Die psychiatrische Versorgung von morgen braucht die Perspektive der Sozialen Arbeit. Um die Rolle der Profession im klinischen Feld systematisch zu stärken, haben die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW (HSA) und der Sozialdienst der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) eine langfristige Kooperation vereinbart. Ein gemeinsamer Strategieworkshop im Sommer konkretisierte mögliche Felder der künftigen Zusammenarbeit.

Ein starkes Fundament für komplexe Fragen
Das Thema der psychischen Gesundheit rückt auch gesellschaftlich immer mehr in den Fokus. Damit eng verbunden bewegt sich die psychiatrische Versorgung in einem dynamischen Umfeld mit sich verändernden Bedarfen und Bedürfnissen und daraus resultierenden Anforderungen und Aufträgen sowie neuen Behandlungskonzepten.
Vor diesem Hintergrund haben die HSA FHNW (vertreten durch Prof. Agnes Fritze und Prof. Carlo Fabian) sowie der Sozialdienst in der Direktion Pflege, MTD und Soziale Arbeit der UPK Basel (vertreten durch Prof. André Nienaber, Jörg Müller und Benjamin Holinger) am 26. Januar 2026 eine offizielle Absichtserklärung zur Zusammenarbeit und gemeinsamen Weiterentwicklung im Sinne einer Akademie-Praxis-Partnerschaft unterzeichnet.
Vereinbart wurde eine langfristige Kooperation zur Weiterentwicklung der Rolle Sozialer Arbeit in der psychiatrischen Versorgung. Dazu gehören gemeinsame Entwicklungs- und Innovationsfelder, Wissenstransfer und die Rückbindung von Praxisfragen in Forschung, Aus- und Weiterbildung sowie mögliche gemeinsame Forschungs-, Entwicklungs- und Weiterbildungsprojekte.
Die Verbindung von hochschulischer Expertise mit klinischer Praxis soll spürbare Mehrwerte für die Behandlung und Versorgung der Patient*innen und die Arbeit der Fachpersonen generieren. Die UPK bringen ihre breite Erfahrung als grosse Praxisorganisation ein, die HSA steuert Erkenntnisse aus Forschung, Lehre und evidenzbasierter Methodenentwicklung bei.
Strategische Handlungsfelder im Fokus
Ein Strategie-Workshop der Kerngruppe am 1. Juli 2026 konkretisierte die künftige Zusammenarbeit. Im Zentrum steht der systematische Wissenstransfer zwischen Hochschule und Klinik. Als mögliche Anschlussfelder wurden unter anderem Integration und Lebensführung, Job Coaching und Supported Employment, Weiterbildung und Fachseminare sowie studentische Arbeiten identifiziert.
Ein bereits vertrauter Anknüpfungspunkt ist das Thema Integration und Lebensführung, das sich in der bisherigen Zusammenarbeit als fachlich tragfähig erwiesen hat und nun weiter vertieft werden soll.
Gemeinsam werden praxisnahe Fragestellungen evaluiert und wissenschaftlich aufbereitet. Diese Erkenntnisse fliessen direkt in die Bachelor- und Masterstudiengänge, in die Weiterbildungsangebote der HSA sowie in zukünftige Forschungs- und Dienstleistungsprojekte ein. Im Gegenzug wurde im Workshop angeregt, dass Hochschule und UPK künftig gemeinsam prüfen, wie sich interne Weiterbildungs- und Professionalisierungsinitiativen der UPK gezielter mit der Expertise der HSA verbinden lassen.
Ausblick
Die Kooperation wird nun schrittweise und bedarfsorientiert mit Leben gefüllt. Zu den nächsten Schritten gehören die fachliche Sortierung der identifizierten Themen und ein weiterer Austausch zwischen den fachlich Beteiligten von HSA und UPK.
Die Partnerschaft ist langfristig angelegt und nutzt fest verankerte, regelmässige Reflexionsgefässe. Diese sollen sicherstellen, dass sich die entstehenden Projekte entlang des tatsächlichen Bedarfs entwickeln. Für Fragen und Projektideen stehen die Leitungen und Teams der beteiligten Institutionen bereit.
Kontakt
Nico Scheidegger
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