Wir unterstützen Forschende bei der Durchführung von systematischen Übersichtsarbeiten.
Eine vollständige, transparente und reproduzierbare Literaturrecherche ist für Systematic Reviews, Meta-Analysen und verwandte empirische Forschungsmethoden unverzichtbar. Nur wenn alle relevanten Evidenzen in die Analyse und das Resultat einfliessen, kann eine qualitativ hochwertige Publikation entstehen. Die sorgfältige Identifikation von infrage kommenden Studien für eine systematische Übersichtsarbeit bildet die Grundlage, von der die weiteren Schritte des Screenings und der Datenextraktion bzw. -synthese abhängen.
Methodik als Übersicht
Systematic Review ist ein Überbegriff für strukturierte, methodisch transparente Übersichtsstudien, die alle relevanten Forschungsergebnisse zu einer klar definierten Fragestellung systematisch sucht, bewertet und zusammenfasst. Ziel eines Systematic Reviews ist es, durch diese vollständige Literatursuche und objektive Synthese die bestmögliche Evidenz zu einer Fragestellung bereitzustellen. Da die Ergebnisse solcher Studien reproduzierbar sein sollen, folgen Systematic Reviews einem klar definierten, standardisierten Ablauf in festgelegten Schritten:

Methodik im Detail

Forschungsteam bilden |
Unser Angebot: Beratung |
Die Durchführung eines systematischen Reviews sollte durch ein interdisziplinäres Forschungsteam erfolgen. Dazu zählen Fachexpert:innen, je nach Anforderungen Methodenexpert:innen (z. B. für Statistik, qualitative Methoden) und Informationsspezialist:innen Das Hinzuziehen von Informationsspezialist:innen für Schritte wie die Entwicklung und Dokumentation der Suchstrategie erhöht nachweislich die Qualität des Suchprozesses (Lefebvre et al., 2025).

Forschungsfrage & Reviewtyp |
Unser Angebot: Beratung |
Forschungsfrage
Für ein Systematic Review ist eine präzise, klar formulierte Fragestellung besonders wichtig. Ganz allgemein können die FINER Kriterien dabei helfen, eine Fragestellung für ein Forschungsprojekt zu entwickeln. Es gibt aber auch spezielle Frameworks, die dabei unterstützen, Forschungsfragen für unterschiedliche Typen von Systematic Reviews zu entwickeln.
Reviewtypen
Abgrenzung von Systematic Reviews zum Narrative Review:
Ein Narrative Review (oder auch Literature Review) ist eine nicht-systematische Form der Literaturübersicht. Es bietet einen breiten, beschreibenden Überblick über ein Thema, ohne dass alle Schritte formal standardisiert oder vollständig reproduzierbar sein müssen. Narrative Reviews unterscheiden sich in einzelnen Aspekten von den unterschiedlichen Typen der Systematic Review-Familie:
Narrative Reviews | Systematic Reviews | |
|---|---|---|
Ziel | Breiter Überblick, theoretische Einordnung eines Themas | Strukturierte und nachvollziehbare Synthese |
Fragestellung | Sehr breit, offen | Klar definiert (je nach Typ) |
Suche | Selektiv, nicht zwingend umfassend | Systematisch, umfassend und dokumentiert |
Methoden | Flexibel, nicht standardisiert | Vorgegeben, standardisiert |
Dokumentation | Begrenzt | Vollständig, transparent |
Synthese | Interpretativ, narrativ | Systematisch (je nach Typ unterschiedlich) |
Reproduzierbarkeit | Gering | Hoch |
