Wie weit ist der KI-Einsatz im HR in der Schweiz bereits fortgeschritten - und welche Rolle kann das HRM künftig als Treiber und Enabler von KI in Organisationen übernehmen?
Antworten darauf liefert die diesjährige HR-Trendstudie des Instituts für Personalmanagement und Organisation der FHNW, die gemeinsam mit HR Today durchgeführt und am HR FESTIVAL europe vorgestellt wurde.

Künstliche Intelligenz verändert das Personalmanagement mit hoher Dynamik. Sie verspricht effizientere Prozesse, neue Entscheidungsgrundlagen und innovative Einsatzmöglichkeiten im HR. Gleichzeitig wirft sie Fragen auf: Welche Kompetenzen braucht das HRM im Umgang mit KI? Welche Richtlinien und Kontrollmechanismen sind notwendig? Und wie kann sich HR strategisch positionieren, wenn KI nicht nur einzelne Prozesse, sondern ganze Organisationen verändert?
Diesen Fragen widmet sich die diesjährige HR-Trendstudie «HRM als Treiber & Enabler von KI in Organisationen(?)», die das Institut für Personalmanagement und Organisation der FHNW in Zusammenarbeit mit HR Today durchgeführt hat. Die Ergebnisse wurden am HR FESTIVAL europe präsentiert und in einer Paneldiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis vertieft.
KI im HR: Zwischen Anwendung und Reflexion
Die Studie beleuchtet zum einen, wie KI heute bereits in HR-Abteilungen in der Schweiz eingesetzt wird. Im Fokus stehen dabei die konkrete Nutzung in Aufgaben und Prozessen, vorhandene Kompetenzen, organisatorische Verankerungen, Einstellungen gegenüber KI sowie der wahrgenommene Nutzen von KI-Anwendungen.
Zum anderen richtet die Untersuchung den Blick auf das HRM als möglichen Enabler für den KI-Einsatz in Organisationen insgesamt. Im Zentrum stehen dabei Erwartungen von Geschäftsleitung und Linie an das HRM, mögliche künftige Rollen sowie der konkrete Unterstützungsbedarf innerhalb der HR-Funktion.
Vier Fokusthemen in der Paneldiskussion
Im Rahmen der Veranstaltung wurden insbesondere vier Themenfelder diskutiert:
- KI-Nutzung in Aufgaben und Prozessen im HRM
- KI-Kompetenzen im HRM
- Richtlinien und Kontrolle zu KI
- Künftige Positionierung des HRM
Dabei wurde deutlich, dass sich das HRM in einem Spannungsfeld bewegt: zwischen technologischem Fortschritt, strategischen Erwartungen der Organisation und der Notwendigkeit, den Einsatz von KI kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll mitzugestalten.

Neue Anforderungen an das HRM
Die Studie zeigt, dass der Einsatz von KI im HRM weit über Fragen der Effizienz hinausgeht. Gefragt sind nicht nur technologische Fähigkeiten, sondern auch ein reflektierter Umgang mit Daten, Fairness, Datenschutz und möglichen Diskriminierungsrisiken.
Zugleich wird deutlich, dass KI-Kompetenz im HRM breiter verstanden werden muss: Neben technischem Wissen gewinnen Erfahrungswissen, fachliche Einordnung und die Fähigkeit, KI-generierte Ergebnisse kritisch zu bewerten, an Bedeutung. Gerade darin kann HRM eine wichtige Rolle übernehmen - sowohl in der eigenen Funktion als auch als Mitgestalterin organisationaler KI-Reife.
Impulse für Praxis und Forschung
Mit der jährlich gemeinsam mit HR Today durchgeführten Trendstudie untersucht das Institut für Personalmanagement und Organisation der FHNW aktuelle HR-Trends in der Schweiz und diskutiert diese mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis im Rahmen einer Veranstaltung.
Die diesjährige Ausgabe liefert damit nicht nur empirische Einblicke in den Stand des KI-Einsatzes im HR, sondern setzt auch wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des HRM im Kontext von Künstlicher Intelligenz.
„Die Ergebnisse zeigen, dass HR im Umgang mit KI nicht nur Anwenderin, sondern auch Mitgestalterin sein kann - vorausgesetzt, Kompetenzen, Rollenverständnis und Rahmenbedingungen werden aktiv weiterentwickelt.“
Ergebnisbericht

Ergebnisbericht der aktuellen Trendstudie
Kontakt

Dr. Christoph Vogel
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- christoph.vogel@fhnw.ch