Studierende der Sozialen Arbeit erkunden Housing-First-Ansätze in Washington D.C
Vom 31. August bis zum 4. September reisten 16 Studierende der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW nach Washington, D.C. Unter der Leitung von Christoph Mattes und Zsolt Temesvary tauchte die Gruppe eine Woche lang in sozialarbeiterische Strategien, Methoden und Interventionen zur Unterstützung von Menschen ein, die von Obdachlosigkeit betroffen sind. Im Zentrum stand die Frage, wie Menschen in komplexen, mehrfach belasteten Lebenslagen wirksam und nachhaltig begleitet werden können – mit einem besonderen Fokus auf Housing-First-Ansätzen, die auch in der Schweiz zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Einblicke in die Praxis vor Ort
Die Studienreise führte die Gruppe zu renommierten Housing-First-Organisationen wie Pathways to Housing DC und Community Connections. Fachpersonen gewährten detaillierte Einblicke in ihre Arbeit und zeigten auf, wie zentral integrierte Unterstützungsangebote sind – von aufsuchender Sozialarbeit über Sozialberatung und Tagesstrukturen bis hin zu Gesundheitsversorgung und Wohnangeboten. Besonders wertvoll waren die Gespräche mit Menschen, die selbst von Obdachlosigkeit betroffen waren, und deren persönliche Einblicke in ihre Lebenssituation.
Weitere Stationen waren die Redaktion der Strassenzeitung Street Sense Media sowie die Martin Luther King Jr. Memorial Library, die täglich bis zu 200 wohnungslose Menschen mit professionellen sozialarbeiterischen Angeboten unterstützt.
Die Eindrücke bewegten die Teilnehmenden sichtlich. «Ich hätte nicht gedacht, dass Menschen in einer führenden Weltmacht unter derart prekären Bedingungen leben», sagt eine Studierende. Eine anderer Teilnehmer bringt die politische Dimension der Thematik auf den Punkt: «Ich frage mich, ob bei diesem politischen Gegenwind überhaupt Professionalität in der Sozialen Arbeit möglich ist?»
Wie Zsolt Temesvary erläutert, beleuchtete die Studienreise Obdachlosigkeit stets im grösseren Zusammenhang:
Akademischer Austausch und Rahmenprogramm
Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch der Catholic University of America, wo im Rahmen eines Workshops ein intensiver fachlicher Austausch über Studienangebote, Lehrkonzepte und Forschungsprojekte in der Sozialen Arbeit stattfand – mit Blick auf die Schweiz und die USA.
Das kulturelle Rahmenprogramm umfasste Besuche des US-Kapitols und des National Museum of African American History and Culture. Zum Abschluss waren die Teilnehmenden zu einem Frühstück in der Schweizer Botschaft eingeladen, wo sie sich mit Vertreter*innen der Schweizer Kulturdiplomatie austauschten und mehr über Studien- und Praktikumsmöglichkeiten in den USA erfuhren.
Für Christoph Mattes bleibt vor allem ein Eindruck bestehen:
Die Studienreise vertiefte die bestehenden fachlichen Beziehungen der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in den USA und legte den Grundstein für neue Kooperationen mit Praxisorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Washington, D.C.
Kontakt
Dr. Zsolt Temesvary
- Telefon
- +41 61 228 61 08
- zsolt.temesvary@fhnw.ch
Dr. Christoph Mattes
- Telefon
- +41 62 957 26 35
- christoph.mattes@fhnw.ch






