Die FHNW-Absolventin Selina Przyjemski hat mit ihrer Bachelorarbeit «Wendesystem für blinde Schwimmende» den Publikumspreis des nationalen Siemens Excellence Awards 2026 gewonnen.

Quelle: Siemens
Der Preis wurde im Rahmen des nationalen Finales des Siemens Excellence Awards vergeben, bei dem neben einer Fachjury auch die Öffentlichkeit über die Projekte abstimmen konnte. Beim öffentlichen Voting gingen mehrere tausend Stimmen ein. Mit ihrem Projekt überzeugte die Absolventin des Bachelorstudiengangs Elektro- und Informationstechnik der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW Publikum und Fachwelt gleichermassen. Auf der Bühne gratulierte Gerd Scheller, CEO Siemens Schweiz, der Preisträgerin persönlich. Siemens würdigte die Arbeit ausdrücklich für ihren gesellschaftlichen Impact – Worte, wie sie an einer Award-Verleihung selten in dieser Klarheit fallen.
Mit dem Publikumspreis schafft die Arbeit den Sprung von der hochschulinternen Auszeichnung auf die nationale Bühne und setzt sich gegen Konkurrenz aus der ganzen Schweiz durch. Der breite Rückhalt im öffentlichen Voting macht deutlich: Das Projekt überzeugt nicht nur fachlich, sondern berührt einen Nerv.
Das von Selina Przyjemski entwickelte Assistenzsystem unterstützt blinde und sehbehinderte Schwimmende beim sicheren Wenden am Beckenrand. Über Ultra-Wide-Band-Funktechnologie misst das System den Abstand zum Beckenende in Echtzeit und gibt der schwimmenden Person Vibrationssignale zur Orientierung. Ziel ist es, mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und Inklusion im Schwimmsport zu ermöglichen.
Besonders bemerkenswert: Die eingesetzte UWB-Technologie wird typischerweise für präzise Ortungssysteme in Innenräumen verwendet. Anwendungen in Wassernähe gelten aufgrund von Reflexionen und anspruchsvollen Umgebungsbedingungen als technisch schwierig. Genau hier gelang Selina Przyjemski eine praxistaugliche Lösung.
Die Arbeit entstand unter Betreuung von Prof. Dr. Hanspeter Schmid am Institut für Sensorik und Elektronik der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW. Bereits zuvor wurde das Projekt als beste Bachelorarbeit der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW sowie der Hochschule für Informatik FHNW ausgezeichnet und für den nationalen Siemens Excellence Award nominiert.
Der Siemens Excellence Award zeichnet jährlich herausragende Abschlussarbeiten im Bereich Elektro- und Informationstechnik aus. Neben dem Publikumspreis wurde beim nationalen Finale auch ein Jurypreis vergeben; das Preisgeld von insgesamt 10’000 Franken wurde zwischen den beiden ausgezeichneten Projekten aufgeteilt.
Herzliche Gratulation, Selina Przyjemski – auf eine Arbeit, die Technik und gesellschaftlichen Anspruch zusammenbringt und national überzeugt hat.
So funktioniert Selina Przyjemskis System
Am Kopf der Schwimmerin sitzt ein kleiner Sender, der sogenannte Initiator. An beiden Enden der Bahn ist je ein Empfänger auf einem Stativ aufgestellt – die Responder. Diese «unterhalten» sich per UWB-Funksignal mit dem Initiator. Das System misst die Zeit, die ein Signal vom Initiator zu den Respondern und zurück benötigt. Aus dieser Laufzeit errechnet es den exakten Abstand zum Beckenrand.
Damit die Schwimmerin weiss, wann sie wenden muss, übersetzt das System die Distanz in fühlbare Vibrationssignale. Die Schwimmerin nimmt diese so wahr:
- Abstand über fünf Meter: Lange Vibrationsintervalle
- Zwischen zwei und fünf Metern: Kürzere Intervalle
- Unter zwei Metern: Durchgehende Vibration. Eindeutiges Zeichen, dass es Zeit für die Wende ist.

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