Dank ihrer Leidenschaft für datenbasierte Analysen hat Liada Hysenaj ihren Weg von der Finanzabteilung zur Business Intelligence gefunden. Das berufsbegleitende Studium an der FHNW hat dabei entscheidend geholfen. Heute nutzt sie ihre Skills, um mit Daten echte Veränderungen im Gesundheitswesen zu unterstützen.

Könntest du dich vorstellen, deine derzeitige Position, dein Unternehmen, dein Studienweg an der FHNW und deine täglichen Aufgaben?
Ich bin Liada Hysenaj und arbeite als Business Analyst im Bereich Business Intelligence & Corporate Reporting bei Hirslanden in Zürich. Hirslanden ist die grösste private Spitalgruppe der Schweiz.
Von 2020 bis 2024 habe ich berufsbegleitend den Bachelor in Betriebsökonomie mit der Vertiefung Managerial Data Science an der FHNW absolviert. Gestartet bin ich bei Hirslanden ursprünglich im Finanzbereich im Inkasso- und Debitorenwesen. Während des Studiums habe ich jedoch gemerkt, dass mich analytische Fragestellungen und die Arbeit mit Daten besonders faszinieren. Durch die Vertiefung ergab sich für mich die Möglichkeit, intern in die BI-Abteilung zu wechseln, ein Schritt, der meine berufliche Entwicklung stark geprägt hat.
Heute arbeite ich an Reporting- und Analyseprojekten und begleite verschiedene Fachbereiche mit datenbasierten Entscheidungsgrundlagen. Dabei bin ich unter anderem für die Weiterentwicklung von OLAP-Cubes, die Erstellung von Dashboards sowie für Ad-hoc-Analysen verantwortlich. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist zudem die Sicherstellung der Datenqualität sowie die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Stakeholdern.
Besonders spannend finde ich die Projekte rund um AI und Advanced Analytics. Dort arbeite ich unter anderem mit Tools wie DataRobot und unterstütze Analysen und Modellierungen im Rahmen verschiedener AI-Initiativen. Zusätzlich begleite ich Projekte wie die schweizweite Tarifumstellung TARDOC oder unterstütze das operative Performance Management mit Forecasts und Analysen.
Am meisten gefällt mir die Kombination aus analytischem Arbeiten, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen und der Möglichkeit, mit Daten konkrete Entscheidungen im Gesundheitswesen zu unterstützen.
Weshalb hattest du dich seinerzeit für ein Studium an der FHNW entschieden?
Für mich war damals klar, dass ich mich beruflich weiterentwickeln möchte, gleichzeitig aber weiterhin arbeiten und praktische Erfahrung sammeln wollte. Deshalb war ein berufsbegleitendes Studium für mich die ideale Lösung.
Die FHNW hat mich vor allem durch die Kombination aus Praxisnähe und Flexibilität überzeugt. Zusätzlich hatte ich bereits von ehemaligen Studierenden viel Positives über das Studium gehört, was meinen Entscheid zusätzlich bestärkt hat.
Ich fand es spannend, dass man das Gelernte direkt im Berufsalltag anwenden konnte und umgekehrt auch viele Erfahrungen aus der Praxis ins Studium mitnehmen konnte.
Rückblickend war das für mich eine sehr wichtige Entscheidung, weil sich dadurch auch mein beruflicher Weg weiterentwickelt hat. Während des Studiums habe ich gemerkt, welche Themen mich besonders interessieren und in welche Richtung ich mich beruflich entwickeln möchte.
Sehr geschätzt habe ich ausserdem den starken Praxisbezug im Studium. Viele Dozierende kamen direkt aus der Wirtschaft und konnten Inhalte nicht nur theoretisch vermitteln, sondern mit konkreten Erfahrungen aus dem Berufsalltag verbinden. Dadurch wirkten die Themen sehr greifbar und relevant.
Wie hat das Studium deine berufliche und persönliche Entwicklung beeinflusst? Gab es einen Moment oder ein Projekt, das besonders prägend war?
Das Studium hat meine berufliche und persönliche Entwicklung stark geprägt. Bereits während des Studiums habe ich gemerkt, wie sehr mich analytisches Arbeiten und datenbasierte Fragestellungen interessieren. Dadurch ergab sich praktisch zeitgleich die Möglichkeit, mich intern weiterzuentwickeln und vom Finanzbereich in die BI-Abteilung bei Hirslanden zu wechseln. Diese Kombination aus Studium und Beruf war für mich besonders wertvoll, weil sich beide Bereiche gegenseitig ergänzt haben.
