Dr. Gwendolin Wilke macht aus komplexen Datenwelten greifbare Geschichten und zeigt, wie sich mit Data Analytics, Machine Learning und KI verborgene Muster entdecken lassen. Mit viel Begeisterung, Kreativität und Nahbarkeit ermutigt sie Studierende, über sich hinauszuwachsen und komplexe Probleme mutig zu lösen.
Was unterrichtest du und was fasziniert dich an deinem Fachbereich?
Ich unterrichte Datenanalyse in den Modulen Business Intelligence, Machine Learning und KI, Data Science und Zeitreihenanalyse.
Was mich an diesem Fachbereich fasziniert?
Muster, Trends und Zusammenhänge sind für uns Menschen enorm wichtig, um die Welt um uns herum zu verstehen und sie vorhersagbar zu machen. Wenn wir Zusammenhänge kennen, können wir besser kontrollieren, was als nächstes geschieht. Das gilt für technische Anwendungen wie autonome Fahrzeuge genauso wie im Business, bspw. in der Vertriebs‑ und Marketing‑Optimierung.
Viele Zusammenhänge sind jedoch in einer simplen Tabelle oder einer Visualisierung gar nicht erst erkennbar! Das liegt einfach daran, dass die Realität zu komplex und zu vielschichtig ist, um sie auf einem zweidimensionalen Bildschirm darzustellen. Data Analytics, Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz hilft uns diese Welten zu durchstöbern und verborgene Zusammenhänge in hochdimensionalen Räumen zu entdecken. Sie sind wie ein zusätzliches Sinnesorgan, das uns hilft, einen unsichtbaren Schatz zu heben.
Was bereitet dir beim Dozieren am meisten Freude?
Ich freue mich unheimlich, wenn ich es schaffe, abstrakte oder komplexe Sachverhalte für euch greifbar, nachvollziehbar, sinnvoll und interessant zu machen. Ich liebe es, wenn ich merke, dass der Funken der Begeisterung übergesprungen ist.
Oft hat man das Gefühl, dass abstrakte Dinge wie Formeln oder Algorithmen verstaubt und langweilig sind, oder dass sie sind wie der Zeigefinger der Mutter als man klein war: man muss etwas tun, man weiss nicht warum, und man wird bestraft wenn man es falsch macht. Ich liebe es, wenn Studierende merken, dass es gerade andersherum sein kann: sie sind wie Lego oder Minecraft – man kann alles daraus basteln worauf man Lust hat. Ganze Welten! Die einzelnen Schritte sind super einfach. Man fängt klein an und tut noch einen Stein drauf und noch einen, und es wächst! Wenn die Steine mal nicht zusammenpassen, dann merkt man das schon, wenn man mal daran rüttelt. Man kann eigentlich nichts falsch machen. Es ist bunt, kreativ, kann enorm viel Spass machen und wenn man Glück hat, kann man am Ende damit zum Mond oder Mars fliegen.
Welche Fähigkeiten erwerben die Studierenden bei dir?
In meinen Modulen lernt Ihr Daten zu modellieren, strukturiert zu analysieren und Vorhersagen zu machen. Ihr lernt Algorithmen kennen und ihr lernt zu verstehen, warum sie überhaupt funktionieren. Idealerweise werdet ihr Spass am Problemlösen finden (wenn ihr es nicht schon habt!), Neugier, Selbstbewusstsein, Flexibilität und Kreativität im Denken, und vielleicht sogar ein bisschen Faszination für Mathematik. Aber keine Angst, meine Module sind keine Mathe-Module – es geht mehr um die Anwendung und das konzeptionelle Verständnis.
Wie würdest du deinen Lehrstil beschreiben?
Wenn immer es möglich ist unterrichte ich in einer Art geführtem Dialog: Ich präsentiere euch eine Fragestellung und entwickle Schritt für Schritt gemeinsam mit euch eine Lösung. In einem Brainstorming sagt Ihr mir was mögliche nächste Schritte wären, oder ihr löst kleinere Teilaufgaben in Gruppenübungen, die sich dann zu einem grösseren Ganzen zusammenfügen. Mir ist wichtig, dass Algorithmen und Modelle nicht fertig vom Himmel fallen, sondern aus einem kreativen Prozess heraus entstehen, den wir gemeinsam entwickeln.
Welchen Rat gibst du zukünftigen Studierenden?
Wenn ihr eine Gelegenheit dazu habt: Gebt euch selbst die Erlaubnis festzustellen, dass ihr mehr könnt als ihr denkt!
Eine der prägendsten Erfahrungen in meinem Mathematik-Studium war, dass ich im ersten Semester dachte, dass ich ein Leben lang brauchen würde um all den Stoff zu lernen und zu verstehen, der verlangt wurde. Dann habe ich gemerkt, dass es machbar war! Es hat sich angefühlt als ob ich bei 120 km/h auf der Autobahn den Kopf aus dem Fenster gehalten hätte. Es war fast unmöglich und hat mir den Atem geraubt, es war frustrierend und anstrengend, ich habe (heimlich) gejammert und gelitten. Aber es war am Ende machbar! Und dann hatte ich eine Superpower mehr: ich wusste, dass ich mich in no time durch dicke komplizierte Bücher wühlen kann, und kein Buch würde mich je wieder einschüchtern.
Diese Erfahrung hat mir enorm viel Selbstvertrauen gegeben und mir gezeigt, dass man ruhig mal versuchen kann das Unmögliche möglich zu machen. Mein Rat ist: pusht eure Grenzen.
Was müssen die Studierenden über dich wissen?
In Vorlesungen geht manchmal die Begeisterung mit mir durch. Wenn ich überziehe, macht mich drauf aufmerksam, dass Pausenzeit ist. Meine Entschuldigung ist, dass ich Wienerin bin – in Wien nimmt man die Pünktlichkeit nicht ganz so genau wie hier ;-). Ganz gemäss dem Cliché mag ich tatsächlich sehr gerne Schnitzel und Sachertorte. Und ich bin, glaub ich, recht nahbar. Sprecht mich ruhig an!
Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Ich gehe viel an Konzerte – Musikstile mag ich quer durch die Bank: von Minimal, Jazz, Pop, Funk, Blues bis Hardrock. Ich bin extrem gern in der Natur und gehe sehr gerne Wandern. Ausserdem liebe ich das Reisen und gehe gerne auch mal mit Zelt und Kocher campieren.

Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik




