Studiengang, Allgemein, Auslandsaufenthalt

Austauschsemester bereut man nie

20. Juli 2020

Einmal Exchange Student sein: Für Lukas Trümpi war schon nach dem ersten Semester in Windisch klar, dass er gerne eine Weile im Ausland studieren will. Das Herbstsemester 2019 verbrachte er in Trondheim, Norwegen.

Lukas Trümpi vor der Altstadt Trondheim. Bild: ZVG.

Schon ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, seit er die Reise aus dem norwegischen Trondheim zurück in den Aargau angetreten hat. Und dennoch sind die Erinnerungen ans Austauschsemester noch ganz frisch. Lukas Trümpi, der in diesem Herbst sein letztes Semester im Bachelor-Studium Energie- und Umwelttechnik in Angriff nimmt, mag Skandinavien. «Deshalb war für mich klar, dass ich gerne einmal in einem der nordischen Länder studieren wollte.» Im vergangenen Herbst, zum Beginn von Trümpis drittem Studienjahr also, war es dann soweit.

Universität mit mehreren Campussen

Rund 1000 Austauschstudentinnen und -studenten aus der ganzen Welt seien im August 2019 nach Trondheim gekommen; einige blieben für zwei, andere, wie Trümpi, ein Semester. So war es einfach für ihn, den sozialen Anschluss zu finden und Reisen zu unternehmen. Im Sommer habe man in den nahen Seen gebadet, als die Tage kürzer wurden und Schnee fiel, konnte man langlaufen. «Der Ausflug auf die Lofoten ganz im Norden des Landes war besonders beeindruckend», sagt er.

Die Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim ist mit über 40 000 Studierenden die grösste Universität Norwegens – und sie hat ein bilaterales Abkommen mit der Hochschule für Technik FHNW. «Es war toll, an einer grossen Universität mit mehreren Campussen zu studieren», sagt Trümpi rückblickend. Gleich zu Semesterbeginn gab es eine grosse Eröffnungszeremonie. Zudem besteht ein umfangreiches Sportangebot der Hochschule. Das Leben in einer Wohngemeinschaft zu viert und Reisen machten Trümpis Austauschsemester kurzweilig.

Studium mit Fachmodulen und Norwegisch-Kurs

Trümpi besuchte insgesamt vier Module, zwei im Bereich Energie- und Umwelttechnik, lernte Norwegisch und belegte einen Kurs in norwegischer Geschichte. «Mir war es wichtig, auch etwas über das Land zu lernen», sagt er. Im Gegensatz zur Hochschule für Technik FHNW gibt es in Trondheim bedeutend weniger Kontaktunterricht. «Total hatte ich rund 14 Lektionen wöchentlich», sagt er.

In bestimmten Modulen seien jede Woche Assessments abzuliefern, damit man überhaupt zur Prüfung zugelassen werde. «Für die Prüfung musste ich mich dann separat anmelden», erzählt Trümpi. Die Kultur an der Universität sei schon etwas anders als an einer schweizerischen Fachhochschule – fachlich jedoch folgte er problemlos, die Klassengrösse war ähnlich wie in Windisch. Insgesamt konnte er sich bei der Rückkehr 25 ECTS-Punkte anrechnen; fast so viele wie in einem Semester an der FHNW.

Und wie lief es mit der Sprache?

«Norwegisch habe ich inzwischen leider fast wieder verlernt», sagt Trümpi. Die Fachmodule wurden auf Englisch gehalten. Bereits während und nach der Wirtschaftsmittelschule absolvierte er einen kürzeren und einen mehrmonatigen Sprachaufenthalt in England beziehungsweise Irland. «So war mein Englisch bereits vor dem Aufenthalt auf einem guten Stand.» Man solle sich aber nicht wegen der Sprache von einem Austauschsemester abhalten lassen.

«Es ist nie mehr im Leben so einfach, für drei bis sechs Monate im Ausland zu leben», ist er überzeugt. Natürlich hatte er Glück, gleich das Semester vor Corona erwischt zu haben. Aber die Normalität kehre zurück. Rückblickend würde er mehr Kontakt ausserhalb der «Exchange Students»-Blase suchen, mehr mit Norwegerinnen und Norwegern verkehren. Und schon denkt er an ein mögliches Master-Studium und einen weiteren Aufenthalt. Der Rat an andere? «Man darf’s wirklich wagen. Bereuen tut man ein Semester im Ausland nie.»

Mit dem VW-Bus unterwegs: Roadtrip mit Freunden nach Røros. Bild: ZVG.
Auf dem Weg zur Universität: Blick auf das hogwartsähnliche Gebäude Hovedbygningen am Campus Gløshaugen. Bild: ZVG.
Wochenendausflug in der Region Lofoten: Blick auf die Ortschaft Reine. Bild: ZVG.
Naturspektakel bei Nacht: Die Nordlichter über der kleinen Ortschaft Å auf den Lofoten. Bild: ZVG.

Ein internationales Netz für das Studium im Ausland

Die Hochschule für Technik FHNW ist mit zahlreichen Hochschulen auf der Welt vernetzt. So zum Beispiel mit europäischen Hochschulen wie der Tampere University of Applied Sciences in Finnland oder der Universität Bergamo in Italien. Im Rahmen von «Swiss European Mobility Programmes» (SEMP) können Studierende während ihrer Ausbildung eines oder zwei Semester an einer europäischen Universität im Netzwerk verbringen. Während dieser Zeit erhalten sie monatlich ein Stipendium. Zum Netzwerk der Hochschule für Technik gehören aber auch Universitäten in Mexiko, Taiwan, Südkorea oder Thailand. Ebenfalls möglich ist ein Auslandspraktikum mit IAESTE. Einige Universitäten verlangen mit der Bewerbung eine Sprachabklärung. Für die Koordination ist das International Office, geleitet von Prof. Dr. Markus Loepfe, zuständig. Weitere Informationen gibt’s auf dem Intranet der FHNW.

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