In der Arbeit mit Menschen mit Demenz ist eine besondere Aufmerksamkeit gefordert. Für Freiwillige sind Schulungen hierzu hilfreich, wie eine Evaluation zeigte. Sie stärken die kommunikative Kompetenzen und die Sicherheit im Umgang mit Menschen mit Demenz.

Menschen mit Demenz benötigen besondere kommunikative Aufmerksamkeit. Gerontologische Forschung unterstreicht seit Jahren, dass gezielte Techniken helfen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und Missverständnisse zu vermeiden. Freiwillige in Pflegeeinrichtungen verfügen oft nicht von Beginn an über diese Fähigkeiten – Schulungen sind daher der Schlüssel zu mehr Empathie und Handlungssicherheit.
Ein gemeinsames Projekt der Adullam Stiftung und der Stiftung Hofmatt setzte 2023 und 2024 genau hier an: In dreitägigen Kursen lernten Freiwillige die «Validations»-Methode nach Naomi Feil kennen – eine respektvolle, wertschätzende Gesprächstechnik, die das Selbstbewusstsein Betroffener stärkt und die Beziehungspflege verbessert. Zwei zertifizierte Trainerinnen vermittelten den Teilnehmenden praxisnah Strategien für schwierige Situationen.
Ziel der Studie war zu überprüfen, ob die Teilnehmenden aus eigener Sicht durch die Schulung einen Zugewinn an Wissen und Handlungskompetenz, an persönlicher Sicherheit in schwierigen Kommunikationssituationen bestätigen können.
Aufbau und Vorgehen
Die Evaluation durch das Institut Integration und Partizipation an der Hochschule für Soziale Arbeit/FHNW durch Prof. Dr. Alexander Seifert und Prof. Johanna Kohn erfasste Wissen, Einstellungen und Handlungskompetenzen zu drei Zeitpunkten: vor der Schulung (T0), direkt danach (T1) und rund drei Monate später (T2). Neben dem Einsatz von Online-Fragebögen fand ein digitaler «Round Table» mit Leitungspersonen statt, um typische Alltagssituationen und Herausforderungen zu identifizieren.
Ergebnisse
Die Ergebnisse sprechen klar für die Wirksamkeit: Die Teilnehmenden fühlten sich nach der Schulung sicherer im Umgang mit Menschen mit Demenz, ihre kommunikative Kompetenz und ihr Selbstvertrauen wuchsen – auch wenn die Grundhaltung schon zuvor positiv war. Im Praxiseinsatz wirkte das Training entlastend; die Zufriedenheit war hoch. Gewünscht wurden kleinere Gruppen und ein noch engerer Praxisbezug.
Die Studie empfiehlt zur Qualitätssicherung begleitende Fallbesprechungen, Coachings und Austauschtreffen. Damit könne Wissen kontinuierlich aufgefrischt und Erfahrungen reflektiert werden. Insgesamt stärkt das Training nachhaltig die Qualität der Freiwilligenarbeit im Demenzbereich – und zeigt, dass wertschätzende Kommunikation ein ebenso wirksames wie unverzichtbares Werkzeug ist.
Projektdetails
- Forschungsfeld
- Alter und Lebenslagen und soziale Teilhabe
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Soziale Arbeit FHNW / Institut Integration und Partizipation
- Partner
- Adullam-Stiftung: Adullam Spital- und Pflegezentren Basel und Riehen, vertreten durch Christine Meinzer-Folk, Koordination Freiwillige
- Förderung
- Alois & Auguste Stiftung
- Laufzeit
- 1.12.2022 – 31.08.2025
- Leitung
- Dr. Alexander Seifert
Prof. Johanna Kohn