Der Begriff Systematic Review ist ein Überbegriff für eine Familie an verschiedenen Reviewtypen. Laut Grant und Booth (2009) gibt es 14 unterschiedliche Typen. Im Folgenden werden die wichtigsten Typen kurz beschrieben.
Systematic Review
Die bekannteste Art von Systematic Reviews ist das gleichnamige Systematic Review, das auf einer quantitativen Forschungsfrage basiert. Die Ergebnisse, die systematisch gesucht werden, werden nach vorher festgelegten Qualitätskriterien bewertet und zusammengefasst.
Meta-Analyse
Meta-Analysen können Teil eines Systematic Reviews sein. In ihr werden Ergebnisse quantitativer Studien statistisch ausgewertet. Dazu müssen die einbezogenen Studien ähnliche Merkmale wie die untersuchte Population, die untersuchte Intervention und der durchgeführte Vergleich aufweisen. Am wichtigsten ist, dass dieselbe Messgröße oder dasselbe Ergebnis auf dieselbe Weise und in denselben Zeitabständen gemessen werden.
Scoping Review
Dieses Review basiert auf einer breiteren und weniger spezifischen Forschungsfrage als andere Systematic Reviews. Das Ziel ist eine Erfassung der verfügbaren Forschungsliteratur zu einem bestimmten Thema. Dabei wird häufig dem Kapitel zu Scoping Reviews aus dem JBI Manual (Aromataris et al., 2024)gefolgt.
Qualitative (systematic) Review
Bei diesem Review werden Ergebnisse aus qualitativen Studien integriert und verglichen. Dabei werden nach gewissen Themen oder Konstrukten gesucht, die in einzelnen qualitativen Studien oder über diese hinweg zu finden sind. Das Ziel ist, das Verständnis eines bestimmten Phänomens zu erweitern.
Mixed Methods Review
Meist bezieht sich dieser Reviewtyp auf die Zusammenführung der Ergebnisse von quantitativen und qualitativen Studien. Das Ziel ist ein ganzheitlicheres Verständnis einer bestimmten Massnahme oder Situation zu erlangen.
Rapid Review
Alle Systematic Reviews können als Rapid Review durchgeführt werden. Bei diesem Typ von Review werden aus Zeitgründen bestimmte Aspekte des Systematic Review-Prozesses eingeschränkt. Dazu gehören spezifischere Fragestellungen, die Verwendung enger oder weniger ausgefeilter Suchstrategien, eine geringere Anzahl durchsuchter Datenbanken, eine Beschränkung der Menge an grauer Literatur, die Extraktion nur der wichtigsten Variablen und die Durchführung einer „einfachen“ Qualitätsbewertung.
Umbrella Review
Für dieses Review werden ausschliesslich Systematic Reviews als Primärstudien verwendet. Zu einer bestimmten Fragestellung werden also die Erkenntnisse von Systematic Reviews zusammengefasst und ausgewertet. Damit eine solche Methode angewandt werden kann, müssen zu einem Thema bereits genügend Systematic Reviews vorliegen, weswegen diese Methode hauptsächlich in der Medizin angewandt wird.
Living Review
Alle Systematic Reviews können als Living Review durchgeführt werden. Dabei wird das Review kontinuierlich aktualisiert und es werden laufend neue relevante Erkenntnisse einbezogen. Diese Methodik ist besonders in Bereichen wichtig, in denen Forschungsergebnisse schnell verfügbar werden, aktuelle Erkenntnisse unsicher sind und neue Forschungsergebnisse politische oder praktische Entscheidungen beeinflussen können. (Simmonds et al., 2022)

