Künstliche Intelligenz und KI-Agenten verändern den Onlinehandel, sowohl auf der Seite der Anbieter wie auch bei den Kundinnen und Kunden. Das zeigt die Onlinehändlerbefragung 2026, welche die Hochschule für Wirtschaft FHNW mit Unterstützung von Worldline und weiteren Forschungspartnern durchgeführt hat. Neben den statistischen Erhebungen und Analysen beinhaltet die Studie auch konkrete Handlungsempfehlungen, wie Händler im wandelnden Umfeld bestehen können.
Die neue Realität im Online-Shopping
Bereits zehn Prozent der Onlinehändler bezeichnen den sogenannten Agentic Commerce, also das Online-Shopping durch KI-Agenten, als umsatzrelevanten Kanal. Ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass in Zukunft die KI-Agenten die Kaufentscheidungen für die Konsumentinnen und Konsumenten treffen werden.
Bereits heute spürbar ist der Einfluss von KI beim Informations- und Suchverhalten beim Online-Shopping. Mehr als die Hälfte der Händler beurteilt Massnahmen zur Verbesserung der Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen – die sogenannte Generative Engine Optimization (GEO), als relevant für ihr Geschäft.
«Die hohe Dynamik und Geschwindigkeit um das Thema KI bleibt aktuell die grösste Herausforderung im E-Commerce», sagt Prof. Dr. Darius Zumstein, Projektleiter der Studie. «Onlinehändler müssen sich jetzt «Agentic Commerce ready» machen, ihre Daten- und Systemlandschaft weiterentwickeln.»
Der Internet-Riese Google hat die Weichen für das neue Online-Shopping mit der Integration der KI-Suche (AI Mode) bereits gestellt und arbeitet mit Google Search Agents und Agentic Checkout («Buy for me») an weiteren agentischen Lösungen.
KI als Herausforderung und Chance zugleich
Dabei setzen die Händler ebenfalls vermehrt auf KI, um Geschäftsprozesse und standardisierte Tätigkeiten zu automatisieren. Es zeigt sich, dass der Einsatz von KI insbesondere im Analytics, und in der Programmierung rasant zugenommen hat: während 2025 erst 24 Prozent der Befragten KI, z.B. Claude Code oder Codex, in der Softwareentwicklung einsetzten, sind es 2026 mit 43 Prozent schon fast die Hälfte.
Der zielgerichtete Einsatz von KI lohnt sich: 81 Prozent der Befragten berichten von Zeitersparnissen, 78 Prozent von Produktivitäts- bzw. Effizienzgewinnen. Dabei dominiert die Teilautomatisierung: Der Human-in-the-Loop, also die menschliche Prüfung und Freigabe, ist weiterhin der Regelfall.
Den meisten fehlt die Strategie
Trotz dieser Entwicklung zeigt sich ein deutlicher strategischer Handlungsbedarf: Knapp drei Viertel der befragten Unternehmen verfügen noch über keine KI- oder Agentic-Commerce-Strategie. 13 Prozent haben ihre Strategie teilweise umgesetzt; lediglich zwei Prozent haben sie bereits umfassend implementiert und integriert.
Gleichzeitig stehen die Unternehmen unter erheblichem Druck. Markt- und Marketingthemen zählen weiterhin zu den grössten Herausforderungen. Zusätzlich gewinnen Fragen rund um KI, Kompetenzen und strategische Unternehmensführung an Bedeutung.
Um in diesem dynamischen Umfeld den Anschluss nicht zu verpassen, benötigen die Händler technisches, fachliches und strategisches Know-how.
An der Onlinehändlerbefragung 2026 beteiligten sich 473 Onlineshop-Betreibende. Die vollständige Studie kann unter dem folgenden Link heruntergeladen werden.
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Prof. Dr. Darius Zumstein
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