Digitale Beratungskonzepte etablieren sich in der Regionalen Arbeitsvermittlung.

In den letzten Jahren hat sich die Nutzung von Videokonferenzen stark verbreitet, auch in der Beratung. Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) haben diesen Trend aufgegriffen und setzen vermehrt auf digitale Beratungsformate. Eine aktuelle Studie hat nun die Potenziale und Herausforderungen dieser Entwicklung beleuchtet und zeigt Wege auf, wie Beratungsprozesse mit Stellensuchenden in Zukunft gestaltet werden könnten.
Die Studie, durchgeführt von einem Team des Instituts Beratung, Coaching und Sozialmanagement der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), hat die Erfahrungen und Einschätzungen von RAV-Leitenden und -Personalberatenden zur Video- und Telefonberatung systematisch untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass diese digitalen Formate nicht nur dazu beitragen, den Kontakt zu Stellensuchenden über Distanz aufrechtzuerhalten, sondern darüber hinaus weitere Vorteile bieten.
Die Mischung macht’s
Der Mix aus persönlicher Beratung vor Ort und digitalen Beratungsformaten, bekannt als Blended Counseling, wird als zukunftsweisend betrachtet. Dieser Ansatz ermöglicht es den RAV-Personalberatenden, die jeweiligen Vorteile von Videogesprächen, Telefonberatungen und Vor-Ort-Gesprächen gezielt für die bedarfsorientierte Beratung und Begleitung von Stellensuchenden zu nutzen.
Die Studienergebnisse zeigen, dass die Videoberatung auch nach dem Ende der Pandemie viele Vorteile bietet. Sie ermöglicht eine zeitnahe Beratung, unabhängig von räumlichen Distanzen, und kann die Sicherheit für RAV-Personalberatende verbessern, wenn beispielsweise in Randzeiten beraten wird. Zudem können Stellensuchende wichtige Fähigkeiten für digitale Bewerbungsverfahren erlernen.
Um die Potenziale von Blended Counseling zukünftig optimal nutzen zu können, sind klare gesetzliche Grundlagen, eine möglichst einheitliche, datenschutzkonforme technische Infrastruktur und gezielte Schulungen der Mitarbeitenden erforderlich. Mit einem Mix aus Beratungsgesprächen vor Ort und im digitalen Raum kann die professionelle Arbeitsvermittlung in der Zukunft flexibler und bedarfsorientierter gestaltet werden.
Allerdings stellen sich auch einige Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf eine verlässliche technische Infrastruktur für vertrauliche Beratung, die digitalen Kompetenzen von Mitarbeitenden und Stellensuchenden sowie die Gewährleistung des Kontrollauftrags des RAV.
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