Der Sex Health Survey 2022 liefert Einblicke in das HIV/STI-Schutzverhalten von Personen, die Sex mit Gelegenheitspartner*innen haben.

Zwischen März und Oktober 2022 wurden 2’571 Personen im Alter von 15 bis 80 Jahren befragt. Der Fokus lag dabei auf Schlüsselgruppen der Prävention, darunter Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), Frauen, die Sex mit Frauen haben (FSF), Sexarbeiter*innen, trans Menschen sowie Personen aus HIV-Hochprävalenzländern.
Die Ergebnisse zeigen, dass knapp die Hälfte der Befragten, die innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate Gelegenheitssex hatten, sich dabei immer vor HIV geschützt hatten. Dies geschah entweder durch die Verwendung von Kondomen und/oder durch die Nutzung der HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), einem Medikament, das HIV-negative Personen verwenden, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.
Die Impfrate gegen Humane Papillomaviren (HPV) und Hepatitis A/B war generell hoch, wobei knapp zwei Drittel der Befragten gegen Hepatitis A und knapp drei Viertel gegen Hepatitis B geimpft waren. Etwa zwei Drittel der Befragten hatten sich im Vorjahr auf HIV testen lassen, während rund 12 % bis dahin noch nie einen HIV-Test gemacht hatten.
Schutzfaktoren durch Präventionsarbeit positiv beeinflusst
Der Sex Health Survey identifizierte Faktoren, die den Gebrauch von Kondomen und PrEP beim Sex mit Gelegenheitspartner*innen beeinflussen. Einige dieser Faktoren können durch Präventionsarbeit positiv beeinflusst werden. Hierzu gehören die Verbesserung des Wissens zum HIV/STI-Schutzverhalten, die Förderung einer positiven Einstellung zum Kondomgebrauch und zur Nutzung der PrEP sowie Massnahmen zur Unterstützung des Coming-outs, zur Stärkung des psychischen Wohlbefindens und des Selbstwertgefühls.
Der vollständige Schlussbericht mit den Studienergebnissen wurde Mitte März 2024 veröffentlicht und steht der Öffentlichkeit hier zur Verfügung.
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