Die vierjährige Studie untersucht die Bedingungen und Veränderungen des persönlichen Lebens von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die in stationären Jugendhilfeeinrichtungen leben. Dabei wird untersucht, welche Faktoren das Wohlbefinden beeinflussen und welche Veränderungen das persönliche Leben über die drei Erhebungszeitpunkte erfährt.

Persönliches Leben
Wir Menschen bewegen uns in verschiedenen sozialen und räumlichen Kontexten, die wir als Akteur*innen unseres persönliches Lebens gestalten und in unsere Biografie integrieren. Das Konzept «Personal Life» von Carole Smart versteht das persönliche Leben als einen Zusammenhang von sozialen Beziehungen und Orten, in dem ein Gefühl von Identität, Zugehörigkeit und Verbundenheit hergestellt wird. Jugendliche, die in einem Heim leben, stehen vor der Herausforderung, verschiedene – und teilweise sehr entgegengesetzte – Wohnorte und Beziehungskontexte so zu verarbeiten, dass sie Identität und Zugehörigkeit herstellen können.
Fokus der Studie
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht daher die Frage, wie die jungen Menschen durch die stationären Erziehungshilfen ihr persönliches Leben in Bezug auf die beiden Dimensionen soziale Beziehungen und Wohnorte verändern. Neben diesen Dimensionen werden auch die Bedingungen für das persönliche Leben (aktuelle Wohngruppe, Herkunftsfamilie, bisherige Platzierungen, Perspektivenplanung etc.) und die Folgen für das Wohlbefinden der Jugendlichen erhoben. Von Interesse sind folgende Fragen:
- Welches sind wichtige Personen (oder Tiere) im Leben der Jugendlichen?
- Wie haben die Jugendlichen Kontakt zu diesen wichtigen Personen (oder Tieren)?
- Wie fühlen sie sich integriert und unterstützt?
- Welche Wohnorte haben die Jugendlichen ausser dem Heim noch?
- Wo fühlen sie sich wohl und zu Hause?
Was leistet die Studie?
In der Studie wird die Sichtweise der Jugendlichen auf ihr persönliches Leben innerhalb und ausserhalb der stationären Erziehungshilfe erstmals in den Mittelpunkt gerückt. Dabei wird untersucht, welche Faktoren das Wohlbefinden der jungen Menschen beeinflussen und welche Veränderungen das persönliche Leben über die drei Erhebungszeitpunkte erfährt. Die Studie leistet somit einen Beitrag, die Perspektive auf und die Veränderungen im persönlichen Leben der jungen Menschen besser zu verstehen und so Entwicklungsimpulse für die Praxis zu generieren.
Weitere Informationen
- Website www.steplife.ch
- Erklärungsvideo
Zwischenergebnisse der Studie
Erste Ergebnisse aus der Studie finden sich in diesem Artikel. Eine kurze Zusammenfassung findet sich auch im Video unter diesem Text.
Aktuell werden die Ergebnisse der drei Befragungswellen sowie der 29 biografisch-narrativen Interviews gebündelt und der Fachwelt sowie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bereits jetzt sind aus dem Projekt mehrere wissenschaftliche Fachartikel entstanden, unter anderem in den Zeitschriften European Journal of Social Work, Children and Youth Services Review sowie Child & Family Social Work. Einige der Beiträge sind hier unten verlinkt.
2027 erscheint ein Sammelband zur Studie, der auch Beiträge von anderen Fachpersonen enthält.
Netzwerk und WohlbefindenDie Bedeutung der Rückkehrerwartung für das Zugehörigkeitsempfinden von Jugendlichen im HeimkontextReturning to the Family after Redential Care: Changes in Young People’s Well-Being and their Assessment of the TransitionBeyond Institutional Boundaries: The Relationship Between the Personal Networks of Young People in Residential Care and Their Sense of BelongingMultilocal housing arrangements of young people in residential care / Multilokale Wohnarrangements von jungen Menschen in der stationären Jugendhilfe
Projektdetails
- Forschungsfeld
- Hilfen zur Erziehung und Kindesschutz
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Soziale Arbeit FHNW / Institut Kinder- und Jugendhilfe
Projekttitel
Projektteam
Projektpartner
Dauer
Finanzierung
Institut
Kontakt

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Jana Osswald
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Prof. Dr. Dorothee Schaffner
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