Hilfe, die ankommt: Nachhaltiger Kindesschutz zwischen familiärer Lebenswelt, Kooperation und Eingriff
Eckdaten
- Veranstaltet durch
- Institut Kinder- und Jugendhilfe
Hochschule für Soziale Arbeit FHNW - Veranstaltungssprache
- Deutsch
- Adresse
- Hofackerstrasse 30
4132 Muttenz
Zielpublikum
Die Vorträge und Workshops richten sich an Fach- und Leitungspersonen aus Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, aus sozialen Diensten, aus Fachdiensten und Beratungsstellen mit Aufgaben im Kindesschutz. Im Weiteren adressieren die Tagungsinhalte Personen, die mit zivilrechtlichen Kindesschutzmassnahmen mandatiert sind wie beispielsweise Beistände und Beiständinnen, Mitglieder von Aufsichtsbehörden und politische Verantwortlichesowie sonstige an Kindeswohlfragen interessierte Fachkräfte.
Inhalte
Nachhaltig wirksamer Kindesschutz gelingt dann, wenn Hilfearrangements an die Lebenswelten von Familien anschliessen. Das bedeutet, ihre Sichtweisen und Lösungsvorstellungen aufzugreifen und als massgebliche Referenzpunkte für die Hilfegestaltung zu nutzen. Empirische Studien zeigen deutlich: Hilfen wirken dann nachhaltig, wenn sie sich an den Lebenslagen und Perspektiven von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern orientieren und wenn die Unterstützungsangebote verschiedener Systeme gut koordiniert sind.
Die Praxis zeigt, dass der Weg dorthin anspruchsvoll ist und Fachpersonen sich in einem komplexen Spannungsfeld zwischen familiärer Lebenswelt, Kooperation und notwendigen Eingriffen bewegen. In ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und dem familiären Umfeld sind sie dabei mit unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Erwartungen, komplexen Lebenssituationen sowie strukturellen Rahmenbedingungen (wie gesetzliche Aufträge, Finanzierungslogiken und verfügbare Angebote) konfrontiert. In diesen Konstellationen sind sie gefordert, fachlich fundiert, verlässlich und mit Weitblick zu handeln.
Dabei prägen unterschiedliche Dynamiken die Kindesschutzarbeit: Einerseits schaffen behördliche oder gerichtliche Entscheidungen und Anordnungen einen Zwangskontext. Dieser stellt hohe Anforderungen an eine professionelle Beziehungsgestaltung und an den verantwortungsvollen Umgang mit Macht. Andererseits wird auf einvernehmliche Lösungen hingewirkt. Hier besteht die Herausforderung darin, Mitwirkungsbereitschaft und -fähigkeit nicht nur als statische Voraussetzung für Einvernehmlichkeit zu verstehen, sondern sie mit Eltern zusammen zu entwickeln und zu stärken.
Nachhaltigkeit im Kindesschutz bedeutet daher, Wirkung nicht nur punktuell, sondern über gesamte Hilfearrangements hinweg mitzudenken und systematisch zu fördern.
Die Fachtagung «Hilfe, die ankommt: Nachhaltige Kindesschutzarbeit zwischen Eingriff, Kooperation und familiärer Lebenswelt» widmet sich folgenden Fragen:
Was bedeutet «Mitwirkungsbereitschaft» und «Mitwirkungsfähigkeit» von Eltern konkret – und wie können diese gemeinsam mit Familien entwickelt und gestärkt werden, um eine nachhaltig wirksame Abwendung von Kindeswohlgefährdungen zu erreichen?
Wie können angeordnete und einvernehmliche Hilfen so kombiniert werden, dass sie den Schutz von Kindern sichern, ihre Entwicklung langfristig fördern und nachhaltige Wirkung über gesamte Hilfeverläufe hinweg entfalten?
Nach welchen fachlichen Kriterien und unter welchen Bedingungen werden Kindesschutzmassnahmen sowie einvernehmlich vereinbarte Leistungen erfolgreich abgeschlossen und Übergänge gestaltet? Und wie lässt sich eine nachhaltige Stabilisierung der Familiensituation sicherstellen?
Was bedeutet aus Sicht von Kindern, Jugendlichen und Eltern gelingende Unterstützung und welche Hinweise geben ihre Erfahrungen und Perspektiven für eine nachhaltige Weiterentwicklung von Praxis und Strukturen im Kindesschutz?
Programm
Ein Eröffnungsvortrag und drei parallele Vorträge gliedern den Vormittag, am Nachmittag sorgen sechs Workshops sowie ein Abschlussimpuls mit Fachgespräch sowie der Ausblick für eine ausführliche Standortbestimmung. Detaillierte Programminhalte sind ab September hier abrufbar.
Kontakt

Dr. Clarissa Schär
- Telefon
- +41 61 228 52 85
- clarissa.schaer@fhnw.ch

Dr. Brigitte Müller
- Telefon
- +41 61 228 59 61
- brigitte.mueller@fhnw.ch

Jeannette Ritschard
- Telefon
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