Gemeinden müssen in sogenannten Mietzinsrichtlinien festlegen, welche Mietzinse im Rahmen der Sozialhilfe grundsätzlich übernommen werden können. Die Festlegung dieser Mietzinsrichtlinien ist insbesondere in Zeiten von Wohnungsknappheit und volatilen Wohnungsmärkten herausfordernd. In zwei von der SKOS finanzierten Projekten wurde untersucht, wie Gemeinden bei der Festlegung von Mietzinsrichtlinien vorgehen. Ferner wurden Grundlagen erarbeitet, die Gemeinden dabei unterstützen können, ihre Mietzinsrichtlinien angemessen und fachlich begründet festzulegen.

Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) sehen vor, dass die Mietzinsrichtlinien fachlich begründet festgelegt und auf den lokalen und aktuellen Wohnungsmarkt abgestützt werden müssen. Allerdings zeigen Daten des SKOS-Monitorings sowie eine Recherche von Reflekt und Öffentlichkeitsgesetz.ch, dass viele Gemeinden trotz steigender Angebotsmieten ihre Mietzinsrichtlinien nur zögerlich anpassen. Die Mietzinsrichtlinien vieler Gemeinden bilden somit den Wohnungsmarkt nicht adäquat ab. Dies hängt unter anderem mit der Komplexität der Thematik sowie dem Umstand zusammen, dass bislang keine Grundlagen für ein fachlich fundiertes Vorgehen bei der Erstellung von Mietzinsrichtlinien vorlagen.
Zur Erarbeitung entsprechender Grundlagen wurden einundzwanzig qualitative Interviews mit Leitungspersonen aus Sozialdiensten sowie vier Expert:innen-Interviews geführt. Basierend auf diesen Daten wurde das «Grundlagenpapier zur Erstellung von Mietzinsrichtlinien» erarbeitet. In einem Folgeprojekt wurden auf Basis der Interviews anschliessend konkrete Schemata für fünf verschiedene Gemeindetypen entwickelt, die bei der Festlegung von Mietzinsrichtlinien leitend sein können. Diese Handlungsempfehlungen wurden in Pilotgemeinden plausibilisiert.
Ausgewählte Ergebnisse
Im Projekt wurden die «Grundlagen zur Erstellung von Mietzinsrichtlinien» entwickelt. Sie können Gemeinden bei der Erstellung und dem Umgang mit Mietzinsrichtlinien unterstützen. Ausserdem liefert das Projekt Anhaltspunkte für die Überarbeitung der SKOS-Richtlinien im Themenbereich Wohnen. Im Grundlagenpapier werden zentrale Aspekte bezüglich der Erstellung der Mietzinsrichtlinien benannt und verschiedene Indikatoren präsentiert, die für die Bemessung herangezogen werden können. Diese Indikatoren werden hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile diskutiert.
Im Folgeprojekt wurden die «Grundlagen zur Erstellung von Mietzinsrichtlinien erweitert. In der erweiterten Version des Grundlagenpapiers sind nun konkrete Handlungsempfehlungen zur Bemessung von Mietzinsrichtlinien für fünf verschiedene Gemeindetypen enthalten. Zentrale Indikatoren sind insbesondere die Überschreitungsquoten, die Angebotsmieten sowie die Mietzinsmaxima der Ergänzungsleistungen. Das erweiterte Dokument wird im Herbst 2026 publiziert.
Weitere Publikationen zum Thema
Medienberichte mit Bezug zur Studie
Projektdetails
- Forschungsfeld
- Lebenslagen und soziale Teilhabe, Sozialplanung
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Soziale Arbeit FHNW / Institut Integration und Partizipation
- Partner
- Sozialhilfe Basel-Stadt (Valentin Schnorr)
- Förderung
- Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS)
- Laufzeit
- 1.12.2023 – 31.12.2024
1.6.2025 – 31.05.2026 - Leitung
- Dr. Benedikt Hassler
Dr. Christophe Roulin
Kontakt

Dr. Benedikt Hassler
- Telefon
- +41 62 957 25 35
- benedikt.hassler@fhnw.ch

Dr. Christophe Roulin
- Telefon
- +41 62 957 21 27