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Auf einen Kaffee mit Manuela Käppeli: «Neugierde ist das Wichtigste, was ich den Studierenden mitgeben will», Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

8.9.2026 – Hochschule für Soziale Arbeit, Studienzentrum Soziale Arbeit


Vor dem Start ins Herbstsemester spricht Manuela Käppeli, Leiterin des Studienzentrums, über den Curriculumswechsel, den Umgang mit künstlicher Intelligenz im Studium – und darüber, woran sie selbst merkt, wenn sie einen Gang zurückschalten muss.

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Hinweis: Das Gespräch wurde Mitte August aufgezeichnet.

Was dürfen wir dir zum Gespräch anbieten – und wie trinkst du deinen Kaffee oder dein Lieblingsgetränk am liebsten?

Am Morgen zum Start auf jeden Fall einen Kaffee. Ohne Kaffee aufzustehen ist möglich, aber hart. (lacht) Meistens trinke ich einen Americano mit einem Schuss Milch.

Du leitest das Studienzentrum der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Was gehört zu deinen wichtigsten Aufgaben – und was macht dir dabei besonders Freude?

Meine Hauptaufgabe ist die personelle, strategische und konzeptionelle Leitung des Studienzentrums. Das Studienzentrum ist für Aufgaben und Prozesse rund um die Ausbildung verantwortlich – von der Weiterentwicklung und Planung über die Umsetzung bis zur Evaluation der Ausbildung. Dabei geht es auch darum, den Gesamtblick zu behalten und sicherzustellen, dass die verschiedenen Prozesse zusammenspielen und wir die Voraussetzungen für eine gute Lehre schaffen.

Das funktioniert nur gemeinsam mit den Mitarbeitenden aus den Instituten und allen, die an der Lehre beteiligt sind. Und genau das gefällt mir besonders: Ich habe mit unglaublich vielen unterschiedlichen Personen zu tun. Es gibt kaum zwei Tage, an denen ich mit denselben Personen im Austausch bin.

Letztlich machen wir all das für zukunftsfähige Fachkräfte in der Sozialen Arbeit. Die Frage, die mich antreibt, ist: Wie stellen wir dafür die richtige Ausbildung sicher? Unsere Arbeit ist kein Selbstzweck. Wir wollen Fachkräfte der Sozialen Arbeit ausbilden, die für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet sind und auch noch in den kommenden Jahren in der Praxis gut bestehen können. Dazu mit der Ausbildung einen Beitrag leisten zu können, motiviert mich sehr.

Bald beginnt das Herbstsemester. Welche Anliegen und Herausforderungen beschäftigen die Studierenden aktuell besonders?

Im Bachelor beschäftigt uns weiterhin der Wechsel vom alten ins neue Curriculum. Einige Module finden im Studienjahr 2026/2027 zum ersten oder zweiten Mal statt, entsprechend sind wir noch nicht überall im Regelbetrieb. Wir schauen deshalb genau hin: Was funktioniert bereits gut, wo gibt es noch Baustellen und wo müssen und wollen wir nachjustieren? Ich denke, dass wir frühestens in einem Jahr mit deutlich mehr Routine an viele dieser Fragen herangehen werden.

Gleichzeitig beschäftigen uns und die Studierenden im BA und MA natürlich die Entwicklungen rund um die künstliche Intelligenz. KI durchdringt zunehmend unseren Alltag und verändert auch das Lehren und Lernen im Rahmen des Studiums. Dabei geht es nicht nur um Leistungsnachweise, sondern beispielsweise auch darum, wie KI genutzt werden kann, um Wissen aufzubereiten und Inhalte besser zu verstehen. Gleichzeitig bestehen noch viele Unsicherheiten: Wo liegen die Grenzen des Einsatzes von KI? Die Art und Weise sowie auch die Bedeutung des Lernens wird sich dadurch weiter verändern.

Hinzu kommt eine zunehmende Beschleunigung. Viele Studierende müssen Studium, Arbeit und Privatleben miteinander vereinbaren. Diese Mehrfachbelastung ist nicht immer einfach zu bewältigen, und KI kann diese Beschleunigung zusätzlich verstärken. Lernen lässt sich aber nicht einfach auslagern oder beschleunigen. Entscheidend bleibt, was man mit den Ergebnissen von KI macht, wie man sie einordnet und weiterverarbeitet – es geht um die Entwicklung einer KI-Literacy. Mit einer kritisch-reflektierten Nutzung sehe ich KI ebenfalls als Chance – für die Studierenden und für uns als Hochschule.

Das Studium ist eine spannende, aber manchmal auch intensive Lebensphase. Was trägt aus deiner Sicht dazu bei, dass Studierende psychisch gesund durch den Studienalltag kommen?

Ich erlebe unsere Studierenden als sehr resilient. Viele von ihnen haben einen wichtigen Teil ihrer bisherigen Ausbildung während der Corona-Pandemie absolviert und bringen entsprechend gute Bewältigungsstrategien mit.