Persönlich hat mich vor allem das berufsbegleitende Studium weitergebracht. Teilzeit zu arbeiten und gleichzeitig zu studieren war nicht immer einfach, aber genau dadurch habe ich gelernt, mich besser zu organisieren, Prioritäten zu setzen und auch in intensiven Phasen dranzubleiben.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eines meiner ersten Projekte im Modul Kommunikation. Wir waren eine kleine Gruppe und haben gemeinsam unser Projekt auf Englisch präsentiert, zu einer Zeit, in der durch Corona plötzlich alles online stattfinden musste. Diese Situation war anfangs ungewohnt und herausfordernd, hat uns aber auch sehr zusammengeschweisst. Wir mussten lernen, trotz der Distanz überzeugend aufzutreten, klar zu kommunizieren und als Team zu funktionieren.
Mit zwei Mitstudentinnen aus diesem Projekt bin ich bis heute eng befreundet. Rückblickend gehört genau diese Erfahrung für mich zu den schönsten Erinnerungen aus dem Studium, weil daraus nicht nur ein erfolgreiches Projekt, sondern auch echte Freundschaften entstanden sind.
Gerade diese Erfahrungen haben mir im Berufsalltag sehr geholfen. Im BI-Bereich geht es oft darum, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und Stakeholder zu überzeugen. Genau dieses Zusammenspiel aus Inhalt, Kommunikation und Auftreten habe ich in solchen Momenten stark weiterentwickeln können.
Welche konkreten Skills oder Erfahrungen aus dem Studium nutzt du heute in deinem Job?
Aus dem Studium habe ich vor allem gelernt, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge strukturiert zu verstehen und Daten im richtigen Kontext zu interpretieren. Diese Fähigkeit hilft mir heute sehr, weil ich im BI-Umfeld nicht nur mit einem Thema arbeite, sondern Reports über verschiedene Bereiche hinweg erstelle, von Revenue Management über Finanzen bis hin zu HR-Daten.
Komplexe Fragestellungen schnell zu strukturieren und in eine klare Analyse zu übersetzen, ist ein wichtiger Skill für mich. Dadurch kann ich im Alltag effizient mit unterschiedlichen Anforderungen umgehen und gezielt die relevanten Informationen herausarbeiten.
Sehr wertvoll ist auch das Verständnis dafür, wie wirtschaftliche Kennzahlen zusammenhängen und welche Bedeutung sie im Gesamtkontext eines Unternehmens haben. Gerade in einem Umfeld wie dem Gesundheitswesen ist es wichtig, diese Zusammenhänge richtig einzuordnen.
Zusätzlich hilft mir die Erfahrung aus dem Studium, analytische Ergebnisse verständlich aufzubereiten und im Austausch mit Stakeholdern klar zu kommunizieren, insbesondere wenn es darum geht, verschiedene Fachbereiche mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen.

Bachelor-Abschlussfeier 
Modul «Wirtschaft ohne Wachstum» in Davos. Das Foto zeigt mich mit meinen inzwischen engsten Kolleginnen. Es war eine wundervolle Woche, in der wir viel gelernt haben, aber auch die gemeinsame Zeit geniessen konnten. 
Bei der Arbeit, extern in den Kliniken.
An welche Highlights aus deiner Studienzeit denkst du besonders gerne zurück?
Besonders gerne denke ich an den Austausch mit anderen Studierenden zurück. Durch Gruppenarbeiten und gemeinsame Projekte ist man schnell in Kontakt gekommen, und es war sehr bereichernd, verschiedene Perspektiven und auch die Menschen dahinter kennenzulernen.
Auch die gemeinsame Zeit im Studium selbst bleibt mir in sehr guter Erinnerung, sei es bei Projekten, Diskussionen oder im gegenseitigen Unterstützen während intensiver Phasen. Gerade dieser Mix aus Zusammenarbeit und Herausforderung hat das Studium für mich sehr lebendig gemacht.
Ein prägender Aspekt waren auch die Prüfungsphasen. Sie waren oft intensiv und fordernd, aber im Nachhinein auch sehr verbindend, weil man als Gruppe durch ähnliche Situationen gegangen ist. Umso schöner war jeweils der Moment nach solchen Phasen, wenn wieder etwas geschafft war und man durchatmen konnte.
Was hat dich am meisten überrascht während deines Studiums?
Am meisten überrascht hat mich, wie praxisnah das Studium in vielen Modulen tatsächlich war. Ich hatte erwartet, dass der Fokus stärker auf Theorie liegt, aber insbesondere in gewissen Modulen war der Bezug zu realen Fragestellungen sehr stark und direkt anwendbar.
Überrascht hat mich auch, wie unterschiedlich Studierende aus verschiedenen beruflichen und persönlichen Hintergründen an Themen herangehen. Dieser Austausch hat viele Diskussionen und auch Auseinandersetzungen sehr spannend gemacht und den Blick auf Probleme erweitert.