Scoping Suche |
Unser Angebot: Beratung |
Bevor eine systematische Suche gestartet wird, sollte geprüft werden, ob es zu dem Thema bereits bestehende Systematic Reviews gibt. Damit wird unnötige Doppelarbeit vermieden und mögliche Lücken und Potenziale der bereits bestehenden Forschung identifiziert. Dazu kann in Fach- und interdisziplinären Datenbanken sowie in wissenschaftlichen Suchmaschinen nach thematischen Schlagwörtern in Kombination mit Begriffen wie systematic review, scoping review, meta-analysis oder evidence synthesis gesucht werden. Zusätzlich sollte auch in einschlägigen Protokollregistern (wie z. B. Zenodo oder figshare; siehe Protokoll registrieren) nach Systematic Review-Projekten gesucht werden, die gerade in Arbeit sind.

Suchstrategie entwickeln |
Unser Angebot: Beratung |
Die Techniken zur Formulierung der Forschungsfrage folgen dem sogenannten Block Building Approach. Dieser basiert darauf, einen Gegenstandsbereich logisch und sprachlich zu analysieren und die einzelnen Begriffe bzw. Blöcke mit Booleschen Operatoren (AND, OR, NOT usw.) zu verknüpfen.
Recherchiert wird mit Stichwörtern, die in den Metadaten in verschiedenen Feldern (z.B. Titel, Abstract, Keywords etc.) stehen und je nach Datenbank unterschiedlichen Schlagwörtern (z.B. MeSH Terms in Medline oder APA Thesaurus of Psychological Index Terms in PsycInfo). Solche Schlagwörter (auch subject headings) sind festgelegte Begriffe, mit denen Literaturquellen in Datenbanken thematisch und methodisch beschrieben werden, zum Beispiel nach thematischen Gesichtspunkten, Studiendesign oder Publikationstyp (Nordhausen/Hirt 2025). Um diese Stich- und Schlagwörter zu eruieren, können sogenannte Seedpaper – Publikationen von bereits als relevant identifizierten Texten – herangezogen werden. Falls nötig kann der Suchstring um weitere Filter ergänzt werden (z.B. Methodologie, Publikationstyp oder -zeitraum). Die erstellte Suchsyntax ist datenbankspezifisch und muss für andere Datenbanken übersetzt werden.
PRESS: Peer Review of Electronic Search Strategies
Um die Qualität und Transparenz einer Suchstrategie sicherzustellen, wird empfohlen die Suchstrategie gemäss den PRESS-Richtlinien (Peer Review of Electronic Search Strategies) von anderen Informationsspezialist:innen peer reviewen zu lassen (McGowan et al., 2016). Die Checkliste mit allen wichtigen Fragen, die dabei zur Suchstrategie beantwortet werden, ist in McGowans Open Access Publikation verfügbar.
Datenbanken
Im Rahmen eines Systematic Reviews sollten mehrere inhaltlich bzw. thematisch passende Datenbanken und wissenschaftliche Suchmaschinen durchsucht werden. Während Datenbanken entweder durch eine externe oder eine integrierte Suchoberfläche direkt durchsucht werden können, sind wissenschaftliche Suchmaschinen Suchoberflächen, die nicht nur eine oder mehrere Datenbanken durchsuchen, sondern das Internet nach vorgegebenen Algorithmen durchsuchen (Hirt & Nordhausen, 2025). Nicht alle Datenbanken sind frei zugänglich, sondern manche benötigen eine Lizenz, um sie durchsuchen zu können. Alle von der FHNW lizenzierten Datenbanken finden Sie hier. Die am häufigsten durchsuchte wissenschaftliche Suchmaschine ist Google Scholar. Auf der Webseite Refhunter sind weitere Suchmaschinen und Datenbanken aufgeführt.
Graue Literatur
Als Graue Literatur bezeichnet man Dokumente, die nicht über einen Verlag publiziert wurden (wie z. B. Abschlussarbeiten, Working Papers, Geschäftsberichte usw.). Je nach Fragestellung kann diese Literatur besonders relevant für das Systematic Review sein. Dafür eignet sich vor allem das Durchsuchen von wissenschaftlichen Suchmaschinen. Die Medical Center Library & Archives der Duke University bieten eine Sammlung von Ressourcen zur Suche nach Grauer Literatur. Auch die Simon Fraser University hat Informationen zur Suche nach Grauer Literatur zusammengestellt.

Protokoll registrieren | |
Unser Angebot: Kooperation |
Ein wesentliches Merkmal einer qualitativ hochwertigen systematischen Übersichtsarbeit ist die Erstellung eines Protokolls (Vorlage z. B. PRISMA-P oder auf OSF), das die Hauptziele, die wichtigsten Merkmale inkl. Suchstrategie und die geplanten Analysen für das Review darlegt. Ein solches Protokoll stellt sicher, dass die angewandten Methoden transparent und reproduzierbar sind und die Einhaltung dieses vorab festgelegten Forschungsplans hilft, publication bias zu vermeiden. Im Sinne von Open Science sollte das Protokoll frei zugänglich, für alle sichtbar und überprüfbar gemacht werden. gemacht werden.
Die Präregistrierung des Protokolls sollte idealerweise noch vor Beginn des Screenings erfolgen. Dieser Zeitpunkt vermindert die Gelegenheit der bewussten oder unbewussten Manipulation von Einschlusskriterien, um ein Systematic Review so zu gestalten, dass es zu einem gewünschten Ergebnis führt. Wenn das Systematic Review veröffentlicht wird, können die Endergebnisse mit den bei der Registrierung des Protokolls beabsichtigten Ergebnissen verglichen werden. Auch kann so frühzeitig verhindert werden, dass Studien doppelt durchgeführt und z. B. Fördergelder verschwendet werden. Schliesslich hilft die Präregistrierung den Forschenden, den Bekanntheitsgrad Ihrer Studie zu erhöhen. (Stewart et al., 2012)
Präregistrierungen können u.a. hier vorgenommen werden:
Fachspezifische Registrationsmöglichkeiten:

