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Der Körper im Blick...
16.2.2026 | Hochschule für Soziale Arbeit, Institut Integration und Partizipation

Der Körper im Blick der Älteren

Wann fühlt man sich «alt»? Viele Empfindungen und Vorstellungen im Alter haben mit dem Körper zu tun. Ein Forschungsprojekt befragte ältere Menschen danach, wie sie das Älterwerden erleben und in welchen Momenten ihnen ihr Alter bewusst wurde.

Die Zahl alter Menschen im öffentlichen Raum nimmt zu, denn mit dem demografischen Wandel wird das Alter verstärkt sichtbar. Doch wie sehen wir eigentlich «Alter»? Graue Haare, Falten, Gehhilfen? Das Alter vom Körper her zu denken, scheint uns selbstverständlich. Altwerden und Altsein lassen sich an der Verfasstheit des Körpers, an seiner Erscheinung erkennen. Die Anzeichen des Alters zeigen sich für uns selbst wie für unsere Mitmenschen an der Aussenseite des Körpers.

Sie erschöpfen sich darin jedoch nicht, denn der Körper ist nicht bloss Hülle. Zu ihm gehört auch ein Inneres, welches sich – ausser vermittelt durch technische Verfahren – anderen kaum erschliesst. Subjektiv nehmen wir unseren Körper immer wieder zumindest teilweise auch von innen wahr, entweder durch ein wohliges Gefühl oder im ungünstigen Fall durch Schmerzen.

«Alt zu sein» oder «älter zu werden» beinhaltet mehr als die äussere Erscheinung. Und es gibt nicht nur eine einzige Möglichkeit, das Alter zu erfahren. Eine Befragung älterer Menschen zeigte, dass es verschiedene Perspektiven auf das «Älterwerden» gibt – von überraschendem Bewusstwerden bis zu geduldigem Erwarten.

Zuschreibungen im Alter: Fragil, verwundbar, einsam

Um alternde Körper zu erfassen und zu beschreiben, stützt sich die Forschung auf den Begriff der «Fragilität». Mit zunehmendem Alter wird der Körper fragiler, also zerbrechlicher, auch instabiler und schwächer. Ein weiterer Begriff, jener der «Vulnerabilität», wiederum, der in Zusammenhang mit dem Alter ebenfalls oft Verwendung findet, beschreibt eine Verletzlichkeit, die mit Verlusterfahrungen in physischen, psychisch-kognitiven und sozialen Bereichen einhergeht. Es handelt sich dabei um negative Veränderungen, die das Selbstwertgefühl beeinträchtigen können; soziale Kontakte verlieren sich, die Einsamkeit nimmt zu. Diese Sichtweise deckt sich über weite Strecken mit dem Bild, welches auch in den Medien von alten und sehr alten («hochaltrigen») Menschen in der Gesellschaft gezeichnet wird.

Portrait of Dr. Christine Matter
«Ältere Menschen sind bisweilen überrascht, dass sie vom Alter eingeholt werden.»
Dr. Christine Matter

Während sich Forschung, Wissenschaft und Gesellschaft mittlerweile intensiv mit dem Thema Alter beschäftigen, bleibt bisher unklar, wie die älteren Menschen selbst das Altwerden sehen und wie sie insbesondere die altersbedingten Veränderungen ihres Körpers erleben und einen Umgang damit finden. Diese Wissenslücke ein Stück weit zu schliessen war das Ziel eines Forschungsprojekts, welches mittlerweile abgeschlossen wurde. Insgesamt haben 25 Personen – 14 Frauen und 11 Männer – im Alter von 73 bis 95 Jahren an der qualitativ angelegten Untersuchung teilgenommen und in ausführlichen Gesprächen Einblick in ihre Sichtweisen und Vorstellungen gegeben. Dabei konnten typische Formen der Thematisierung des alternden Körpers durch die Interviewten rekonstruiert werden.

Stürze als Überraschungsmomente

Ältere Menschen zeigen sich bisweilen überrascht, dass sie vom Alter eingeholt werden und sich entsprechende körperliche Veränderungen vermehrt bemerkbar machen. Angesichts der Normalität des Älterwerdens mag dies erstaunen. Mit den allgemein bekannten und gängigen Altersleiden wie etwa Osteoporose oder Arthrose hält sich dabei kaum jemand länger auf. Damit ist im Alter zu rechnen, und niemand ist daher überrascht, wenn die entsprechenden Symptome im fortgeschrittenen Lebensalter auftreten. Etwas anders verhält es sich mit Stürzen. Zwar ist auch ein Sturz im Alter nichts Ungewöhnliches. Allerdings geht mit ihm in der Regel ein Schreckmoment einher. Vom Sturz wird man im Moment des Geschehens immer überrascht. Ein Sturz ist ein Unfall, der nicht hätte passieren dürfen, was durch akute Schmerzen zusätzlich deutlich wird.

Weil ältere Menschen um die Gefahr des Stürzens wissen, bewegen sie sich oft besonders aufmerksam und vorsichtig. Geschieht ein Sturz im öffentlichen Raum, werden zudem auch für andere die körperlichen Funktionsdefizite offensichtlich, was Schamgefühle auslösen kann. Umso erstaunlicher sind daher zumindest auf den ersten Blick Aussagen von Betroffenen, die ihre teilweise mehrfachen Sturzerfahrungen nicht ihrem Alter zuschreiben, sondern mit Blick auf ein aktives Leben und auf eine fast schon jugendlich anmutende Lust an der körperlichen Bewegung erklären. Nach Stürzen und Knochenbrüchen gilt es daher, mit medizinischer Unterstützung möglichst schnell wieder zu genesen und mobil zu werden. Ein derart technisch-funktionales Verständnis vom Körper lässt diesen wie ein reparaturfähiges Instrument erscheinen.

