Yannick von Arx arbeitet im diplomatischen Dienst in Peking. Nach einer früheren Karriere im Bankwesen befindet sich der Schweizer Staatsbürger nun in der Endphase des Swiss-International-MBA-Programms, wobei er Samstagsvorlesungen in Peking mit einer Vollzeitstelle im internationalen Bereich verbindet. In diesem Interview spricht er darüber, warum er sich für einen Fern-MBA mit weltweiten Studienreisen entschieden hat und welche Erkenntnisse er aus dem Programm mitnimmt.
Autorin - Alice Lydia Frey
Die Entscheidung für den Swiss-International MBA
Yannick trat dem Programm etwa ein Jahr nach seinem Amtsantritt in seiner derzeitigen diplomatischen Funktion bei. Nachdem er sich eingearbeitet hatte, wollte er sich im Bereich Management und Führung weiterentwickeln: «Ich hatte das Gefühl, dass ich mich persönlich weiterentwickeln wollte, auch im Bereich Management und Führung.»
Für jemanden, der in China Vollzeit arbeitet, war die Struktur des Studiengangs von grosser Bedeutung. Der Unterricht am Samstag beginnt um 10.00 Uhr Schweizer Zeit, was in Peking 16.00 Uhr entspricht. Das passt sowohl zu seiner Arbeitswoche als auch zur Zeitverschiebung nach Europa. Die internationalen Studienreisen waren ein weiterer wichtiger Faktor, und Yannick hat bisher an Reisen nach Japan, Deutschland, Polen und in die Schweiz teilgenommen.
Ein weiterer Punkt, der das Programm für ihn besonders attraktiv machte, war, dass er seinen Job in Vollzeit weiter ausüben konnte. «Ich muss mein Arbeitspensum von 100% nicht reduzieren. Bei vielen anderen MBA-Programmen muss man jeden Freitag und Samstag Vorlesungen besuchen, und dann kann man nur noch zu 80% arbeiten.»
Dozenten, die so vielfältig sind wie die Studierenden
Was Yannick am positivsten überraschte, war die Vielfalt seiner Kommilitonen und Dozenten. Die Teilnehmergruppe vereint ein breites Spektrum an Berufserfahrung aus unterschiedlichsten Branchen wie der Pharmabranche, der IT-Branche und dem Bankwesen. Jeder betrachtete dasselbe Thema aus einer anderen beruflichen Perspektive, was den Diskussionen Tiefe verlieh.
Diese internationale Vielfalt prägte auch den Lehrbetrieb. «Auch die Dozenten und Professoren waren sehr unterschiedlich», sagt er. «Als Schweizer, der seit fast 15 Jahren in Asien tätig ist, halte ich das für einen echten Vorteil.»

Aktuelle Inhalte, praktische Toolkits
Was Yannick am meisten in Erinnerung geblieben ist, sind die Methoden und Konzepte der modernen Führung sowie eher akademische Grundlagen wie qualitative und quantitative Forschung, die für ihn Neuland waren. Der Lehrstoff war auf dem neuesten Stand: «Wir haben uns mit den aktuellen KI-Trends, den neuesten Entwicklungen in der digitalen Transformation und den neuesten Forschungsergebnissen zum kollaborativen Management beschäftigt. Das war sehr gewinnbringend. Es war am Puls der Zeit und keineswegs veraltet.»
Er konnte zudem vieles von dem, was er gelernt hat, in seiner eigenen Arbeit umsetzen, unter anderem in Zusammenarbeit mit seinem Team aus Schweizer und chinesischen Kollegen, wobei er sowohl Führungsinstrumente als auch Ideen aus dem Modul zum interkulturellen Management anwenden konnte.
Eine «Digital-First» Arbeitsweise
Anfangs ging Yannick davon aus, dass das Programm grösstenteils aus Selbststudium bestehen würde. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Gegenteil der Fall war. Etwa die Hälfte der Arbeit wird in Gruppen erledigt, und das Format zwingt jeden dazu, sich zu einem selbstbewussten Teamplayer im Homeoffice zu entwickeln. «Man muss zu 100% digital versiert sein.» Da die Kommilitonen über verschiedene Zeitzonen verteilt sind, muss jedes Meeting pünktlich, gut vorbereitet und zielgerichtet sein.
Dadurch hat er auch seine Kommunikations- und Zeitmanagementfähigkeiten verbessert. Um alles unter einen Hut zu bringen, reserviert Yannick seine Samstage und zwei Abende unter der Woche für den MBA, hält sich die Sonntage frei und geht joggen, um abzuschalten und neue Energie zu tanken.
Thesis: Der Einsatz von KI in der Kommunikationsbranche
Yannick befindet sich derzeit in der Abschlussphase seines Studiums. In seiner Forschungsarbeit untersucht er, wie die Abteilungen für Kommunikation, Social Media und Public Relations grosser multinationaler Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen, und stellt am Ende einen praktischen Leitfaden für Teams in der Unternehmenskommunikation vor.
«Alle reden über KI, und es gibt zahlreiche Forschungsarbeiten zur technischen Umsetzung von KI, aber nur wenige dazu, wie ein Unternehmen – insbesondere eine Kommunikationsabteilung – KI in der Praxis einsetzen kann.» In den meisten grossen Unternehmen beobachtet er, dass der Einsatz von KI von unten nach oben erfolgt, wobei die Mitarbeiter eher auf eigene Faust experimentieren, anstatt klare Vorgaben von oben zu befolgen. Sein Leitfaden soll dazu beitragen, diese Lücke zu schliessen.
Für wen ist das Programm geeignet?
Auf die Frage, wem er das Programm empfehlen würde, antwortet Yannick ohne zu zögern: «Ich empfehle es wärmstens allen, die international tätig sind, in der Schweiz oder im Ausland leben oder für ein Unternehmen arbeiten, bei dem sie alle sechs Monate den Standort wechseln müssen. Bei jedem anderen MBA-Programm ist man mindestens eineinhalb bis zwei Jahre an einen Standort gebunden.»
Seine einzeilige Zusammenfassung der MBA-Erfahrung ist ebenso praxisnah: «Der MBA hat mir die neuesten Management- und Führungsinstrumente an die Hand gegeben, die ich in der Praxis anwenden kann.» Zusammen mit den internationalen Studienreisen, den Unternehmensbesuchen und einem Netzwerk von Kommilitonen, die bereit sind, ihre Kontakte für andere zu öffnen, habe ihm dies eine solide Grundlage für die nächsten Schritte in Richtung einer höheren Führungsposition verschafft, sagt er.

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