Ein weiterer Punkt war für mich die Intensität eines berufsbegleitenden Studiums, vor allem in Kombination mit Arbeit und Prüfungsphasen. Gleichzeitig war genau diese Intensität auch ein wichtiger Teil der Erfahrung.
Am meisten überrascht hat mich jedoch, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Obwohl das Studium neben dem Beruf sehr intensiv war, fühlt es sich im Nachhinein an, als wäre es viel schneller vorbei gewesen, als man damals gedacht hätte.
Für welche Vertiefungsrichtung hast du dich entschieden, und warum?
Ich habe mich für die Vertiefung Managerial Data Science entschieden, weil mich die Verbindung zwischen Betriebswirtschaft und datengetriebenem Arbeiten besonders interessiert hat.
Mich hat vor allem gereizt, dass man lernt, wie Unternehmen Daten nutzen können, um bessere Entscheidungen zu treffen und komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen. Besonders spannend fand ich dabei auch die Entwicklung in Richtung Artificial Intelligence (AI) und wie stark datenbasierte Ansätze die Unternehmenswelt verändert.
Zudem habe ich gesehen, dass Data Science/AI in vielen Branchen immer wichtiger wird. Für mich war es daher auch eine bewusste Entscheidung für einen Bereich mit Zukunftspotenzial und vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Vertiefung hat zudem sehr gut zu meiner Arbeit bei Hirslanden gepasst, wo ich bereits zunehmend mit Datenanalysen in Kontakt gekommen bin. Dadurch konnte ich Studium und Praxis gut miteinander verbinden.
Gab es ein Projekt, Modul oder Thema innerhalb deiner Vertiefung, das besonders in Erinnerung blieb?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Art, wie die verschiedenen Inhalte in der Vertiefung aufeinander aufgebaut waren. Für mich hat sich das Ganze sehr organisch entwickelt, von den ersten Schritten in R (Programmiersprache) und Excel mit VBA bis hin zu komplexeren analytischen Methoden.
Am Anfang war das Programmieren für mich komplett neu. Mit R habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, wie man Daten strukturiert bearbeitet und analysiert. Schritt für Schritt wurde es dann immer technischer, über Statistik und mathematische Grundlagen bis hin zu Machine Learning. Irgendwann kam man in einen Flow, in dem man nicht mehr nur einzelne Aufgaben gelöst hat, sondern begonnen hat zu verstehen, wie Modelle funktionieren und wie man sie sinnvoll auf Daten anwendet.
Besonders spannend war dabei auch der Blick hinter die Methoden im Machine Learning, also nicht nur die Anwendung, sondern das Verständnis der Logiken und Hintergründe der Modelle.
Es war dann sehr packend zu sehen, wie plötzlich all das Gelernte aus den verschiedenen Modulen, insbesondere aus der Vertiefung, zusammenkam und man in der Lage war, eigene Analysen aufzubauen, Ergebnisse zu interpretieren und diese auch zu präsentieren.
Diese Entwicklung hat mich so stark gepackt, dass ich mich entschieden habe, auch meine Bachelorarbeit zu diesem Thema zu verfassen. Ich habe ein Data-Science-Thema gewählt und dabei mit Daten der Hirslanden AG gearbeitet. Die Arbeit wurde unter der Betreuung von Dr. Fabian Sander durchgeführt. Inhaltlich ging es um die Optimierung der Liquiditätsplanung in der Hirslanden AG, wobei ich Versicherungs- und Kantonszahlungen mithilfe von Entscheidungsbäumen analysiert habe. Es war genau diese Kombination aus Programmierung, Statistik, Machine Learning und deren Anwendung in der Bachelorarbeit, die mich im Rahmen der Vertiefung am meisten geprägt hat.
Welche Tipps würdest du aktuellen und künftigen Studierenden mitgeben?
Ich würde Studierenden vor allem mitgeben, die Zeit im Studium bewusst zu nutzen und offen zu bleiben für das, was sich entwickelt. Oft entstehen Interessen erst unterwegs, durch Inhalte, Diskussionen oder neue Perspektiven, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.
Gleichzeitig lohnt es sich, neugierig zu bleiben und nicht zu früh zu denken, man habe bereits einen festen Weg vor sich. Das Studium bietet die Möglichkeit, verschiedene Themen kennenzulernen und herauszufinden, was einem wirklich entspricht.
Und nicht zuletzt ist das Studium auch eine persönliche Reise, in der man viel über sich selbst lernt, darüber, wie man arbeitet, was einen interessiert und wie man sich weiterentwickeln möchte.

Bachelor of Science Betriebsökonomie
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