Toni Jehles Weg begann in der Technik: Nach vielen Jahren im Engineering wechselte er ins Marketing und kehrte später in eine Führungsrolle zurück. Heute verantwortet er als Abteilungsleiter das Solutions Portfolio bei einem weltweit führenden Anbieter von Messtechnik und führt ein internationales Team. Seinen Dual Degree MBA absolvierte er neben einem 100-Prozent-Pensum - eine Erfahrung, die seinen Weg vom Ingenieur ins Business nachhaltig geprägt hat.
Autorin - Alice Lydia Frey
Im Interview erzählt Toni, warum sich der Dual Degree MBA für ihn als Techniker anbot, was ihn im Studium am meisten überraschte und welche Rolle das Programm für seine weitere Laufbahn spielte.
Vom Engineering ins Marketing

Toni begann den Dual Degree MBA kurz nach einem wichtigen beruflichen Schritt innerhalb seines Unternehmens. Jahrelang hatte er im Engineering gearbeitet, wo er auch eine Führungsrolle innehatte. 2020 wechselte er in eine Tochtergesellschaft im Bereich Durchflussmesstechnik und übernahm eine neue Rolle als Product Owner im Marketing, diesmal ohne direkte Führungsverantwortung. Für ihn war dies der richtige Moment, sein technisches Wissen um eine breitere betriebswirtschaftliche Perspektive zu ergänzen.
Im Gespräch mit seinem damaligen Vorgesetzten kam die Idee eines MBA rasch auf. «Ich hatte einen technischen Hintergrund, wollte aber auch gerne mehr über die Business-Seite lernen», sagt er. Aus der ersten Idee wurde schnell ein gemeinsamer Entscheid: Sein Vorgesetzter unterstützte das Vorhaben, und auch das Unternehmen stand von Anfang an dahinter.
Warum der Dual Degree MBA?
Für Toni passte der Dual Degree MBA auf mehreren Ebenen. Er arbeitet in einem internationalen Unternehmen, sein Team ist international, Englisch ist die tägliche Arbeitssprache. Ein englischsprachiger und international ausgerichteter MBA passte daher ideal zu seinem beruflichen Umfeld.
Ein weiterer entscheidender Punkt war der Stundenplan. «Der Dual Degree MBA war tatsächlich einer der ganz wenigen Studiengänge, die fast ausschliesslich am Samstag Unterricht hatten», erinnert er sich. Andere Programme, die er sich angeschaut hatte, lagen meist auf Freitag und Samstag oder auf Abenden unter der Woche. Das hätte bedeutet, sein Arbeitspensum zu reduzieren. Dank des Wochenendmodells konnte er sein 100-Prozent-Pensum beibehalten.
Zwei Abschlüsse von zwei Institutionen waren ursprünglich nicht sein Hauptgrund für die Wahl des Programms. Er hatte auch reine Online-MBAs aus dem Ausland in Betracht gezogen und war am Schluss froh, sich für ein Programm mit Präsenzunterricht entschieden zu haben. Den Doppelabschluss lernte er im Verlauf des Studiums zunehmend zu schätzen. «Es ist schon ziemlich einzigartig, dass man an zwei Universitäten eingeschrieben ist und am Ende aus einem Studium zwei Abschlüsse hat.»
Eine Gemeinschaft, die bleibt
Was Toni im MBA-Programm besonders überraschte, war die Gemeinschaft, die unter den Studierenden entstand. «Wir haben eine richtige Gemeinschaft gebildet, und die hält teilweise bis heute.» Mit mehreren Mitstudierenden ist er noch regelmässig in Kontakt.
Auch die internationale Zusammensetzung der Gruppe und der Dozierenden prägte seine Erfahrung. Die Dozierenden kamen aus unterschiedlichen Ländern und unterrichteten mit spürbarer Begeisterung. Manche gingen dabei weit über das Erwartete hinaus. «Man konnte sie am Wochenende abends anrufen und bekam trotzdem eine Antwort. Das war nicht selbstverständlich.»
Ein Karriereschritt kurz nach dem Abschluss
Der MBA führte für Toni schnell zu einer konkreten beruflichen Chance. Weniger als ein Jahr nach dem Abschluss, 2023, ergab sich die Möglichkeit, eine Abteilungsleitung zu übernehmen. Er bewarb sich und erhielt die Position.