Suche durchführen |
Unser Angebot: Durchführung |
Wie viele Datenbanken und sonstige Quellen für eine systematische Übersichtsarbeit mindestens zu durchsuchen sind, ist nicht vorgeschrieben. Aufgrund des Anspruchs auf Vollständigkeit sollten es jedoch wenigstens die bekanntesten Datenbanken für ein bestimmtes Fachgebiet sowie Google Scholar sein – prinzipiell gilt: je mehr, desto besser.
Für die Suche ist es dabei wichtig, dass alle notwendigen Informationen wie durchsuchte Datenbanken, benutzte Suchoberflächen (z.B. Ovid, EBSCO, ProQuest), Datum der Suche und verschiedene Suchmodi (Basic Search, Advanced Search, Command Line Search uvm.) festgehalten werden. All diese Angaben machen den Rechercheprozess nicht nur für Dritte nachvollziehbar, sondern sind auch den Autor:innen bei einer künftigen Aktualisierung der Suchergebnisse oder des gesamten Reviews dienlich. Eine solche Dokumentation des Such- und Rechercheprozess wird im Falle einer Zusammenarbeit mit der Bibliothek FHNW mitgeliefert. Gerne unterstützen wir sie auch bei der Verschriftlichung der Suchstrategie für das Manuskript des Systematic Reviews, wobei hier den Richtlinien von PRISMA-S gefolgt wird.
Export und Dedublierung
Wir unterstützen Sie beim Export der Referenzen aus den Datenbanken und weiteren Suchinstrumenten in Literaturverwaltungs- bzw. Screeningsoftware. Für Systematic Reviews hat die Bibliothek FHNW das Screeningtool Covidence lizenziert. Covidence verfügt über einen automatischen Dedublierungsvorgang, um etwaige Dubletten aus unterschiedlichen Datenbanken auszusortieren.

Screening der Treffer |
Unser Angebot: Beratung |
Das Screening der Treffer passiert nach vorher festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien. Der Prozess wird in zwei Schritten durchgeführt, die idealerweise von mindestens zwei Personen unabhängig voneinander durchgeführt werden. Zuerst werden die Titel- und Abstracts gescreent. Nach der Beschaffung aller Volltexte, bei denen die Bibliothek FHNW wiederum gerne ihre Unterstützung anbietet, wird das Volltext Screening durchgeführt. Bei diesem Schritt müssen für die Transparenz die Gründe, warum welche Studien ausgeschlossen wurden, dokumentiert werden. Bei beiden Schritten kann es helfen, sich zuvor eindeutige Fragen zu überlegen, an denen sich beide Reviewenden orientieren können (Polanin et al. 2019). Die beiden Screening-Schritte können in Covidence durchgeführt werden. Bitte kontaktieren Sie uns direkt, wenn Sie Covidence nutzen möchten.

Ergänzende Recherchemethoden |
Unser Angebot: Beratung |
Neben der Datenbanksuche umfasst ein Systematic Review meist weitere Recherchemethoden, da gewisse Quellen in den Datenbanken (noch) nicht indexiert sein könnten oder aufgrund fehlerhafter Metadaten nicht gefunden werden. Grundsätzlich sollte jedes Systematic Review mindestens eine ergänzende Recherchemethoden beinhalten (Cooper et al., 2018). Die wichtigsten werden im Folgenden weiter erklärt.
Citation Searching
Bei der Suche nach Primärstudien spielen auch Literaturverzeichnisse und zitierende Referenzen von als relevant identifizierten Artikeln eine wichtige Rolle. Diese ergänzende Suchtechnik ist als Citation Searching bekannt (Hirt et al., 2024). Grundsätzlich wird hier unterschieden zwischen Backward Citation Searching , bei dem nach allen Referenzen gesucht wird, die in einem oder mehreren Artikeln im Literaturverzeichnis aufgeführt werden. Es gibt auch das Forward Citation Searching, bei dem nach allen Referenzen gesucht wird, die einen oder mehrere als relevant identifizierte Artikel ab Erscheinungsdatum zitiert haben. Das Citation Searching kann in unterschiedlichen Datenbanken (Scopus, Web of Science) durchgeführt werden oder in speziel dafür entwickelten Tools wie citationchaser. Empfehlenswert ist es mehr als eine Datenbank und/oder mehr als ein Tool zu verwenden, da nicht davon auszugehen ist, dass in einer der Datenbanken alle relevanten Referenzen indexiert sind.
Kontaktaufnahme mit Expert:innen
Um weitere publizierte oder nicht publizierte Quellen zu finden, kann es hilfreich sein Exptert:innen zu diesem Thema zu kontaktieren. Diese sind entweder bereits bekannt oder können über die zuvor durchgeführte Datenbanksuche und weitere Recherchen in Datenbanken identifiziert werden (Hirt & Nordhausen, 2025)
Hand Searching
Dies beschreibt den Vorgang, Zeitschriften, die nicht in den bereits durchsuchten Datenbanken indexiert sind, manuell nach thematisch relevanten Quellen zu durchsuchen. Dabei können einzelne oder mehrere Zeitschriften und Jahrgänge ausgewählt werden.

