
Eva Weinmayr, Gastprofessor*in, IXDM, Basel Hochschule für Kunst und Gestaltung, FHNW Evas künstlerische Praxis ist an der Schnittstelle von Kunst und radikaler Bildung angesiedelt – mit einem Schwerpunkt auf dekolonialen, intersektional feministischen Diskursen, Pädagogiken und Praktiken. Sie promovierte zu Mikropolitiken des Publizierens, co-leitete das kollektive Forschungs- und Studienprogramm „Teaching to Transgress Toolbox“ und co-initiierte als Lehrstuhlvertretung an der AdBK München mit Studierenden die Open-Source-Plattform 'kritilab' für diskriminierungskritische Lehre in der Kunst.
Voraussetzungen und Zulassung
Ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder äquivalente mehrjährige Berufstätigkeit sind die Grundvoraussetzung. Erste Erfahrungen in der Kommunikations-, Redaktions- oder Vermittlungsarbeit sind von Vorteil, jedoch nicht zwingend erforderlich. Offenheit für kritische Selbstreflexion und Interesse an kollaborativen Arbeitsprozessen werden erwartet.


