Wie beeinflussen Buchstabenformen unser Leseverhalten und unsere Empfindungen? In diesem Modul tauchen Sie in die Grundlagen des Schriftdesigns ein – von der Skizze bis zur digitalen Schrift. Sie erforschen Ästhetik, Struktur und Rhythmus der Typografie und entwickeln Ihre eigene Schriftart durch angeleitete Übungen und kritische Reflexion.
Steckbrief
- Lernsetting
- Präsenz
- ECTS-Punkte
- 2
- Nächster Start
- 6.7.2026
- Dauer
- 1 Woche
- Unterrichtssprache(n)
- Englisch
- Durchführungsort(e)
- Basel, Campus Dreispitz
- Preis
- CHF 900
Auf einen Blick
- Typografie als kreatives Gestaltungstool: Ideal für Designer:innen und Gestalter:innen, die eigene Schriften oder Wortmarken entwickeln und ihre typografische Sensibilität erweitern möchten.
- Analoge und digitale Methoden kombinieren: Durch das Zusammenspiel von Handzeichnung, Adobe Illustrator und der Font-Software Glyphs entsteht ein praxisnaher Zugang zum Entwurf eigener Schriftzeichen.
- Typografie bewusst gestalten: Teilnehmende lernen, wie Form, Rhythmus und Detail einer Letter den Charakter einer Schrift prägen und wie daraus starke Wortbilder und Logotypes entstehen.
- Einstieg in professionelle Schriftgestaltung: Der Workshop vermittelt die Grundlagen des Type Designs – von der ersten Handskizze bis zur digitalen Weiterentwicklung von Buchstabenformen.
Ziele und Nutzen
Buchstabenformen sind fesselnd. Sie lassen beim Lesen Geschichten und Bilder in unserem Kopf entstehen. Buchstabenformen ermöglichen uns, jederzeit auf wichtige Informationen zuzugreifen und diese abrufen. Und – durch sie erleben wir die Welt anders. Lettern können in extrem kleiner und enorm grosser Ausprägung wirksam sein. Mit Lettern werden Texte gesetzt und Bilder «gemalt». Dabei weisen Satzschriften ein reiches und vielfältiges Spektrum an Gestaltmerkmalen auf.
In vergangenen Jahrhunderten waren die Schriften Teil der wichtigen Kunstbewegungen; später, im 19. Jahrhundert, wurden sie modischer und stilbewusster, und im 20. Jahrhundert dann systematischer. Was ist nun aber in unserem Jahrhundert neu daran?
Der Workshop gibt dazu Erläuterungen und zeigt auf, dass der Charakter jeder Letterform in ihren Details liegt. Die Konzentration des Workshops liegt auf dem Entwurf einer Anzahl an Schriftzeichen und richtet das Augenmerk auf die optischen Regeln der drei Grundformen der lateinischen Schrift (Kreis, Quadrat, Dreieck), die verschiedenen Strich- und Bogenformen und ihre Enden. Das Zusammenspiel von Handzeichnung und Weiterentwicklung am Computer ermöglicht dabei eine differenzierte und vielleicht neue Wahrnehmung und Wertschätzung von Schrifttypen.
Aufbau und Inhalte
Der Workshop bietet durch Theorie und gestalterische Praxis eine fundierte Auseinandersetzung mit der Gestaltung von Satzschriften. Thematisiert werden: Vorgehen von der Handskizze zur digitalen Reinzeichnung und zu Formvarianten, das lateinische Alphabet, Typologie der Letternformen, Schriftcharakter, Schriftklassifikation, Entwicklung unserer Satzschriften, optische Gesetzmässigkeiten und optische Phänomene, Schriftterminologie u.a.
Weiterbildungsoptionen
Es werden Module/Workshops mit 2 oder 1 ECTS angeboten, die miteinander kombiniert und zusätzlich mit einer individuell betreuten Abschlussarbeit (5 ECTS) zu einem Certificate of Advanced Studies (CAS) führen.
Allgemeine Informationen Workshops Institute Digital Communication Environments (IDCE)
Das Institute Digital Communication Environments (IDCE) bietet Workshops an für Studierende, Dozent:innen und Grafik-Designer:innen.