Dem Schicksal pragmatisch begegnen

Anders verhält es sich mit jenen Älteren, die ihre körperlichen Beschwerden mit dem Schicksal in Verbindung bringen. Fremd, wie er uns immer auch ist, und in vielerlei Hinsicht unkontrollierbar ist der Körper hier ein Träger des Schicksalhaften. Im Alter wird der Körper immer stärker zu jenem «Ort», an dem sich das schicksalhaft Ungewisse manifestiert. In Zusammenhang mit körperlichen Einschränkungen heisst es seitens der Interviewten dann oft: «Es kommt, wie es kommen muss.» Oder: «Man muss es nehmen, wie es kommt.» Man weiss nicht, was kommt, selbst wenn man grundsätzlich viel über Beschwerden und Einschränkungen im Alter weiss und Fragilität als Quelle von Vulnerabilität in dieser Lebensphase zum Erwartbaren gehört. Geht es jedoch um die persönliche Betroffenheit, wird die körperliche Verfassung zu einer Frage des Schicksals, und das Geschehen rund um den eigenen Körper erhält eine religiöse Qualität. Auffallend ist dabei, dass jene Älteren, die dem Schicksal grossen Einfluss zusprechen, sich diesem dennoch nicht einfach fügen oder ergeben.

Der Schwerpunkt Alter an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Der Schwerpunkt Menschen im Kontext von Alter bearbeitet und analysiert aus der Perspektive der Sozialen Arbeit die individuellen und gesellschaftlich geformten Lebenslagen und Gestaltungsräume von älteren und hochaltrigen Menschen. Im Fokus steht dabei die Wahrung und die Förderung der Unabhängigkeit und Selbstorganisation, sowie die Erschliessung und Aktivierung von Kapitalien, Ressourcen und Kompetenzen. Die Stärkung familialer und sozialer Netzwerke, die Verhinderung sozialer Ausgrenzung und Förderung sozialer Partizipation sowie die Erweiterung verengter Handlungsspielräume älterer Menschen sind weitere zentrale Anliegen.

Die Hochschule forscht zum Thema, evaluiert und konzipiert Unterstützungsangebote und trägt durch ein Weiterbildungsangebot zu Qualifikation von Fachkräften bei. Ausführliche Informationen zur Tätigkeit der Hochschule für Soziale Arbeit finden Sie hier: www.sozialearbeit-alter.ch

Informationen zum Weiterbildungsangebot finden Sie unter: fhnw.ch/a05

Mit dem Fatalismus verbindet sich hier vielmehr ein Pragmatismus, der zum Handeln einlädt. So erhält das Schicksal erst sein besonderes Gewicht und weist diesen Älteren einen Weg. Indem sie schicksalhaft mit körperlichen Einschnitten rechnen, warten die Betroffenen auf entsprechende Manifestationen und versuchen bereit zu sein, um reagieren zu können. Der dem Schicksal unterworfene Körper zwingt zu besonderer Aufmerksamkeit und zu einem genauen Beobachten von Anzeichen möglicher Veränderungen: Inneren, nicht steuerbaren Impulsen folgen, diese dann aber auch bewusst wahrnehmen und in sinnvolles Handeln umsetzen – in diesem Spannungsfeld von als fremd erfahrener Körperlichkeit einerseits und eigenem inneren Empfinden andererseits geben diese interviewten älteren Menschen Auskunft über ein fatalistisches Verhältnis zu ihrem Körper.

Vereinfachter Blick aufs Alter

Weitere typische Wahrnehmungs- und Umgangsweisen mit dem älter werdenden Körper liessen sich anführen. Insgesamt macht die Auswertung der Interviewdaten deutlich, dass viele der gängigen Unterscheidungen und Konzepte in der Altersforschung und auch in der Sozialen Altersarbeit, wie etwa jenes vom aktiven jungen Alter («drittes Alter») und vom abhängigen, einsamen hohen Alter («viertes Alter») meist sehr kurz greifen und in ihrer schematisierenden Handhabung den Blick auf das Alter verstellen können.

Die befragten Personen geben anhand ihres fragiler werdenden Körpers Einblick in ein Verständnis des Alters, welches weder einseitig defizitäre noch positive Altersbilder reproduziert. Ihre Sichtweisen widerspiegeln vielmehr eine Komplexität, in die unterschiedliche Faktoren wie soziale Stellung, kultureller Hintergrund oder das nahende Lebensende einfliessen. Dabei können sowohl ein technisch-funktionales Verständnis vom Körper, das sich vom Alter überraschen lässt, wie auch ein fatalistisch-schicksalhafter Umgang mit dem alternden Körper auf den ersten Blick wie Illusionen erscheinen. Sie verweisen jedoch auf die vielfältigen Formen und Ausprägungen sozialer Realität und machen deutlich, wie Menschen im Alter ihre Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten erweitern und stärken.

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Christine Matter

Dr. Christine Matter

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut Integration und Partizipation, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Telefonnummer

+41 62 957 27 62

E-Mail

christine.matter@fhnw.ch

Adresse

Riggenbachstrasse 16 4600 Olten

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