Gleichzeitig haben wir eine präsente und gut erreichbare Studienberatung. Studierende können sich dort beispielsweise melden, wenn sie Unterstützung bei ihrer individuellen Studienplanung benötigen. Dabei beobachten wir eine leichte Zunahme solcher individuellen Fälle, bei denen die Beratung unterstützen kann.

Auch das neue, flexiblere BA-Curriculum bietet mehr Möglichkeiten, das Studium an unterschiedliche Lebensrealitäten anzupassen. Ich glaube, dass auch das dazu beiträgt, gesund und erfolgreich durchs Studium zu kommen.

Wie sorgst du selbst in einem anspruchsvollen Arbeitsalltag für Ausgleich und reduzierst Stress?

Ich glaube, das ist eine permanente Aufgabe – und eine Frage, die viele Mitarbeitende begleitet. Es geht darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo die eigenen Grenzen liegen und diese dann auch ernst zu nehmen. Im Alltag geht das zwischen all den Routinen und Aufgaben manchmal vergessen.

Bei mir kommt hinzu, dass ich noch nicht sehr lange in dieser Funktion bin. Mein erstes Jahr war geprägt von vielen Veränderungen: Wir implementieren ein neues Curriculum, im Master stehen Entwicklungen an und auch durch den Führungswechsel haben sich Dinge im Studienzentrum verändert. Solche Prozesse brauchen Zeit und gewisse Gelassenheit – und manchmal auch einen besonderen Effort.

Umso wichtiger finde ich es, die Aussenperspektive nicht zu verlieren und Personen um sich zu haben, mit denen man sich offen und transparent austauschen kann. Ich schätze die Kultur an unserer Hochschule sehr: wie wir miteinander umgehen, kommunizieren und auch Kritik äussern können. Ins Gespräch zu kommen und unterschiedliche Perspektiven zuzulassen, schafft Vertrauen. Ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg. Das trägt für mich wesentlich dazu bei, meine Arbeit mit viel Motivation und Freude machen zu können.

Woran merkst du, dass es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten oder eine Pause einzulegen?

Manchmal sind es ganz einfache Anzeichen: Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Mein Kopf ist da meine Schwachstelle. Gleichzeitig habe ich ein gutes privates Umfeld mit Menschen, die mir spiegeln, wenn es gerade zu viel wird. Ich glaube, auch das braucht es.

Gerade zu Beginn eines Studiums können Leistungsdruck, Unsicherheit und die Organisation des neuen Alltags belastend sein. Was rätst du neuen Studierenden für einen guten und gesunden Start?

Nächste Woche finden unsere Einführungstage statt und ich darf die neuen Studierenden begrüssen. Ich habe mir deshalb genau diese Frage gestellt: Was möchte ich ihnen eigentlich für das Studium mitgeben?

Für mich ist es vor allem Offenheit. Die Studierenden müssen heute noch nicht wissen, wo sie in zwei Monaten stehen oder wie ihr Studium in einem Jahr genau aussehen wird. Es wird wahrscheinlich nicht alles so laufen, wie sie es im Detail geplant haben – und ein Plan darf sich auch verändern.

Dafür braucht es eine gewisse Ambiguitätstoleranz, aber vor allem Neugierde: auf neues Wissen, auf neue Begegnungen und auf die Erfahrungen, die vor ihnen liegen. Auch einmal aus der eigenen Komfortzone herauszugehen und zu schauen, was dann passiert. Ich wünsche ihnen den Mut und die Neugier, sich auf diesen Weg einzulassen.

Zum Abschluss: Was ist für dich ein kleiner Moment im Alltag, der dir zuverlässig guttut?

Ich versuche, mindestens zweimal am Tag mit meiner Aussiedoodle-Hündin Fiby rauszugehen. Ich stehe meistens sehr früh auf, etwa um fünf Uhr, und gehe direkt mit ihr eine Runde. Das sind 20 bis 25 Minuten, in denen ich bewusst kein Handy dabeihabe und mich nochmals vor dem Start in den Alltag erde.

Diese Zeit gehört nur mir. Ich kann meine Gedanken sortieren und dabei frische Luft schnappen. Und nach Feierabend machen wir das Ganze noch einmal. Das sind kleine Auszeiten, die mir im Alltag sehr guttun und mich wieder in den Moment zurückholen.


Kontakt

Manuela Käppeli

Prof. Dr. Manuela Käppeli

Leiterin Studienzentrum, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
E-Mail
manuela.kaeppeli@fhnw.ch

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Psychische Gesundheit beginnt im Alltag: Mit einer Wohnung, mit Menschen, auf die man sich verlassen kann, mit einer Arbeit, die trägt. Mit einem Schulalltag, in dem man sich wohlfühlt, oder manchmal auch einfach mit jemandem, der zuhört. Wer über psychische Gesundheit spricht, landet schnell mitten im Leben.

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