- Nummer
- 00514
- Leitung
- -
- ECTS
- 3.0
- Methodik und Didaktik
- Institutionsbesuche, Kurzinputs, Gruppen- und Einzelarbeit
- Leistungsnachweis
- Reflexionsarbeit: Kurztext zu einem der verarbeiteten Themen
- Voraussetzung
- Das Verstehen der englischen Sprache (insbesondere Praxisbesuche) wird vorausgesetzt.
Weil wir auch spätabends und nachts unterwegs sein werden, ist die Bereitschaft dazu notwendig. - Empfehlung
- Das Modul ist anschlussfähig an die Vertiefungsrichtung Soziale Ungleichheit und Raum sowie BA105 Lebenslagen, soziale Probleme und Unterstützungssysteme.
- Literatur
- Konkrete Literatur wird abgegeben.
- Leitidee
- Obdachlosigkeit wird mit einer akuten Notlage in Verbindung gebracht. Denn ohne Wohnung zu sein, unterschreitet einen allgemein anerkannten Lebensstandard: Insbesondere Bedürfnisse nach Sicherheit und Schutz, Erholung und Intimität können nicht oder nur eingeschränkt befriedigt werden. Zudem werden mit obdachlosen Menschen physische Deprivationen wie Hunger und Durst verknüpft. Obdachlosigkeit wird sowohl als unfreiwilliger Ausschluss wie auch freiwilliger Rückzug aus der Gesellschaft verstanden. Angesichts dieser Tragweite eines gesellschaftlichen relevanten Problems erstaunt es, wie wenig empirisch gesichertes Wissen über Obdachlosigkeit existiert. Entsprechend dünn ist dann auch die Aussagekraft der Sozialpolitik diesbezüglich. Das spüren die Professionellen der Sozialen Arbeit: Ihnen fehlen wissenschaftlich gesicherte Positionen, um gegen verbreitete Bilder und Stereotypen in Gesellschaft und Politik zu argumentieren.
Die Reise nach Budapest bringt viele soziale Problemlagen in aller Deutlichkeit auf den Punkt: In vielen osteuropäischen Ländern gehört Obdachlosigkeit zu den Folgen der wirtschaftlichen Liberalisierung und der sozialen Transformation. In Budapest leben mehrere Hundert Menschen auf der Strasse, zudem ist das Übernachten im öffentlichen Raum gemäss Verfassung verboten. Die Einrichtungen der Nothilfe stossen an ihre Grenzen. Wie kann unter solchen Umständen ein menschenwürdiges Leben unterstützt werden? Mit welcher professionellen Haltung können Fachpersonen der Sozialen Arbeit wirken? Wie kann ein professionelles Hilfesystem entwickelt werden? Wie beschreiben die Menschen selbst ihre Lebenslage? Um diese Fragen beantworten zu können, findet die Exkursion in enger Kooperation mit ungarischen Einrichtungen und Forschenden in Budapest statt. - Modulinhalte
- Entwicklung der Obdachlosigkeit in Ungarn, Fokus Budapest
- Konzepte Sozialer Arbeit in Ungarn und anderen osteuropäischen Ländern im Thema Obdachlosigkeit
- Besuche von Praxisorganisationen in Budapest (Notschlafstellen, Nachbarschaftshäuser usw.)
- Besuche von staatlichen Stellen und NGOs
- Abend- und Nachtexkursionen in der Stadt mit Beobachtungsaufgaben
- Fach- und Methodenkompetenz
- Fähigkeit zur Prozessgestaltung
Fähigkeit zur Dokumentation - Selbstkompetenz
- Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion
Fähigkeit zur selbstregulierten Wissenserweiterung - Fachwissen
- Gesellschaftstheorien und Gesellschaftssysteme
Soziale Probleme und Lebenslagen - Bemerkungen
- Die Studierenden tragen die Kosten für Reise, Übernachtung, Verpflegung usw. selbst (ca. 400 bis 500 Franken).
Vorbereitungstreffen Muttenz (Datum wird noch bekannt gegeben)
Budapest 02.06.2025 - 06.06.2025