Heute verantwortet er das Solutions Portfolio. Mit seinem Team analysiert er Märkte und Kundenbedürfnisse und entwickelt daraus Businesspläne und strategische Initiativen. Dabei war eine Führungsposition ursprünglich nicht das primäre Ziel des MBA. «Dass ich mich weiterentwickeln kann, war das Ziel. Ob es unbedingt eine Führungsaufgabe sein würde, stand nicht im Vordergrund», sagt Toni.
Dass ein MBA in seinem Unternehmen sowohl die Führungs- als auch die Fachexpertenlaufbahn unterstützt, macht die Weiterbildung für ihn in beide Richtungen wertvoll.
Mehr Selbstvertrauen durch die Herausforderung
Auch persönlich hat der MBA Toni geprägt. Vor allem sein Selbstvertrauen hat sich nachhaltig verändert. «Noch einmal zu lernen und mich einer solchen Herausforderung zu stellen, war nicht selbstverständlich. Mir selbst zu beweisen, dass ich es noch kann, und es dann auch durchzuziehen, war ein richtiges Erfolgserlebnis.»
Die Thesis: direkt im Job angewendet
Tonis Thesis mit dem Titel «Data Driven Digital Services for OEM Customers in the Food and Beverage Industry» war eng mit seiner Arbeit als Product Owner verbunden. Er wählte das Thema bewusst so, dass sich Studium und Beruf gegenseitig ergänzten. Für seine Thesis führte er Interviews mit Kunden seines Unternehmens und untersuchte deren Bedürfnisse sowie die Richtung, in die sich ihre Geschäfte entwickelten. «Das war nicht theoretisch, sondern praxisrelevant.»
Die direkte Verbindung zur beruflichen Praxis machte die Thesis nicht nur relevanter, sondern erleichterte ihm auch den Arbeitsalltag in dieser Phase.
Studium, Arbeit und Familie
Ein Vollzeitjob neben dem MBA war fordernd. Die Arbeit lag unter der Woche, das Studium am Wochenende. Schwieriger sei der Teil mit der Familie gewesen, sagt Toni: Die Wochenenden waren nicht mehr frei, und seine Familie musste während des Studiums einiges zurückstecken.
Disziplin und ein klar strukturierter Wochenrhythmus waren deshalb entscheidend. Der Sport blieb sein Ausgleich. Er war es schon vor dem MBA und ist es bis heute.
Für wen sich das Programm eignet?
Toni empfiehlt den Dual Degree MBA allen, die sich für Führung und internationales Business interessieren und eine berufsbegleitende Weiterbildung mit Präsenzunterricht, englischsprachigem Umfeld und einem Wochenendmodell suchen. Zwei Abschlüsse zu erwerben, ist für ihn ein wertvoller Zusatznutzen, der die internationale Ausrichtung des Programms zusätzlich unterstreicht.
Sein Fazit bringt seine Entwicklung treffend auf den Punkt: «Ich sehe den MBA als Brücke zwischen dem technischen Hintergrund, den ich mitgebracht habe, und dem eher unternehmerischen Denken, das ich heute habe. Es ist der Schritt, der meiner weiteren Karriere den Weg geebnet hat.»
Das Programm im Überblick
Der Dual Degree MBA (MBA FHNW Cross-Cultural Leadership / Edinburgh Business School) ist ein gemeinsames Programm der Hochschule für Wirtschaft FHNW und der Edinburgh Business School (Heriot-Watt University). Der englischsprachige Studiengang umfasst 100 ECTS und ist auf interkulturelle Führung ausgerichtet. Er ist berufsbegleitend angelegt, mit Workshops schwerpunktmässig am Samstag, und dauert in der Regel zwei bis drei Jahre. Die Workshops finden in Basel, der Studienstart ist jeweils im März, September oder Dezember möglich. Absolventinnen und Absolventen erwerben zwei anerkannte MBA-Abschlüsse: einen der FHNW und einen der Edinburgh Business School (Heriot-Watt University).
MBA FHNW Cross-Cultural Leadership / Edinburgh Business School
Kontakt
Dr. Laila Kabous
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