Datenextraktion |
Unser Angebot: Beratung |
Bei der Datenextraktion werden aus den eingeschlossenen Studien gezielt jene Informationen systematisch erfasst, die zur Beantwortung der Forschungsfrage notwendig sind. Dazu gehören je nach Review z. B. statistische Kennwerte, bibliografische Angaben oder inhaltliche Konzepte und Merkmale der Studien. Die extrahierten Daten bilden die Grundlage für die weitere Analyse und Synthese. Die von der FHNW lizenzierte Software Covidence stellt dafür vordefinierte Vorlagen zur Verfügung, die individuell auf die Bedürfnisse angepasst werden können.

Qualitätsbewertung |
Unser Angebot: Beratung |
Im Rahmen eines Systematic Reviews wird bei der Qualitätsbewertung überprüft, wie zuverlässig und methodisch solide die eingeschlossenen Studien sind. Das kann z. B. die Bewertung von Studiendesign, Risk of Bias oder Datenvollständigkeit sein. Für diesen Prozess können standardisierte Bewertungsinstrumente oder Checklisten genutzt werden, wobei stark vom Studiendesign abhängt welche Instrumente gebraucht werden oder ob überhaupt eine Qualitätsbewertung durchgeführt werden soll. Bei einem Scoping Review wird dieser Schritt z. B. meist nicht inkludiert.

Synthese der Evidenz |
Unser Angebot: Beratung |
Bei der Synthese der Evidenz werden die Ergebnisse der eingeschlossenen Studien systematisch zusammengeführt und ausgewertet. Je nach Review-Typ und Fragestellung kann das unterschiedlich aussehen. Bei einer quantitativen Forschungsfrage kann eine Meta-Analyse durchgeführt werden, in der die Daten statistisch ausgewertet werden. Bei qualitativen Fragestellungen erfolgt eine narrative oder thematische Synthese, bei der Inhalte, Muster und Konzepte vergleichend analysiert werden. In Scoping Reviews steht meist eine deskriptive Synthese im Vordergrund, die Forschungslandschaften, zentrale Merkmale und Wissenslücken strukturiert darstellt. Unabhängig vom Ansatz sollte die Synthese transparent, nachvollziehbar und eng an der Forschungsfrage ausgerichtet sein.

Schreiben & Publizieren |
Unser Angebot: Beratung |
Das Schreiben und Publizieren eines Systematic Reviews erfordert eine transparente und nachvollziehbare Berichterstattung aller methodischen Schritte. Dazu gehört insbesondere das Reporting der Literatursuche, inklusive der verwendeten Datenbanken, Suchstrategien, Zeiträume und der Ein- und Ausschlusskriterien sowie die Dokumentation des Screening Prozesses. Etablierte Reporting-Guidelines wie PRISMA unterstützen dabei, die Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit sicherzustellen (Page et al., 2021). Die Suche kann mit PRISMA-S am besten dokumentiert werden, das Screening mit einem PRISMA flow chart. Eine präzise Dokumentation ist zentral, damit die Ergebnisse überprüfbar, reproduzierbar und wissenschaftlich belastbar sind.
Systematic Review und KI
Der Einsatz von KI in Systematic Reviews ist derzeit kritisch zu betrachten. Zwar können KI-basierte Tools einzelne Arbeitsschritte scheinbar beschleunigen, etwa bei Screening oder Textzusammenfassungen, jedoch sind ihre Entscheidungen häufig nicht transparent, nicht reproduzierbar und potenziell fehleranfällig (Van Mossel et al., 2025). Insbesondere bei der Literatursuche, Studienauswahl und Datensynthese besteht das Risiko von Verzerrungen, Auslassungen oder Fehlinterpretationen. Da die Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit zentrale Qualitätskriterien von Systematic Reviews sind, wird der Einsatz von KI aktuell nicht empfohlen oder sollte – wenn überhaupt – nur sehr zurückhaltend und klar dokumentiert erfolgen (Flemyng et al., 2025). Dafür kann den RAISE Guidelines gefolgt werden (Thomas et al., 2026).
Literatur
Das vollständige Literaturverzeichnis (PDF, 101 KB) steht Ihnen mit allen verwendeten Quellen zur Verfügung.







