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Bachelor in Geomatik, Studierende berichten

Studierende berichten – GeoDesign und Planung: Wenn Geodaten die Welt von morgen formen

26. Mai 2026

Was wäre, wenn du mit deinem Studium direkt beeinflussen könntest, wie Menschen in Zukunft wohnen, pendeln und leben? Im Vertiefungsmodul GeoDesign und Planung im Bachelorstudium Geomatik an der FHNW wird genau das Realität.

Wer Geomatik studiert, denkt zunächst an Vermessung, Koordinaten und Datenbankstrukturen. Dass man mit diesem Wissen eines Tages an der Gestaltung ganzer Quartiere mitwirken kann, überrascht viele. Das Vertiefungsmodul GeoDesign und Planung zeigt, wie gross die Wirkung von Geodaten sein kann, wenn sie nicht nur verwaltet, sondern gezielt in Planungsprozesse eingebracht werden. Im vierten Semester des Bachelorstudiengangs Geomatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW wählen die Studierenden eines von vier Vertiefungsprofilen. GeoDesign und Planung ist dabei dasjenige, das technische Fähigkeiten mit echter Gestaltungsverantwortung verbindet.

Abbildung 1: Vom Studium zur Realität, wie Ideen aus der Geomatik die Lebensräume von morgen mitgestalten (Bild erstellt mit ChatGPT)

Digitale Tools verändern die Planung

Ein zentraler Bestandteil des Moduls ist der Einsatz moderner Technologien. Dabei wurde uns schnell klar, wie stark sich die Raumplanung durch digitale Werkzeuge verändert hat.
Mit GIS lassen sich komplexe räumliche Zusammenhänge analysieren und verständlich darstellen. Tools wie Luucy ermöglichen es, ganze Quartiere dreidimensional zu modellieren und verschiedene Szenarien direkt miteinander zu vergleichen. Ergänzt wird dies durch Augmented Reality, mit der geplante Projekte direkt vor Ort erlebbar werden.

Abbildung 2: Die Abbildung zeigt ein Gebiet in Muttenz, das in Luucy dreidimensional dargestellt wird. Es handelt sich nicht um unser eigenes Projektgebiet, sondern um ein Beispiel für den Einsatz digitaler Planungswerkzeuge. Solche Visualisierungen helfen, Gebäude, Freiräume und mögliche Entwicklungen besser zu verstehen.

Digitale Planungswerkzeuge ermöglichen es, zukünftige Quartiere realitätsnah zu visualisieren und verschiedene Entwicklungsszenarien frühzeitig zu vergleichen. Diese Technologien sind dabei kein Selbstzweck. Sie helfen, Planungsprozesse transparenter zu machen und erleichtern die Kommunikation zwischen Fachpersonen, Behörden und Bevölkerung.

Praxis erleben

Ein grundlegender Fokus des Moduls liegt auf der praktischen Anwendung. Durch Exkursionen werden reale Projekte vor Ort analysiert und gemeinsam mit Fachleuten diskutiert. Dabei wird deutlich, wie viele unterschiedliche Interessen in der Raumplanung zusammenkommen, von Umweltaspekten über wirtschaftliche Anforderungen bis hin zur Lebensqualität der Bevölkerung.

Eine Exkursion mit der Jermann Ingenieure + Geometer AG führt uns nach Arlesheim, wo wir reale Planungsprojekte hautnah erlebten. Ein stillgelegtes Industrieareal, das zur autofreien Wohnsiedlung wird. Ein brachliegendes Gebiet, das zum Technologie-Hub für Industrie 4.0 transformiert wird. Ein Bahnhof, der auf der Grenze zweier Kantone liegt und dessen Planung beide Rechtssysteme gleichzeitig berücksichtigen muss.

Abbildung 3: Die Abbildung zeigt das Quartier „In der Schappe“ in Arlesheim, das im Rahmen der Exkursion besichtigt wurde. Sichtbar wird, wie Wohnraum, Grünflächen und reduzierte Verkehrsflächen zusammenwirken können. Das Beispiel zeigt, wie Planung die Lebensqualität im Quartier konkret beeinflusst.

Exkursionen wie auf dem obigen Bild zu einer Naturnahen Wohnsiedlung zeigen reale Projekte und bringen Praxis direkt ins Studium. Der direkte Austausch mit erfahrenen Fachleuten vor Ort macht dabei den Unterschied: Man versteht nicht nur, wie Planungsinstrumente funktionieren, sondern auch, warum sie so und nicht anders eingesetzt werden.

Eigenes Projekt entwickeln

Den Abschluss des Moduls bildet eine Projektarbeit, die alles zusammenbringt: Zu Beginn wählen wir ein konkretes Untersuchungsgebiet aus, häufig in der eigenen Wohngemeinde oder einem vertrauten Umfeld. Auf dieser Grundlage erarbeiten wir eine eigene Sondernutzungsplanung für einen realen Ort. Plötzlich plant man nicht mehr für eine abstrakte Aufgabe, sondern für ein Gebiet, das man kennt. Welche Nutzung fehlt? Wie lässt sich Verdichtung mit Lebensqualität verbinden? Wie sieht ein nachhaltiges Quartier konkret aus?

Diese Fragen zwingen dazu, über den technischen Tellerrand hinaus zu denken. Ökologische, soziale und gesellschaftliche Aspekte fliessen genauso in die Planung ein wie baurechtliche Grundlagen. Das Ergebnis sind durchdachte, visualisierte Planungsvarianten und das Gefühl, dass das hier nicht nur eine Studienleistung ist, sondern echte Arbeit, die einen Unterschied machen könnte. Denn die Gebiete, die wir planen, existieren wirklich. Und wer weiss, wie sie sich in Zukunft entwickeln werden.

Geomatik als Werkzeug der Zukunft

GeoDesign und Planung zeigt, dass Geomatik mehr ist als Daten. Es geht darum, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Das Modul verbindet Technik mit Kreativität und macht sichtbar, welchen Einfluss Geodaten auf Entscheidungen haben. Man entwickelt konkrete Ideen für reale Orte und erkennt, wie viel Gestaltungspotenzial darin steckt. Wer nicht nur analysieren, sondern auch verändern möchte, findet hier ein Vertiefungsprofil mit echtem Impact.

Autoren: Elias Roos und Silvan Ryser, Bachelorstudierende Geomatik im 4. Semester

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