Die Workshops bieten Einblicke in aktuelle Themen der digitalen und analogen visuellen Kommunikation in einem Studienprogramm, das die reiche Tradition der Basler Schule für Gestaltung widerspiegelt. Praktische Übungen mit einem hohen Grad an Professionalität bilden den Kern der Schwerpunkte dieser Workshops. Input-Sessions vermitteln sowohl Reflexions- als auch Kontextwissen, so dass die Arbeiten der Teilnehmenden in einem zeitgemässen, zukunftsorientierten und für die berufliche Praxis relevanten Kontext beurteilt werden können. Das trinationale Rheintal bietet dabei ein einzigartiges kulturelles Umfeld mit guter Anbindung an Frankreich und Deutschland und an Orte wie das Vitra Design Museum (G), den Isenheimer Altar (F) oder Ronchamps (F). In Basel sind auch die weltbekannte Fondation Beyeler, das Museum Tinguely, das Kunstmuseum, das Schaulager und das Museum für Gegenwartskunst angesiedelt. Neben den Museen bietet Basel zudem eine reichhaltige Mischung an kulturellen Veranstaltungen.
Dozierende
Prof. Philipp Stamm, 1966, lernte Schriftsetzer und studierte später an der Schule für Gestaltung Basel Typografische Gestaltung sowie Visuelle Kommunikation. Seine Diplomarbeit trägt den Titel «Erweiterung des lateinischen alphabetes für die deutsche sprache». Publiziert wurde das Projekt unter anderem in der Fachzeitschrift Typografische Monatsblätter 1/1997; ausgestellt im Künstlerhaus in Wien 2000 sowie im Museum für Gestaltung in Zürich 2004. Für die Schweizer Privatbank Gutzwiller gestaltete er 2001 die Corporate Type. Seit 2000 ist Philipp Stamm als Dozent für Schriftgestaltung, Typografie und Corporate Design an der HGK Basel FHNW tätig. Neben seiner Tätigkeit als Dozent befasste er sich während acht Jahren mit der Dokumentation des gesamten Schriftschaffens von Adrian Frutiger. Dabei führte er über einen Zeitraum von zwei Jahren Gespräche mit dem bekannten Schweizer Schriftgestalter. 2008 wurde die umfassende Monografie über das schriftgestalterische Gesamtwerk von Adrian Frutiger in Deutsch, Englisch und Französisch veröffentlicht – Heidrun Osterer, Philipp Stamm: «Adrian Frutiger – Schriften. Das Gesamtwerk». Die zweite, überarbeitete und erweiterte Ausgabe erschien 2014. Sein neues Buch ist 2020/21 ebenfalls bei www.birkhauser.ch erschienen: «Schrifttypen · Verstehen / Kombinieren – Schriftmischung als Reiz in der Typografie» und die englische Edition: «Understanding / Combining · Typefaces – Typeface Combination as Typographic Stimulus».
Voraussetzungen und Zulassung
Der Workshop richtet sich an Personen, die Interesse an der Gestaltung von Wortmarken (Logotypes) haben oder schon immer davon geträumt haben, eine eigene Satzschrift zu entwerfen, aber nicht wissen wie sie damit richtig beginnen sollen. Wesentliche Grundkenntnisse für den Einstieg in Adobe Illustrator und in die Font-Software Glyphs werden erläutert, es handelt sich jedoch nicht um einen Software-Kurs.
Interaction Design, Visuelle Kommunikation, Vermittlung, KunstInteressant für alle, die ihre kreativen Denkweisen herausfordern möchten.
Für Teilnehmer:innen, die ein zweites Mal im Workshop mitwirken, sowie für Fortgeschrittene, die bereits Grundlagenkenntnisse in Schriftgestaltung und der Font-Software Glyphs mitbringen, bietet der Fortsetzungskurs den Einstieg ins Entwerfen einer variablen Schrift und damit zur Schriftanimation.
Kenntnisse in Adobe Illustrator oder Glyphs sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Eine temporäre Version der Font-Software Glyphs wird für den Workshop zur Verfügung gestellt.
Organisatorisches
Gebühren
Preisnachlass bei Mehrfachbuchungen:
2 ECTS CHF 900
4 ECTS CHF 1700
6 ECTS CHF 2400
8 ECTS CHF 3000
10 ECTS CHF 3500
20% Preisnachlass mit einem gültigen Studierendenausweis (MA/PhD). Dieser muss mit der Anmeldung eingesendet werden (pdf).
Informationen und Reglemente
Anmeldung
Schriftgestaltung / Variable Font6. Juli 2026
- Datum
- 6.7.2026–10.7.2026
- Dauer
- 5 Tage
- Unterrichtstage
- Dienstag, Montag, Mittwoch, Freitag und Donnerstag
- Ort
- Basel







































